Neue Folge

Im Podcast: Wie Schwarzenbek vom Dorf zur Stadt wurde

| Lesedauer: 4 Minuten
Gisela Berger (r.) interessiert sich sehr für Geschichte. Hier ist sie auf einem Archivbild zu sehen, als sie mit Waltraud Dittberner und Wolfgang Leidl Motive für einen historischen Kalender auswählte.

Gisela Berger (r.) interessiert sich sehr für Geschichte. Hier ist sie auf einem Archivbild zu sehen, als sie mit Waltraud Dittberner und Wolfgang Leidl Motive für einen historischen Kalender auswählte.

Foto: Stefan Huhndorf / BGZ / Stefan Huhndorf

Hobbyhistorikerin Gisela Berger setzt Podcast-Reihe über ihre Heimatstadt fort. Ersatzprogramm für abgesagte Veranstaltungen.

Schwarzenbek/Mölln. Mit einem umfangreichen Programm wollte die Kulturstiftung Herzogtum Lauenburg eigentlich in das erste Halbjahr starten. Daraus wurde nichts. „Wir haben auf Risiko gespielt“, bekennt Stiftungssprecher Björn Martens.

Die Pandemie hat den Kulturförderern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Alle aktuell geplanten Veranstaltungen sind abgesagt. Und auch der diesjährige Kultursommer am Kanal wird entweder draußen oder nur imInternet stattfinden.

Neue Podcast-Folge So wurde Schwarzenbek vom Dorf zur Stadt

Trotzdem hat die Stiftung jetzt eine spannende Alternative geschaffen: eine Reihe historischer Podcasts aus der Region.

Diese startete im Februar mit einem Beitrag von der ehemaligen Kreisarchivarin Dr. Anke Mührenberg, die jetzt das Kreismuseum in Ratzeburg leitet. Ihr Thema war der Neustart der Demokratie nach dem Untergang des Dritten Reichs mit der ersten Kreistagssitzung im Jahr 1946.

Hobbyhistorikerin vom Heimatbund und Geschichtsverein

Jetzt geht die Schwarzenbeker Hobbyhistorikerin und Vorsitzende des Heimatbundes und Geschichtsvereins in der Europastadt mit dem mittlerweile vierten Beitrag der Reihe „on air“.

Gisela Berger folgt mit ihrem Beitrag auf Helmut Knust (Geesthacht), der den Perleberger Vertrag beleuchtete, und Möllns Stadtarchivar Dr. Christoph Lopau, der sich mit der Ehrenbürgerwürde des Schriftstellers George Bernhard Shaws in der Eulenspielgelstadt befasste.

Gisela Berger kam per Zufall zur Geschichtsforschung

Die ehemalige Finanzbeamtin Berger engagiert sich seit vielen Jahren in ihrer Heimatstadt. Zuletzt hat die Pensionärin die Sanierung des Compesteins vor der St. Franziskus-Kirche am alten Markt und das Mahnmal für Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg in Schwarzenbek auf dem neuen Friedhof auf den Weg gebracht.

Die Schwarzenbekerin hat sich allerdings nicht von Berufs wegen mit irgendwelchen historischen Ereignissen, Persönlichkeiten oder Anekdoten herumgeschlagen.

87 Personen zählt die Bezirksgruppe Schwarzenbek

Ihr Weg in den Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg war keineswegs vorgezeichnet. „Kann sein, dass ich nach einem Vortrag für den Bürgerverein mal gefragt worden bin, ob ich Mitglied werden möchte“, sagt Berger: „Ich weiß es aber nicht mehr.“

Tatsache ist: Seit 2003 ist sie nun dabei, als eine von insgesamt 87 Personen, die in der Bezirksgruppe Schwarzenbek organisiert sind. Was sie ganz sicher weiß, ist, dass ihr Interesse für die Geschichte vor der eigenen Haustür im Grunde immer schon da war. Lebhaft erinnert sie sich noch an Herrn Kampe, ihren Grundschullehrer an der alten Marktschule.

Sämtliche Publikationen über die Europastadt gelesen

„Der hat uns Schwarzenbek nähergebracht“, erzählt sie. Außerdem habe sie schon immer gerne gelesen. Beispielsweise das von Eckardt Opitz herausgegebene „Biografische Lexikon Herzogtum Lauenburg“. Darin schmökere sie heute noch gerne. Außerdem habe sie viele der örtlich erschienen Publikationen über Schwarzenbek verschlungen.

Und so ist es zumindest kein Zufall, dass Gisela Berger jetzt im ­Rahmen der von der Stiftung Herzogtum Lauenburg initiierten Audioreihe „Geschichte(n) aus den Lauenburgischen Städten“ über die Stadtwerdung Schwarzenbeks im Jahr 1953 spricht.

Regelmäßig als Rednerin und Stadtführerin im Einsatz

Die Chronik, die zu diesem Ereignis herauskam, hat sie natürlich längst gelesen. Überhaupt ist sie für so einen Vortrag gut aufgestellt. Seit Stadtarchivar Dr. William Boehart im Ruhestand ist, spricht Gisela Berger regelmäßig vor Publikum.

An diese Rolle hat sie sich allerdings gewöhnen müssen. Heute freut sie sich, Kindern die Topo­grafie ihrer Heimat nahezubringen – als Red­nerin und regelmäßig auch als Stadtführerin. Sie freut sich, ­Einheimischen und Ortsfremden von der Geschichte Schwarzenbeks zu erzählen. Dazu bietet sie auch Stadtführungen an – was die Pan­demie aktuell leider beides nicht ­zulässt.

Podcast zur Stadtwerdung Schwarzenbeks am 16. März

Immerhin können sich historisch Interessierte aus der Europastadt auf Dienstag, 16. März, freuen. Dann spricht Gisela Berger in einem etwa 15-minütigen Podcast, der von 11 Uhr an erscheint, in der Audioreihe über die Stadtwerdung Schwarzenbeks und den Besonderheiten ihrer Heimatstadt.

Der Audiobeitrag kann – wie alle weiteren der Reihe „Geschichte(n) aus den Lauenburgischen Städten“ dauerhaft online unter kulturportal-herzogtum.de angeklickt und gehört werden. Zu finden ist er außerdem auf der Plattform https://anchor.fm.

( sh )