Lüneburg

Leuphana-Uni will Luca-App und Co. verbessern

| Lesedauer: 2 Minuten
Jan-Eric Lindner
Das Symbol der Luca-App auf einem Smartphone.

Das Symbol der Luca-App auf einem Smartphone.

Foto: Christoph Soeder / dpa

An der Hochschule startet ein neues, fachübergreifendes Projekt zur Kontaktnachverfolgung bei Krankheitswellen.

Lüneburg . Mit der digitalen Kontaktnachverfolgung zur Eindämmung von Infektionskrankheiten – spätestens seit der „Corona Warn-App“ und der „Luca“-App ein bekanntes Thema – beschäftigt sich ein neues Forschungsprojekt der Leuphana Universität Lüneburg.

Dass die Kontaktnachverfolgung einen wirksamen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten kann, haben die Erfahrungen mit Covid-19 gezeigt. Nun geht es darum, bestehende Systeme zu evaluieren und Vorschläge für deren Weiterentwicklung zu erarbeiten. Schneller und reibungsloser Datenaustausch sowie die Bereitschaft der Bevölkerung, digitale Lösungen zu nutzen, stehen deshalb im Zentrum des Vorhabens mit dem Namen „Zukunftsfähige Informationslogistik zur digitalen Kontaktnachverfolgung bei Infektionskrankheiten“ (ZIL-Kontakt).

Sensoren sind für die Erfassung von Daten, Austausch und Transfer notwendig

Das Projekt wird vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Bei der digitalen Nachverfolgung von Kontakten muss eine ganze Informationskette betrachtet werden. Eine besondere Rolle kommt dabei Sensoren zu, die für die Erfassung von Daten, deren Austausch und Transfer notwendig sind.

Projektleiter Prof. Dr. Paul Drews vom Institut für Wirtschaftsinformatik möchte zusammen mit einem interdisziplinären Team die Informationslogistik auf mehreren Ebenen verbessern. In vier Teilprojekten beschäftigen sich die Forscher dafür mit Sensorik, Datenanalyse, Datenaustausch und Technologieakzeptanz. Das erste Teilprojekt, geleitet von Prof. Dr. Jens Heger, Experte für Produktion und Logistik, erarbeitet und evaluiert Sensorlösungen zur Kontakterkennung und -nachverfolgung in Gesundheitseinrichtungen und Produktionsumgebungen.

Auswirkungen auf künftige Pandemien

Der Informatiker Prof. Dr. Burkhardt Funk leitet das zweite Teilprojekt. Es beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Anforderungen, die Sensoren erfüllen müssen, und modelliert die Bewegung von Personen, um die Nachverfolgung bei Veranstaltungen und im Handel zu optimieren. Um die Akzeptanz digitaler Kontaktnachverfolgung von Infektionsketten mittels tragbarer Sensoren in Seniorenpflegeeinrichtungen geht es im dritten Teilprojekt, das der Psychologe Prof. Dr. Dirk Lehr leitet. Das vierte Teilprojekt erhebt, geleitet von Prof. Dr. Paul Drews, die aktuelle Informationsinfrastruktur und zeigt mögliche Verbesserungen auf.

„Mit unseren Forschungsergebnissen wollen wir nicht nur einen Beitrag zur Eindämmung der aktuellen Covid-19 Pandemie leisten, sondern auch für bessere Bedingungen zur Kontaktnachverfolgung bei künftigen Ausbrüchen von Infektionskrankheiten sorgen“, erläutert Professor Drews das Ziel des Vorhabens, dessen Ergebnisse Ende dieses Jahres vorliegen sollen.

Projektpartner sind unter anderem der Landkreis Lüneburg, die DANA Senioreneinrichtung GmbH sowie die web-netz GmbH und die Unternehmen Ramp 106 und Panasonic.