Mit "Hundsi" geht ein Lächeln

Geesthacht
(knm)
. Der passionierte Tierarzt, Sänger und Schütze Dr. Rupert Hundsdoerfer ist tot. Er starb am 26. August im Alter von 78 Jahren in seinem Haus am Ostpreußenweg. Mit "Hundsi" verliert seine Frau Marianne einen liebevollen Ehemann, drei Kinder und vier Enkel einen klugen und warmherzigen Vater und Opa, die Stadt einen unglaublich engagierten Bürger.

50 Jahre war Rupert Hundsdoerfer in der Geesthachter Schützengesellschaft aktiv, engagierte sich bis zu seinem Tod im Grundeigentümerverband Haus & Grund. Er trug die Goldene Sängernadel für mehr als 60 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Sängerbund, sang 49 Jahre bei der Geesthachter Liedertafel. "Ohne die Musik hätte er nicht leben können", erzählt Ehefrau Marianne. Auf Feiern und zu Weihnachten wird im Hause Hundsdoerfer musiziert und gesungen. "Das war meinem Mann sehr wichtig."

Doch nicht nur die Musik, auch sein Beruf war für Rupert Hundsdoerfer eine Leidenschaft. "Wenn er nachts ein Anruf bekam, dass bei einem Pferd oder eine Kuh eine Geburt bevorstand, fuhr er mit Freude los", sagt seine Frau. "Einmal sogar Silvester im Smoking", erinnert sich Ilse Timm, eine Freundin der Familie. Im Jahr 2000 übergab er die Tierarztpraxis an seine Nachfolgerin.

Als der Rentner vor 14 Monaten die Diagnose Krebs erhielt, gab "Hundsi" nicht etwa auf, sondern stürzte sich ins Leben, reiste mit seiner Frau und Freunden nach Sylt und Myanmar. Seine fröhliche und lebensbejahende Einstellung brachte dem Arzt schon 1972/73 als Schützenkönig den Beinamen "der Strahlende" ein. "Du wirst uns auf unseren Veranstaltungen und Festen fehlen!", schreibt Carsten Engelbrecht, Vorsitzender der Geesthachter Schützengesellschaft, in einer Pressemitteilung und würdigt unter anderem Rupert Hundsdoerfers Einsatz für die Bogenabteilung, die heute sehr erfolgreich ist.

Rupert Hundsdoerfer wurde am 10. Juli 1937 in Königsberg (Ostpreußen) geboren und floh 1945 nach Großensee. Seine Erinnerungen an diese Zeit schrieb er nieder. "Mein Mann hatte ein wahnsinnig gutes Gedächtnis", sagt seine Ehefrau. Sein Abitur machte Rupert Hundsdoerfer in Rahlstedt, zum Studieren ging er nach Hannover, wo er der Studentenverbindung Corps Hannoverania beitrat. Mit den Verbindungsbrüdern hielt er bis zuletzt Kontakt.

Die Trauerfeier für Rupert Hundsdoerfer ist am Freitag, 4. September, um 11.30 Uhr in der St.-Salvatoris-Kirche (Kirchenstieg 1). Die Beisetzung erfolgt im Anschluss auf dem Waldfriedhof.