Retter proben Kampf gegen Öl-Massen

Geesthacht
(tja).
Wenn irgendwo in Norddeutschland große Mengen Öl in ein Gewässer laufen, dann kommt die "Sepcon"-Einheit der Hamburger Feuerwehr zum Einsatz. Feuerwehrleute aus Fünfhausen und Warwisch stellen das Personal für den Aufbau und Betrieb der Anlage, die das Öl wieder vom Wasser trennt. Um sich auf mögliche Einsätze vorzubereiten, trainiert die Einheit zweimal im Jahr. Am Sonnabend auf dem Geesthachter Menzer-Werft-Platz.

Bei einem Einsatz muss die Ausrüstung innerhalb von zwei Stunden transportbereit und nach drei Stunden am Einsatzort startklar sein. "Bisher gab es aber noch keinen richtigen Einsatz. Das mag man sich aber auch nicht wünschen, denn wenn die ,Sepcon'-Anlage benötigt wird, dann sind zig Tonnen Öl im Wasser, und das wäre eine Katastrophe", erklärt Andrea Desel von der Hamburger Umweltbehörde, die die Technik betreut. Als 2008 das Tankschiff "Undine" unterhalb von Geesthacht havariert war und seine Ladung verloren hatte, wurde die "Sepcon"-Anlage zwar vorbereitet, sie kam aber nicht zum Einsatz. "Wegen der starken Strömung ist so ein Einsatz auf der Elbe kaum möglich", berichtet Karsten Dabelstein, Bereichsführer der Hamburger Feuerwehr.

Ein ruhiges Gewässer wie der Geesthachter Hafen wäre da schon eher ein Einsatzszenario. Deshalb schaute Thomas Marbes, feuerwehrtechnischer Sachbearbeiter im Ordnungsamt der Stadtverwaltung, bei der Übung vorbei. "Es ist gut, einmal zu sehen, welchen Platz das System benötigt und wie die Geesthachter Feuerwehr in einem Einsatz die Hamburger Kräfte unterstützen könnte", sagte er. Im Realfall würde ein sogenannter "Skimmer" verschmutztes Wasser mitsamt Öl von der Oberfläche abschöpfen. In einer Separationsanlage würde das Öl dann vom Wasser getrennt werden. "Ein rein physikalischer Prozess", erklärt Andre Desel. Das Wasser wäre anschließend so sauber, dass es ins Gewässer zurückgeleitet wird.

Mit vier Löschfahrzeugen, vier Gerätewagen und mehreren Anhängern waren die Feuerwehrleute nach Geesthacht gekommen. Ergänzt wurde die "Sepcon"-Einheit durch die Feuerwehr Curslack, die eine Dekontaminationsstelle zur Reinigung verschmutzter Feuerwehrleute aufbaute. Dabelstein: "Die gehört im Ernstfall dazu." 33 Feuerwehrleute beteiligten sich an der Übung.

Kritik gab es nur unter der Hand. Die Anlage der Feuerwehr Hamburg sei veraltet, das THW in anderen Bundesländern deutlich besser ausgestattet. Außerdem sei die Hansestadt nicht bereit, die Feuerwehrleute für die mühevolle Ausbildung finanziell zu entschädigen.