Stark machen für Fahrradfahrer

Von Freya M. Baier

Geesthacht.
Radfahrer haben es in Geesthacht an vielen Stellen nicht leicht: Baustellenschilder stehen im Weg, Äste, loses Pflaster oder Scherben machen Radwege unpassierbar - und Probleme mit Autofahrern gibt es auch immer mal wieder. Im Mai hat sich der Ortsverein des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gegründet - die Mitglieder möchten Rathaus, Baufirmen und Autofahrer sensibilisieren und Geesthacht ein bisschen mehr zur Fahrradstadt machen.

"Wir wollen als Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden, nicht als Hindernisse", sagt Rainer Wilke vom ADFC. So wissen viele Autofahrer noch nicht, dass die Radfahrer vielfach auch auf der Straße fahren dürfen, selbst wenn es Radwege gibt - ein Grundsatz, für den sich der ADFC bundesweit seit Jahren stark macht. "Kaum bekannt ist, dass es an der B5 ab Besenhorst erlaubt ist, die Fahrbahn zu nehmen", so Wilke.

Besonders ärgern sich die ADFC-Mitglieder aber über Baustellenschilder und Ampeln, die immer wieder auf den Radwegen platziert werden. "Die Schilder könnte man an den Laternen anbringen und die Ampeln auf die Straße stellen", sagt Rüdiger Drews. Oftmals befänden sich auch Scherben und Äste auf den Radwegen - und die bleiben lange liegen. "Da fühlt sich keiner für verantwortlich", sagen die Radfahrer.

Mit der Stadt sind die Mitglieder schon im Gespräch, Bauamtsleiter Peter Junge hatte die ADFC-Gründung aktiv unterstützt. Gemeinsam mit der Stadt soll nun ein Radwegekonzept erarbeitet werden. Unter anderem werde darüber nachgedacht, wie Radfahrer vom Freibad am besten in die Oberstadt kommen könnten. "Ob beispielsweise Fahrradstraßen sinnvoll wären", sagt Wilke. Stadtsprecher Torben Heuer bestätigt die enge Zusammenarbeit zwischen ADFC und Geesthacht. "Das Thema Radfahren nimmt sich die Stadt jetzt generell vor." Einen wichtigen Punkt haben die Mitglieder des ADFC schon gefunden. "Durch Geesthacht führt der Elberadweg, aber es gibt keine Schilder, die in die Innenstadt weisen", bemerkt Wilke. Viele würden einfach nur an der Elbe längsfahren und die Stadt gar nicht wahrnehmen. "Außerdem gibt es einige Engpässe auf der Strecke", so Wilke. Ziemlich eng ist es beispielsweise an der Wärderstraße. "Dort passen gerade eben zwei Radfahrer nebeneinander, wenn da noch Fußgänger sind, geht gar nichts mehr." Dabei handelt es sich dort auch um den Elberadweg - eine der beliebtesten Radwanderstrecken Deutschlands.

Eine schnelle Lösung für Geesthachts größte Problemstrecke werden die Gespräche aber kaum bringen - der Lückenschluss des Elberadwegs zwischen Krümmel und Freizeitbad scheitert seit Jahren an fehlenden Geldern des Kreises, dem die Straße gehört.