Corona-Pandemie

Landkreis Harburg verdoppelt die Zahl der Impfteams

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Hanna Kastendieck undRolf Zamponi
Im Landkreis Harburg soll die Zahl der Impfteams und damit des Angebots  deutlich erhöht werden.

Im Landkreis Harburg soll die Zahl der Impfteams und damit des Angebots deutlich erhöht werden.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Neue Stützpunkte sollen im Kampf gegen Corona helfen. Landrat kritisiert Entscheidungen von Land und Bund als erschwerend

Hittfeld. Der Landkreis Harburg weitet seinen Kampf gegen das Corona-Virus aus. Die Zahl der mobilen Impfteams soll von vier auf sieben aufgestockt werden. Zudem wird zu dem bereits in Buchholz eingerichteten Impfstützpunkt ein weiterer in Winsen hinzukommen. Das sagte Landrat Rainer Rempe am Mittwoch bei der Konstituierenden Sitzung des neuen Kreistages.

Rempe kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Finanzierung der neuen Impfteams bislang nur bis zum 31. März 2022 gesichert ist. Damit sei es schwer, Personal zu finden. Es müssten mindestens Halbjahresverträge abgeschlossen werden. Grundsätzlich hätten schon zuvor Entscheidungen des Landes und des Bundes zum Thema Corona dem Kreis „das Leben nicht gerade leicht gemacht.“ Als Beispiel nannte er die Schließung der Impfzentren, die gegen den Rat der Gemeinden und Kreise durchgesetzt worden sei. Jetzt solle aber mit den mobilen Teams und den Impfstützpunkten weiter gearbeitet werden.

Im Landkreis Harburg nimmt Zahl der Corona-Infizierten zu

Auch im Landkreis Harburg nimmt die Zahl der Corona-Infizierten weiter zu. Die Inzidenz lag am Dienstag bei 138,7. Elf Personen liegen im Krankenhaus, drei von ihnen auf einer Intensivstation. Zwei Menschen werden beatmet. Das Infektionsgeschehen sei „diffus.“ 26 Klassen und zwei komplette Jahrgänge seien derzeit in Quarantäne und ein Pflegeheim solle überdies nun unter Quarantäne gestellt werden, wie der Landrat sagte.

Allein in der vergangenen Woche konnten das Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und die Johanniter-Unfallhilfe 2293 mal Menschen impfen. Darunter waren 1638 Booster-Impfungen und 655 Erst-Impfungen. Der Landkreis Harburg kann sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie nun erneut auf die Bundeswehr verlassen. Vier Angehörige der 4. Kompanie des Aufklärungslehrbataillons 3 aus Lüneburg unterstützen die Stabsstelle Pandemie der Kreisverwaltung wieder bei der Kontaktermittlung und –nachverfolgung und helfen so, Infektionsketten zu durchbrechen.

Politiker kritisieren unklare Corona-Regeln für Kreistagssitzung

Schon zu Beginn der Sitzung hatte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ruth Alpers, die Einladung für das Gremium kritisiert. Sie verwies darauf, dass nicht festgelegt worden sei, nach welchen Corona-Regeln die Zusammenkunft stattfinden sollte. Die Kritik sei nachvollziehbar, räumte Landrat Rempe ein. Die Rechtslage sei aber unsicher und es sei damit fraglich, ob Entscheidungen in einem anderen Rahmen, einer rechtlichen Prüfung standhalten würden. Falls sie angefochten würden, könnten bis zu einer Entscheidung Monate oder gar Jahre vergehen. Während dieser Zeit wären Beschlüsse schwebend unwirksam. Deshalb habe sich die Kreisverwaltung gerade bei einer konstituierenden Sitzung für die übliche Form entschieden. Im großen Saal der Burg Seevetal mussten die Kreistagsmitglieder solange Masken tragen, bis sie ihren Sitzplatz eingenommen hatten.

In der Sitzung wurden sowohl der Kreistagsvorsitzende und seine Stellvertreter als auch die neuen stellvertretenden Landräte gewählt. Die Entscheidungen fielen allesamt einstimmig. Alter und neuer Kreistagsvorsitzender ist Rudolf Meyer (CDU). Erster Stellvertreter wurde Udo Heitmann (SPD) und zweite Stellvertreterin Elisabeth Meinhold-Engbers (Grüne). Die drei stellvertretenden Landräte sind Christa Beyer (SPD), Anette Randt (CDU) und Nadja Weippert (Grüne). Der neue Kreistag hat jetzt 65 Mitglieder, zwei mehr als zuvor. Hintergrund ist, dass die Bevölkerungszahl im Landkreis seit 2016 weiter angestiegen ist. Derzeit wohnen 254.000 Menschen im Kreis.

Neuer Kreistag in Harburg ist größer und weiblicher

31 der Politiker sind neu im Kreistag, also knapp die Hälfte. Von den 65 Sitzen haben die CDU 21, die SPD 15 und die Grünen 13. FDP und Freie Wähler kommen auf je fünf Sitze, die AFP hat drei und Linke und Basis je einen. Hinzu kommt Landrat Rainer Rempe. Als Gruppen haben sich CDU und FDP sowie die Freien Wähler und die Basis zusammengeschlossen. Für die Grünen bleibt es bei der Gruppe mit den Linken.

Die Zahl der Frauen im dem obersten politischen Gremium ist von vorher 17 auf jetzt 22 gestiegen. „Da bleibt noch Luft nach oben“, glaubt auch der Landrat. Das älteste Mitglied und damit zu Beginn als Alterspräsident Leiter der Sitzung ist Arno Reglitzky (FDP) mit 85 Jahren. Der Jüngste ist Malte Jörn Krafft (Grüne) mit 29.