Bildung

Offener Ganztag: Entscheidung über Gebühren vertagt

Auch hier in der Alfred-Nobel-Schule steht die Gebührenordnung für die Ganztagsbetreuung auf dem Prüfstand.

Auch hier in der Alfred-Nobel-Schule steht die Gebührenordnung für die Ganztagsbetreuung auf dem Prüfstand.

Foto: BGZ / Kai Gerullis

Geesthacht. Die unpopuläre Gebührenerhöhung bereitet den Politikern Kopfzerbrechen. Jetzt soll nochmals in den Fraktionen beraten werden.

Geesthacht.  Keine Einigung zur Gebührenanhebung für den offenen Ganztagsbetrieb an der Alfred-Nobel-Schule (ANS) und der Grundschule in der Oberstadt (GidO). Wie berichtet möchte die Stadtverwaltung die Gebühren von 36 Euro auf bis zu 100 Euro und mehr anheben. Für die Mitglieder des Schulausschusses blieben am Dienstagabend einige Fragen offen.

Defizit von 364.000 Euro

Laut Aufstellung der Verwaltung liegt das aktuelle Defizit in der offenen Ganztagsbetreuung bei 364.000 Euro. „Wie hat sich denn das Defizit über die Jahre entwickelt?“, fragte Arne Ertelt (CDU). Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es die Gebührensatzung für die ANS und die GidO. Laut Verwaltung ist die Erhöhung notwendig, weil unter anderem die Personalkosten gestiegen seien. „Wie viele Sozialpädagogen arbeiten im Ganztag?“, fragte Renate Lehfeld (Grüne). „Die Zielsetzung ist es, Sozialpädagogen einzusetzen, aber der Markt ist ziemlich leergefegt“, gab Rathausmitarbeiterin Claudia Stenzaly zu.

Aufwand an Schulen unterscheidet sich

Der Betreuungsaufwand an der GidO sei höher als an der ANS, deshalb soll der Gebührensatz an der GidO höher ausfallen. „Ist der Betreuungsaufwand vergleichbar mit den anderen Grundschulen?“, wollte Ertelt zudem wissen. Zum Hintergrund: An den anderen Grundschulen (Waldschule, Buntenskamp und Silberberg) gibt es feste Betreuungszeiten, die bis 15 oder 17 Uhr reichen. Die Kosten für die Betreuung betragen dort 90 beziehungsweise 110 Euro. „Ja, es ist vergleichbar. Die Kinder essen zum Mittag, machen Hausaufgaben und spielen“, sagte Rathausmitarbeiterin Nicole Brunkow. Da der offene Ganztag an ANS und GidO nur bis 16.30 Uhr reicht, hat die Verwaltung den Mittelwert von 100 Euro gewählt. „Ich finde, es darf nicht sein, dass an den Grundschulen unterschiedliche Gebühren erhoben werden“, kritisierte Ertelt.

Thema auf Februar verschoben

„Ich habe erhebliche Bauchschmerzen bei einer Erhöhung auf fast das Dreifache“, gab Gabriele Peterburs (SPD) zu und begrüßte den Vorstoß von Ertelt, das Thema in den Fraktionen zu verweisen. Die Ausschussvorsitzende Hicran Hayik-Koller (SPD) schloss sich dem Fraktionsverweis an: „Ich finde, dass alle Grundschulen gleich behandelt werden sollten.“ Im Schulausschuss am Dienstag, 20. Februar, soll das Thema erneut diskutiert werden.