Vermarktung

Baupläne: Finkenweg-Nord ganz ohne Sozialwohnungen?

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Timo Jann
Übersicht: Oben zu sehen ist das bestehende Wohngebiet Finkenweg-Ost. Die zweite schraffierte Fläche (li.) ist das Gebiet, auf dem Finkenweg-Nord entstehen soll. Unten zu sehen ist der Kreisel zur Mercatorstraße mit dem dort ansässigen Nahversorger.

Übersicht: Oben zu sehen ist das bestehende Wohngebiet Finkenweg-Ost. Die zweite schraffierte Fläche (li.) ist das Gebiet, auf dem Finkenweg-Nord entstehen soll. Unten zu sehen ist der Kreisel zur Mercatorstraße mit dem dort ansässigen Nahversorger.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Grundeigentümer sieht Probleme bei Vermarktung des Gebiets. Gerät das Projekt jetzt ins Stocken oder wird ganz umgebaut?

Geesthacht.  Die Realisierung des Neubaugebiets Finkenweg-Nord mit etwa 150 Einfamilienhäusern oder Doppelhaushälften, 40 Reihenhäusern und etwa 100 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern stößt auf Probleme. Stadtplanerin Hildegard Adamofski berichtete am Dienstagabend im Planungsausschuss, dass Unternehmer Uwe Gerner, dem ein Teil des Areals gehört, Probleme habe, einen Interessenten für den Bau von Sozialwohnungen zu finden. Gerner entwickelt und erschließt in der Region Neubaugebiete und hat auch schon zahlreiche Mehrfamilienhäuser gebaut – doch Wohnungen, deren Mietobergrenze sich niedrig über Jahrzehnte festschreiben ließe, sind bisher nicht sein Thema.

SPD: „Ohne Sozialwohnungen kein Baurecht“

Auf seiner Teilfläche ist ein Grundstück am Hohenhorner Weg, Ecke Wilhelm-Holert-Straße, für den Geschosswohnungsbau vorgesehen. Doch Gerner hat seinen Angaben nach keinen Kaufinteressenten hierfür, während die Nachfrage nach Bauplätzen für Einfamilien- und Doppelhäuser groß sei. „Ich bin verblüfft, dass es der Eigentümer nicht schafft, den Ratsversammlungsbeschluss umzusetzen“, erklärte Petra Burmeister (SPD). Jeder neue B-Plan muss 25 Prozent Sozialwohnungen vorsehen. „Ohne Sozialwohnungen wird es mit der SPD dort kein Baurecht geben“, machte Petra Burmeister deutlich. Damit würden sämtliche Planungen auf Eis liegen.

Bürgermeister setzt auf Verhandlungen

Eine Gefahr, die Bürgermeister Olaf Schulze nicht akut sieht. „Ich denke, da wird es eine Lösung geben, wir sind ja ohnehin noch im Planungsprozess“, sagte er auf Nachfrage: „Das müssen wir halt verhandeln.“ Ist Gerner zu keiner Lösung bereit, wird er auch die begehrten Bauplätze nicht verkaufen können. Da der B-Plan aber beide Flächen – die von Gerner und der Stadt – umfasst, würde das Vorhaben komplett ruhen, oder der Plan müsste neu aufgestellt werden.

Auch die Stadt wird als Grundeigentümer im Neubaugebiet Finkenweg-Nord auf ihrem Teilstück Sozialwohnungen realisieren. Das soll die städtische Wohnraumentwicklungs-Gesellschaft (WoGee) übernehmen. Insgesamt müssten in Finkenweg-Nord mehr als 50 Sozialwohnungen entstehen, um die Vorgaben des Ratsversammlungsbeschlusses umzusetzen.

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