Hundesteuer

Volkszählung für „Bello“ und „Hasso“

Elke Richel

Lauenburg. Die Firma Kommstat ermittelt im Auftrag der Stadt Lauenburg nicht angemeldete Hunde. Ab dem 20. April werden alle Haushalte befragt.

Die Finanzen sind knapp. Darum ist die Stadt Lauenburg jetzt auf den Hund gekommen: Ab Montag, 20. April, fragen legitimierte Mitarbeiter der niedersächsischen Firma Kommstat in allen Haushalten nach, ob dort Hunde leben. Ziel sei es, Steuersünder aufzuspüren, heißt es in der Ankündigung dieser Aktion.

Die Bestandsaufnahme kostet 5180 Euro

Ende vergangenen Jahres waren in Lauenburg 733 Hunde offiziell angemeldet. Wie viele unangemeldete Hunde es gibt, weiß niemand. „Die Steuermoral der Bürger wird immer schlechter. Die Hundesteuer nicht zu bezahlen gilt häufig als Kavaliersdelikt“, schreibt die Firma Kommstat auf ihrer Webseite.

Sollte an dieser Behauptung etwas dran sein, könnte sich die Aktion für die Stadt rechnen: „Die aktuelle Hundebestandsaufnahme kostet die Stadt 5180 Euro“, sagt Kämmerer Thomas Burmester auf Nachfrage. Falls die Mitarbeiter der Firma mindestens 43 „schwarze“ Ersthunde erfassen, hätte sich ihr Einsatz bereits im ersten Jahr gelohnt.

Kritik von Datenschützer Thilo Weichert

Unumstritten ist so eine Erfassung durch externe Dienstleister nicht: Im Oktober 2014 rief diese Praxis vieler Kommunen den Landesbeauftragten für Datenschutz, Thilo Weichert, auf den Plan: „Für die Erhebung steuerrelevanter Daten dürfen keine privaten Firmen eingeschaltet werden. Sonst wird das Steuergeheimnis im Kern verletzt.“

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