Ehrenamt

Geesthacht: Partner für Behinderte und Nichtbehinderte

Ein Schild weist darauf hin, dass Fußgänger links eine Treppe und Rollstuhlfahrer rechts eine Auffahrt benutzen können (Symbolbild).

Ein Schild weist darauf hin, dass Fußgänger links eine Treppe und Rollstuhlfahrer rechts eine Auffahrt benutzen können (Symbolbild).

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Geesthacht. Das Rathaus legt seinen Plan für einen kommunalen Behindertenbeauftragten vor. Am Dienstag diskutiert der Sozialausschuss.

Geesthacht.  Menschen mit Behinderungen in Geesthacht haben es teils nicht leicht, einen passenden Ansprechpartner für ihre Sorgen und Nöte zu finden. So gibt es zwar die Kreisbehindertenbeauftragte und ihren Stellvertreter, doch die können nicht so regelmäßig wie gewünscht in Geesthacht vorstellig werden. Damit sich diese Situation ändert, hatte im März die Ratsversammlung beschlossen, die Stelle eines kommunalen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten zu schaffen.

Einstimmiger Beschluss der Ratsversammlung

Damals hatten sowohl die CDU-Fraktion als auch die Grünen einen entsprechenden Antrag eingereicht. Die Union zog zurück, worauf die Ratsversammlung einstimmig den Antrag der Grünen verabschiedete. Im Beschluss heißt es, dass der Beauftragte „die Interessen der behinderten Bürger und Bürgerinnen gegenüber der Stadt Geesthacht sowie allen betreffenden Einrichtungen und Institutionen“ wahrnehmen solle.

Beauftragter soll Bindeglied und unabhängig sein

Die Stadtverwaltung hat jetzt eine Beschlussvorlage für den Sozialausschuss erarbeitet. Darin heißt es, dass der oder die Beauftragte alle gesellschaftlichen Bereiche für die besonderen Problemlagen von Menschen mit Behinderung sensibilisieren solle und als Bindeglied zwischen den Menschen und den Institutionen fungieren solle. Gleichzeitig soll die Person als Experte auftreten und Politikern sowie Verwaltungsmitarbeitern beratend zur Seite stehen.

„Die Stelle wird organisatorisch dem Fachdienst Soziales zugeordnet, wobei der Behindertenbeauftragte nicht an Weisungen gebunden ist“, stellt die Vorlage klar. Die Amtszeit soll nach Vorstellung der Verwaltung auf drei Jahre festgelegt werden. Der Behindertenbeauftragte soll nach Möglichkeit in Geesthacht wohnen und selbst eine Behinderung haben, da ein Mensch mit Behinderung die Thematik besser durchdringe „und die Belange von Behinderten besser vertreten“ könne.

150 Euro Entschädigung im Monat angedacht

Als Aufwandsentschädigung für das Ehrenamt schweben der Verwaltung 150 Euro monatlich vor. Zudem soll der Beauftragte jährlich ein Budget von 500 Euro für Geschäftsaufwendungen erhalten. Die Stellung des Ehrenamtlers müsse in einer Geschäftsordnung geregelt werden, die ebenfalls der Sozialausschuss erarbeiten solle.

Die öffentliche Sitzung des Sozialausschusses beginnt am Dienstag, 4. Dezember, um 18 Uhr im Oberstadttreff (Dialogweg 1). Neben der Stelle eines Behindertenbeauftragten geht es dabei auch um die Aufhebung des Sperrvermerks für den Anbau ans Jugend- und Sportlerheim Westerheese. Uschi Rösler, Projektkoordinatorin des Mehrgenerationenhauses, wird zudem über die Arbeit im Oberstadttreff berichten. Im Anschluss wird der Film „15 Jahre Oberstadttreff“ gezeigt.