Landkreis Harburg

Badeseen im Landkreis Harburg stehen unter Beobachtung

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Lena Thiele
Ein Sommerwochenende am See im Großen Moor in Meckelfeld

Ein Sommerwochenende am See im Großen Moor in Meckelfeld

Foto: tauer / Christiane Tauer

Mitarbeiter des Gesundheitsamts kontrollieren Wasserqualität im Landkreis Harburg. Sie suchen nach Blaualgen und Zerkarien.

Winsen/Seevetal/Buchholz.  Blaualgen im Wasser können giftige Stoffe produzieren, am Laascher See gilt daher seit Donnerstag ein Badeverbot. Dort waren die Cyanobakterien massenhaft aufgetreten. Das Badegewässer im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue ist derzeit das einzige im Land, in dem aufgrund von Verunreinigungen in Wasser nicht gebadet werden darf. Wer es dennoch tut, riskiert Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit.

Das Wasser in den Badeseen im Landkreis Harburg ist dagegen zu Beginn des Sommers sauber und zum Schwimmen geeignet. Das haben die regelmäßigen Kontrollen des Gesundheitsamts ergeben. Die Prüfer spüren Algen, Zerkarien und Müll auf und lassen Wasserproben untersuchen. Die Ergebnisse fließen in den Badegewässer-Atlas für Niedersachsen ein.

Von fünf Gewässer erhalten vier mit drei Sternen die beste Bewertung

Von fünf Gewässer erhalten vier mit drei Sternen die beste Bewertung – „ausgezeichnet“. Lediglich in einem Badesee ist die Wasserqualität „ausreichend“ und erhält nur einen Stern. Dies gilt jedoch, als als ein „mangelhaft“, immer noch als unbedenklich. Der nun gesperrte Laascher See im Landkreise Lüchow-Dannenberg hat allerdings auch eine drei-Sterne-Bewertung, da eine Beeinträchtigung der Wasserqualität an den Badestellen nicht zu erwarten war.

„Erfreulicherweise ist an den untersuchten Gewässern im Moment alles in Ordnung“, sagt Andres Wulfes, Sprecher des Landkreises Harburg. Fünf Seen statten die Kontrolleure jeweils alle 14 Tage einen Besuch ab: dem See im Großen Moor (Maschener See), dem Pulvermühlenteich in Meckelfeld, dem See im Maschener Moor, dem Badeteich Ramelsloh sowie dem Badeteich Holm-Seppensen.

In Ramelsloh gab es vor zwei Jahren eine Warnung vor Zerkarien

Die vier in Seevetal gelegenen Gewässer haben zuletzt mit ihren Werten bestmöglich abgeschnitten. In den vergangenen vier Jahren sind auch dort gelegentlich Blaualgen aufgetreten, insbesondere im See im Maschener Moor. In Ramelsloh gab es zudem vor zwei Jahren eine Warnung vor Zerkarien. Die Seen gelten dennoch als weitgehend sauber.

Im Badeteich Holm-Seppensen, dem kleinsten Badeteich im Landkreis, sind in den vergangenen Jahren mehrfach verschiedene Algenarten aufgetreten, darunter Blaualgen, Makroalgen sowie Phytoplankton. Ein Badeverbot wurde jedoch nicht ausgesprochen. Das sogenannte Verschmutzungspotenzial des Sees, der nur für Campingplatzbesucher zugänglich ist, gilt daher als leicht erhöht.

Außer für die Wasserqualität interessieren sich die Kontrolleure auch für den sichtbaren Zustand des Sees. Sie achten auf sichtbare Algen im Wasser, Müll und andere Verunreinigungen, die sich negativ auf die Wasserqualität auswirken könnten. Stellen sie Beeinträchtigungen fest oder ergeben die Laboruntersuchungen bedenkliche Werte, meldet das Gesundheitsamt dies den jeweils zuständigen Kommunen.

Bei Auffälligkeiten wird engmaschiger kontrolliert

Diese entscheiden über weitere Schritte und können das Gewässer zum Beispiel sperren. Die betroffenen Bereiche sollten dann gemieden werden. „In der Regel werden Schilder aufgestellt und in der Öffentlichkeit informiert“, sagt Wulfes. Dieser Fall trete immer mal wieder auf. Bei Auffälligkeiten wird zudem engmaschiger kontrolliert, die Mitarbeiter des Gesundheitsamts besuchen den See dann bereits nach sieben Tagen erneut.

Blaualgen vermehren sich vor allem, wenn die Temperaturen steigen und das Wasser sich aufwärmt. „Blaualgen können Übelkeit, Erbrechen und Hautrötungen auslösen“, beschreibt Wulfes mögliche Folgen. „Bei Hautkontakt mit Zerkarien kann es zu einem starken Juckreiz kommen. Das ist natürlich unangenehm und lästig.“ Zerkarien sind Wurmlarven, die die sogenannte Badedermatitis verursachen. Sie treten insbesondere auf, wenn es viele Wasservögel in einem Gewässer gibt, da sie über deren Kot ins Wasser gelangen. Aus diesem Grund sollten keine Enten an Badeseen gefüttert werden.

Eine sinnvolle Bekämpfung von Algen oder Zerkarien gebe es nicht, sagt der Landkreissprecher. Die Gewässer erholten sich nach einiger Zeit von selbst. „Das ist ein natürlicher Prozess.“ Dann werde ein Badeverbot wieder aufgehoben. Werden Grenzwerte bei den Untersuchungen überschritten, meldet der Landkreis dies auch an den Badegewässer-Atlas Niedersachsen. Darin sind alle Badeseen im Land mit der entsprechenden EU-Bewertung aufgeführt. Die Datenbank wird laufend aktualisiert, bei Auffälligkeiten werden Warnungen auch dort veröffentlicht.