Pandemie

Corona: Bundes-Notbremse greift im Herzogtum Lauenburg

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Andrè Herbst
Ein Polizeiwagen kontrolliert in der Fußgängerzone Geesthacht vor dem Kaufhaus Nessler die Einhaltung der Corona-Regeln.

Ein Polizeiwagen kontrolliert in der Fußgängerzone Geesthacht vor dem Kaufhaus Nessler die Einhaltung der Corona-Regeln.

Foto: Dirk Schulz

Es gilt die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Die Polizei führt mehr Kontrollen durch. Hinzu kommen weitere Einschränkungen.

Geesthacht/Ratzeburg. Im Kreis Herzogtum Lauenburg gilt am ersten Tag gleich die neue bundesweite Corona-Notbremse. Von heute, 24. April, gilt die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Hinzu kommen weitere Einschränkungen für Handel und Dienstleistungen, Freizeit und Sport, aber keine Veränderungen für Kitas und Schulen. Die sind im Kreis bereits geschlossen – und bleiben es weiterhin.

Eltern, die darauf gesetzt hatten, dass sich daran jetzt etwas ändern könnte, werden enttäuscht. Die weniger strengen Grenzwerte der neuen bundesweiten Notbremse für Schulen werden in Schleswig-Holstein nicht zur Anwendung kommen. Wie die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern hatte sich auch Schleswig-Holsteins Landesvater Daniel Günther (CDU) dafür eingesetzt, dass die Länder eigene strengere Regeln beibehalten dürfen.

Corona: Im Herzogtum Lauenburg greift die Bundes-Notbremse

Für Schulen und Kitas im Lande bedeutet dies, dass sie ab einer Inzidenz von 100 schließen müssen beziehungsweise geschlossen bleiben. Ausnahmen sind Abschlussklassen und begrenzte Notbetreuung für Kinder. Die bundesweit gültige Notbremse schreibt Schulschließungen dagegen erst ab einem Inzidenzwert von 165 vor, bis dahin soll Wechselunterricht erlaubt sein. Diesen sieht Kiel nur für Inzidenzwerte zwischen 50 und 100 vor. Danach gilt Homeschooling als Mittel der Wahl. Diese Regelung stellt besonders Eltern jüngerer Kinder vor immer neue Herausforderungen.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg betrug der Inzidenzwert Freitagnachmittag noch 101,5, war gegenüber dem Vortag weiter gesunken. Aber auch ein Wert unter 100 hätte nichts geholfen: „Der maßgebliche Zeitraum für die aktuelle Entscheidung war Dienstag, Mittwoch und Donnerstag“, erläutert Kreissprecher Tobias Frohnert. „Da waren wir jeweils über der 100er-Marke.“

Die Lage im Handel ist bisher unübersichtlich

Mit der Notbremse greifen im Kreisgebiet auch neue Regeln für Freizeiteinrichtungen und Gewerbe, viele müssen schließen. So durften Fitnessstudios mit entsprechendem Hygienekonzept öffnen, damit ist angesichts der aktuellen Inzidenz Schluss, weitere Einschränkungen gelten für Amateursport.

Unübersichtlich ist die Lage im Handel. Unter Auflagen geöffnet bleiben dürfen etwa Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Tankstellen und weitere Geschäfte für den täglichen Bedarf. „Im Gegensatz zum Handel mit Tierfutter und Blumen sowie Gartenmärkten gilt für Baumärkte keine Ausnahmeregelung mehr“, stellt Frohnert klar. Folge: Sie müssen schließen.

Einkaufen nach Voranmeldung bleibt vielerorts bis zur 150er-Inzidenz möglich

Einkaufen nach Voranmeldung (click and meet) bleibt vielerorts bis zur Inzidenz von 150 möglich: Neben der Begrenzung der Kundenzahlen und der Registrierung müssen Kunden nun auch einen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Und um die nächtliche Ausgangssperre in Stormarn und Herzogtum Lauenburg durchzusetzen, verstärkt die Einsatzhundertschaft aus Eutin die örtliche Polizei.

Eine Verschärfung greift auch für Nutzer von Bussen, Bahnen und Taxen. Wer sie nutzt oder an Busstopps oder auf Bahnhöfen wartet, muss eine Atemmaske vom Typ FFP2 tragen. OP-Masken sind nicht mehr zulässig. Ausnahmen gelten nur bei ärztlich bestätigen chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sowie für Kinder unter sechs Jahren, betont die Kreisverwaltung.

Für Personen, die Dienste von Friseuren oder Fußpflegern in Anspruch nehmen wollen, gelten ebenfalls neue Regeln. Eine Mund-NaseBedeckung allein reicht nicht mehr. Vor dem Besuch müssen Kunden mit einem Corona-Test nachweisen, dass sie nicht an Covid-19 erkrankt sind. Diese Regelung gilt auch für geöffnet Außenbereiche von Tierparks, botanischen Gärten und Kultureinrichtungen.

Auch der Kreis Stormarn zieht die Bundes-Notbremse. Die Corona-Inzidenz überschreitet die 100er-Grene. Das hat Folgen - auch für Schule und Kitas. Anders als im Herzogtum Lauenburg gab es hier noch keine Schließungen.