Bauarbeiten Elbmarsch

Freie Fahrt auf der Elbbrücke in der Elbmarsch

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Dirk Schulz
 Alexander Ahrens, Dirk Möller (beide LBV Niedersachsen), Torsten Conradt (Direktor LBV Schleswig-Holstein), Christoph Köster (LBV SH)

Alexander Ahrens, Dirk Möller (beide LBV Niedersachsen), Torsten Conradt (Direktor LBV Schleswig-Holstein), Christoph Köster (LBV SH)

Foto: Dirk Schulz

Sanierungsarbeiten im Zeitplan beendet. Der Rad- und Fußverkehr wird weiter mit einer Ampelschaltung geregelt

Rönne/Geesthacht.  Überall wuseln am frühen Mittwochnachmittag noch Bauarbeiter auf der Elbbrücke zwischen der Elbmarsch und Geesthacht. Ein paar Männer ziehen mittels einer Schnur gerade Linien, auf denen später provisorische gelbe Fahrbahn-Markierungen geklebt werden. Andere heben mit Hilfe eines Krans Metallplatten auf den unfertigen Gehweg auf der östlichen Brückenseite. Auch der Asphalt riecht noch frisch. Kein Wunder: Er wurde erst am Montag gegossen.

Etappenziel bei dieser aufwendigen Sanierung erreicht

Zwischen den Arbeitern stehen Torsten Conradt, Direktor des Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, und Dirk Möller, sein für den Bereich Lüneburg zuständiger Kollege aus Niedersachsen. Sie haben zum Termin vor Ort geladen und eine frohe Botschaft zu verkünden: Der Zeitplan für die Sanierungsarbeiten notwendige Vollsperrung der Bundesstraße 404 konnte trotz widriger Umstände eingehalten werden. „Ein Etappenziel haben wir bei dieser aufwendigen Sanierung der alten Brücke erreicht“, sagt Conradt.

Schon am Mittwochabend gegen 23 Uhr sollte die wichtige Verbindung zwischen den beiden Bundesländern für den Automobil-Verkehr nach wieder freigegeben werden. Allerdings gilt dies – wie schon seit Ostern – nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Lkw müssen derweil wohl noch bis zum Jahreswechsel weite Umwege in Kauf nehmen.

Zum Jahreswechsel Aufhebung der Gewichtsbeschränkung?

Der Verkehr rollt zunächst mit maximal 30 Stundenkilometern auf zwei Fahrstreifen mit einer Breite von 2,75 Meter. Das ist nötig, weil die Arbeiten am östlichen Gehweg noch bis Oktober laufen.

Im Anschluss geht es auf der westlichen Seite weiter, auf der das Ausmaß der genauen Schäden an den Schrammborden noch nicht feststeht. „Es könnte aber sein, dass die Risse bis zum Jahreswechsel saniert sind und wir dann die Gewichtsbeschränkung aufheben können“, sagt Christoph Köster, der Bereichsleiter Erhaltung beim LBV Schleswig-Holstein. Der Gehweg auf der Westseite soll spätestens im Frühjahr fertig sein.

Viele Pendler aus der Elbmarsch atmen aber bereits jetzt auf. Wie Jens Trapp aus Tespe, der am Mittwoch auf Geesthachter Seite an der Ampel für Radfahrer und Fußgänger wartet. Während der Sperrung ist er von seinem Wohnort bis auf die schleswig-holsteinische Seite mit einem E-Roller gefahren. Diesen packte er schließlich in den Kofferraum des dort abgestellten Autos seiner Frau, mit dem er zur Arbeit nach Braak bei Stapelfeld fuhr. „Das ging ganz gut, weil das Wetter mitgespielt hat. Aber jetzt muss ich los“, ruft Trapp noch schnell dem Reporter zu, als die Ampel auf Grün gesprungen ist.

Behelfsampel auf beiden Seiten des einzigen freien Fußweges bleibt stehen

Die Behelfsampel auf beiden Seiten des einzigen freien Fußweges über die Brücke bleibt vorerst auf Wunsch der Samtgemeinde Elbmarsch und der Stadt Geesthacht stehen. Beide wollen zunächst abwarten, wie sich das Aufkommen von Radfahrern entwickelt. Hintergrund: Auf dem Gehweg ist ein Begegnungsverkehr, etwa von Kinderwagen und Lastenanhängern, nicht möglich.

Derweil mahnt die Geesthachter Verkehrsaufsicht dazu, die vielen kreuz und quer auf der Elbinsel abgestellten Autos und Fahrräder zu entfernen, weil Baufahrzeuge diesen Platz jetzt zum Rangieren benötigen. Das sollte eigentlich bis Mittwochabend geschehen sein.

Das endgültige Ende der Sanierung der Brücke ist indessen für Ende 2024 anvisiert. Allerdings laufen die letzten Arbeiten auf der Brückenunterseite, so dass keine Einschränkungen erforderlich sind. Bislang haben die Arbeiten auf schleswig-holsteinischer Brückenseite etwa 15 Millionen Euro gekostet, zwei Millionen wurden auf niedersächsischer Seite fällig. Diese Kosten trägt jeweils der Bund.

Die Auffahrt in Rönne in Richtung Geesthacht bleibt voraussichtlich noch zwei Wochen gesperrt. Wer über die Elbe nach Schleswig-Holstein will, muss die Auffahrt in Eichholz nutzen. Die Ausfahrt in Rönne ist frei.