AKN-Trasse

VHH wollen Busse auf die Schiene bringen

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Kai Gerullis und Gerrit Pfennig
Neben und zwischen den Schienen der Bahntrasse Geesthacht-Bergedorf könnten Betonplatten verlegt werden um dort eine neue Busspur zu schaffen.

Neben und zwischen den Schienen der Bahntrasse Geesthacht-Bergedorf könnten Betonplatten verlegt werden um dort eine neue Busspur zu schaffen.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Ungewöhnlicher Vorschlag für die Bahstrecke nach Geesthacht. Demnach könnten bald Busse auf den Schienen verkehren.

Bergedorf/Geesthacht.  Die Diskussionen über eine mögliche Reaktivierung der Bahntrasse zwischen Bergedorf-Süd und Geesthacht für den Personennahverkehr mit einer Stadtbahnlinie laufen auf Hochtouren – da bringen die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) nun eine völlig neue Idee ins Gespräch: Was wäre, wenn auf der Strecke keine Bahn, sondern ein Schnellbus fahren würde?

Betonelemente sollen Schiene zur Straße wandeln

Nach Informationen unserer Zeitung würden die VHH als Rechtsnachfolgerin der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn ihre Trasse am liebsten mit Betonelementen auslegen. Dies hätte den Vorteil, dass auf der so entstandenen 14 Kilometer langen Betonstraße die Busse Staus und rote Ampeln umfahren und ordentlich Gas geben könnten. Gleichzeitig könnten auf dem Schienenstrang aber auch weiterhin Bahnen verkehren – wie die Dampflok „Karoline“ oder auch mögliche Transporte beim Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel abgewickelt werden.

Keine Schranken - kein Umsteigen

Die Überlegungen sehen vor, die „Bus-Schnellstraße“ am Neuen Weg in Bergedorf enden zu lassen. Von dort würden die Busse auf die Vierlandenstraße abbiegen und über den Bergedorfer ZOB zum Hamburger Rathausmarkt weiterfahren. Insbesondere aus Bergedorfer Sicht wäre das von Vorteil, weil hierfür keine Schranken an den Bahnübergängen am Weidenbaumsweg und Sander Damm fallen müssten, wo viele Autos die Schienen kreuzen. Die Fahrgäste müssten zudem nicht umsteigen.

Noch ungeregelt: Wo weicht der Begegnungsverkehr aus

Es gebe dabei noch viele offene Fragen, sagt Ole Thorben Buschhüter, SPD-Verkehrsexperte in der Hamburger Bürgerschaft. „Es stellt sich die Frage nach den verbleibenden Bahnübergängen und wie der Begegnungsverkehr auf der Trasse geregelt werden sollte.“ Man müsse sich jetzt genau Kosten und Fahrgastaufkommen anschauen. Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze hatte am Wochenende am Rande eines Empfangs der Hamburger SPD von den Plänen gehört. Grundsätzlich favorisiert er zwar seit Jahren den Bahnanschluss. „Am Ende ist aber wichtig, dass wir die bestmögliche Lösung für Geesthacht hinbekommen“, sagte Schulze – und hofft nun auf Details.

Das Schleswig-Holsteinische Wirtschaftsministerium zeigte sich gestern von der VHH-Idee überrascht. Sprecher Harald Haase: „Wir halten weiterhin an den Bahnplänen fest.“ Die Landesregierung gehe davon aus, dass die Ergebnisse des von ihr in Auftrag gegebenen Gutachtens zum Nutzen der Schienenstrecke im Frühjahr vorliegen werde. Seite 19

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