Verkehr Landkreis Harburg

Elterntaxis bleiben auch in Neu Wulmstorf ein Problem

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Sabine Lepél
Ein Plakat fordert die Verkehrsteilnehmer - darunter viele Elterntaxis - an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße zur Rücksichtnahme auf. Foto: Lepél

Ein Plakat fordert die Verkehrsteilnehmer - darunter viele Elterntaxis - an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße zur Rücksichtnahme auf. Foto: Lepél

Foto: Sabine Lepél / HA

Gemeinde will Lösung für das morgendliche Verkehrschaos auf der Ernst-Moritz-Arndt-Straße angehen – Appelle seit Jahren erfolglos.

Neu Wulmstorf.  Ab 7.40 Uhr geht es los: Vor Schulbeginn bis kurz nach 8 Uhr herrscht Hochbetrieb auf der engen Ernst-Moritz-Arndt-Straße in Neu Wulmstorf. Schüler und Schülerinnen hasten Richtung Schulen, von denen es hier gleich drei gibt. Gleichzeitig sind viele Autos auf der verkehrsberuhigten Straße unterwegs – etliche gesteuert von Eltern, die ihre Kinder rechtzeitig zur Schule zu bringen wollen. Es kommt zu Staus, Fahrzeuge fahren beim Wenden rückwärts, zirkeln aneinander vorbei, Falschparker behindern den Verkehrsfluss. Dazwischen wuseln die Kinder und Jugendlichen – zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

„Wir sehen schon lange die Gefahr, dass Kinder zu Schaden kommen können“, sagt Jürgen Waszkewitz, Verkehrsexperte der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Deshalb hatte seine Fraktion bereits 2017 einen Antrag zur Entschärfung der Verkehrssituation morgens vor den Schulen an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße gestellt. Der Antrag wurde damals zurückgestellt. Zunächst sollte der Neubau der Grundschule am Moor umgesetzt werden, um Klarheit über die neue Situation zu erhalten. Mittlerweile ist der Bau weit vorangeschritten, und die SPD hat das Thema im Schulausschuss wieder aufs Tapet gehoben. „Wir möchten wissen, wie die An- und Abfahrt nach Fertigstellung der Schule geregelt werden soll, wie der Fußgängerverkehr vom Pkw-Verkehr getrennt werden soll und wo die Elterntaxis halten können“, so Waszkewitz für die SPD-Fraktion.

Bisherige Maßnahmen führten kaum zum Erfolg

Die Ernst-Moritz-Arndt-Straße liegt im Zentrum des Ortskerns, dort befinden sich mehrere Schulen – die Grundschule am Moor, die Oberschule und das Gymnasium – sowie das Jugendzentrum, Schwimmhalle und Sporthallen. Nach der Umwandlung in einen verkehrsberuhigten Bereich und nach der Sperrung der Zufahrt von der Bahnhofstraße, ist die Straße nur noch von der anderen Seite über Liliencronstraße, Ludwig-Uhland-Straße, Theodor-Storm-Straße und Theodor-Fontane-Straße befahrbar. Auch die Verwaltung sieht das Verkehrschaos zu bestimmten Stoßzeiten. Diverse Maßnahmen wie Hol- und Bringzonen, Thematisierung bei den Elternabenden, Aktionswochen mit den Kindern und der Polizei sowie Kontrollen des Ordnungsamtes führten leider nur zu kurzfristigen Entlastungen, heißt es aus dem Rathaus.

Um die Verkehrssituation in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße zu entlasten, seien alle möglichen Ideen zur Umstrukturierung geprüft worden, jedoch ohne die perfekte Lösung zu finden. Lediglich die Versetzung der Poller, die ein Durchfahren der Ernst-Moritz-Arndt-Straße aus Richtung Rathaus verhindern, könnte eine gewisse Entzerrung bringen, so die Verwaltung. Dagegen würde die Entfernung der Poller und die Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung mit Hol- und Bringzonen dazu führen, dass der sensible Bereich vor den Schulen wieder als Durchgangsstraße genutzt wird und somit noch mehr Verkehr entsteht.

Verlegung der Poller um etwa 15 Meter nach hinten?

Eine Verlegung der Poller um etwa 15 Meter nach hinten und die Öffnung des geteilten Parkplatzes am Gymnasium könnten jedoch dazu führen, dass die Parkplätze nur noch über die Bahnhofstraße angefahren werden und dieser Verkehr zu den Stoßzeiten in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße entfalle.

Für diese Variante ist allerdings das Okay des Landkreis Harburg als Träger des Gymnasiums nötig. Ob eine entsprechende Anfrage an den Kreis gestellt wird – darüber muss der Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung entscheiden. Sie findet am kommenden Donnerstag, 22. September, ab 19.30 Uhr im Neu Wulmstorfer Ratsaal statt.„Die Versetzung der Poller könnte eine kleine Entlastung bringen, wird aber nicht das Elterntaxi-Problem lösen“, so Waszkewitz. „Die sind aber das größte Problem.“

Die Idee der Verwaltung sei gut, reiche aber nicht aus. Sein Anliegen und das der SPD-Fraktion wurde nun noch einmal um ein Jahr verschoben – bis die neue Grundschule eröffnet ist und auf die dann tatsächlich vorherrschende Verkehrslage reagiert werden kann.