Geesthacht

Überall gibt's Bauland - in Geesthacht nicht

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Timo Jann

Grundstücke im Südkreis sind bei Familien heiß begeht

Immer mehr Menschen drängen in den Kreis Herzogtum Lauenburg, erfüllen sich hier ihren Traum von den eigenen vier Wänden. Nur in Geesthacht stagniert die Einwohnerzahl seit Jahren - es fehlt an Bauplätzen für Einfamilienhäuser. "Würde es in Geesthacht Baugrundstücke geben, wären diese sicher schnell vergeben", sagt Katrin Rathjen, Vertriebsdirektorin für Immobilien der Kreisparkasse.

Das Geldinstitut versucht seit Jahren, ein Baugebiet in Besenhorst direkt an der Bundesstraße 404 zu realisieren, kann sich bisher aber nicht mit einem Landwirt über den Preis einigen. Der Bauer will seine Fläche zu teuer verkaufen. Der Bebauungsplan (B-Plan) für das 6,6 Hektar große Gelände, das bis an die Bahnschienen reicht, steht seit drei Jahren.

Für die Erweiterung des Neubaugebietes Finkenweg-Ost hatte die Stadt zwar schon vor zehn Jahren Ackerland gekauft, doch bis heute gibt es nicht einmal einen B-Plan für die Fläche zwischen Zöllnersweg, Sophie-Scholl-Ring und Wilhelm-Holert-Straße. 200 Wohnungen wären hier möglich, 160 wären es in Besenhorst. Doch bisher werden in Geesthacht lediglich Innenstadtgrundstücke nachverdichtet.

"Einen nennenswerten Bestand an Baugrundstücken gibt es in Geesthacht leider nicht, dabei haben wir eine große Nachfrage", sagt Katrin Rathjen. Bestehende Gebäude, die ihre Besitzer über die Makler der Kreissparkasse zum Verkauf anbieten, sind manchmal schon nach wenigen Tagen verkauft, so groß ist das Interesse.

Während in Geesthacht wenig passiert, boomt der Neubau rund um die Stadt. In Dassendorf wurden innerhalb eines Jahres 33 Bauplätze verkauft, in Börnsen wurden gerade 32 Bauplätze erschlossen. Am Langen Asper in Wentorf wird derzeit ein Neubaugebiet mit rund 160 Wohnungen vollendet, weitere 80 Bauplätze sollen in diesem Jahr folgen.

In Brunstorf sollen unweit des Golfplatzes in diesem Jahr 30 Bauplätze erschlossen werden und auch in Schwarzenbek geht es weiter. "Da hatten wir in nur einem Jahr alle unsere 75 Bauplätze verkauft, das ist wirklich beeindruckend gewesen", sagt Katrin Rathjen. Im Strange sollen noch 40 Bauplätze folgen. In Gülzow hat der Bürgermeister bereits den Wunsch formuliert, ebenfalls ein Neubaugebiet auszuweisen. Und in Lauenburg nehmen die Pläne für mehr als 100 Bauplätze an der B 5 bereits konkrete Formen an.

"Der Trend, dass viele Gemeinden Neubaugebiete erschließen, ist ungebrochen. Das ist ja auch klar. Die Situation ist günstig. Es ist genau der richtige Moment, Bauland auszuweisen", wirbt Christoph Herbers, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse. Er hat beobachtet, dass die Häuslebauer im Kreisgebiet immer jünger werden. Herbers: "Belastungen aus einer Baufinanzierung können heute günstiger als eine Miete sein."

Für Menschen, die in Geesthacht keinen Bauplatz finden, bleiben so nur die Neubaugebiete auf den Dörfern. Bauplätze in Hamwarde und Escheburg waren in den vergangenen Jahren jeweils in Rekordtempo ausverkauft.

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