Geesthacht.

„Hamburgs verlorener Diamant“

Wirtschaft blickt auf 2018 zurück und will gemeinsam das Stadt-Image aufpolieren

Geesthacht.  Bei Kerzenschein und kurzweiligen Gesprächen blickten am Donnerstagabend die Geesthachter Politik, Wirtschaft und Verwaltung auf das Jahr 2018 zurück. Und die Bilanz beim traditionellen Jahresessen der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht (WVG) fiel positiv aus.

Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) nutzte gleich den Einstieg in seine Rede im voll besetzten „Il Ristorante“ beim Escheburger Golfclub, um eines lächelnd klarzustellen: „Die Escheburger fürchten nichts mehr, als durch uns Geesthachter übernommen zu werden. Doch das haben wir nicht vor.“ Danach fand er rasch den Bogen zu seinem eigentlichen Thema: „Hamburgs verlorenen Diamanten“, wie er Geesthacht nennt. Und diesen Diamanten gemeinsam weiter aufzupolieren, müsse auch kommendes Jahr das Ziel sein.

„Es ist wichtig für eine Stadt, dass sie weiterkommt nicht stehen bleibt“, so Schulze. Vor diesem Hintergrund lobte er die Wandlungsfähigkeit der WVG, die mit ihrer Dynamik die Stadt mitreiße – etwa bei der gelungenen Kooperation mit City-Gemeinschaft und Stadtmarketing, die den Weihnachtszauber in der Fußgängerzone zum zweiten Mal möglich gemacht habe. Positiv sei auch die Organisation der Wirtschaftsmesse „Schaufenster“ in der Alfred-Nobel-Schule und das Wirtschaftsforum, das erstmals im Geesthachter Innovations- und Technologie-Zentrum stattgefunden hat.

Es gebe jedoch auch Baustellen zu bewältigen – wie etwa die Digitalisierung des Rathauses, mit der bis 2022 insgesamt 575 Leistungen der Verwaltung online nutzbar sein sollen. „Das ist eine große Herausforderung, aber wir arbeiten daran und werden es schaffen“, so Schulze.

Zudem habe er die Hoffnung, dass „der eine oder andere in Kiel“ erkennen werde, dass nicht alle Forderungen aus Geesthacht unsinnig seien. Hiermit spielte er auf die Kritik von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) an, der bei einem Geesthacht-Besuch die Forderungen der Stadt zur Ortsumgehung, insbesondere nach mehr Abfahrten, als „lächerlich“ bezeichnet hatte (wir berichteten). Schulze will sich im Januar mit Buchholz treffen, um nochmals über das Thema zu sprechen. Dabei wolle er eine Einladung nach Geesthacht aussprechen: Dass der Wirtschaftsminister die Forschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) offenbar nicht kenne, sei eine echte Bildungslücke.

Wissenslücke: Kennt Minister Buchholz das HZG nicht?

WVG-Chef Jürgen Wirobski und sein Stellvertreter Jörg Zimmer nutzten ihrerseits die Gelegenheit, der Verwaltung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Jahr 2018 zu danken. Beim getakteten Stühlerücken nach jedem Essensgang gab es die Gelegenheit, mit unterschiedlichen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Die Geesthachter Band The Backward Principle unterhielt derweil die Teilnehmer mit einer Mischung aus Pop und Jazz.