Golf

Bei Hamburg entsteht ein neues Viersternehotel für Golfer

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Rolf Zamponi
So sieht es im Winsener Ortsteil Luhdorf heute aus. Das Clubhaus-Restaurant liegt mit seiner Terrasse direkt an einem Teich.

So sieht es im Winsener Ortsteil Luhdorf heute aus. Das Clubhaus-Restaurant liegt mit seiner Terrasse direkt an einem Teich.

Foto: Stefan von Stengel / Green Eagle

Auf der Anlage Green Eagle soll schon bald gebaut werden. Zu den Porsche European Open werden 40.000 Zuschauer erwartet.

Winsen.  Die Golfanlage Green Eagle am Stadtrand von Winsen wird ausgebaut. Zusätzlich zu den beiden Kursen mit jeweils 18 Löchern, dem Clubhaus und dem Restaurant soll ein Hotel errichtet werden.

„Wir werden künftig bis zu 62 Doppelzimmer anbieten können“, sagte Geschäftsführer Michael Blesch im Gespräch mit dem Abendblatt. Baubeginn soll nach dem Profiturnier Porsche European Open sein, das für den 2. bis 5. Juni im kommenden Jahr terminiert ist. Das Investitionsvolumen dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Golf: Stadt hat Plänen für das Viersternehotel zugestimmt

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Winsen hat dem Projekt bereits zugestimmt. Seit dem 4. November liegen die Pläne aus. Noch bis zum 6. Dezember können sich Bürger und die Träger öffentlicher Belange äußern. Ziel der Verwaltung ist es, das Thema in der Ratssitzung vor Ostern zu behandeln. Die Politik soll dann den Satzungsbeschluss fassen. „Danach kann der Bau beginnen“, sagt Stephan Niesmann, der stellvertretende Geschäftsbereichsleiter Stadtplanung und Bauordnung im Rathaus.

Blesch und sein Partner Ralf Lühmann, der für den kaufmännischen Bereich der Golfanlage verantwortlich zeichnet, haben sich für eine Modulbauweise entschieden. Sie wollen zunächst mit zehn bis 30 Zimmern beginnen. Nach und nach soll ausgeweitet werden, so dass jeweils zu den Turnieren der aktuelle Abschnitt fertig ist und die Anlage nicht wie eine Baustelle wirkt.

Golfsportler wünschen sich, direkt an der Anlage zu wohnen

Die Nachfrage soll in erster Linie von Golfsportlern kommen, deren Zahl zuletzt bundes- und weltweit weiter gestiegen ist. „Viele von ihnen wünschen sich, direkt vor Ort zu wohnen und nicht auf weiter entfernte Hotels im Landkreis oder in der Region ausweichen zu müssen“, sagt Blesch.

Der gelernte Golflehrer, der in St. Dionys bei Lüneburg aufgewachsen und beim dortigen Club seine Ausbildung absolviert hat, sieht Green Eagle unter den 20 Top-Plätzen weltweit. Vor allem nachdem der Hauptsponsor Porsche den Nordkurs 2017 für die Porsche European Open ausgewählt hat, ist das internationale Interesse deutlich gewachsen.

Vor allem für anreisende Golfsportler ist das Hotel gedacht. Von den Besuchen dürften nicht nur der Golfplatz und das Hotel, sondern auch viele Geschäfte im Landkreis finanziell profitieren.

Zweites Restaurant geplant, das ganzjährig geöffnet sein wird

Vorgesehen ist ein Vier-Sterne-Standard mit 40 Quadratmetern großen Zimmern und einer Sauna. Die Module werden an das Restaurant angebaut. Neben den Sportlern sollen in den neuen Räumen künftig auch Konferenzen ihren Platz finden. Zudem ist ein zweites Restaurant geplant, das künftig ganzjährig geöffnet sein wird. Auf Green Eagle kann das Angebot dann auf Firmen- und private Feste wie etwa Geburtstagsfeiern ausgeweitet werden. Derzeit arbeiten in der Hochsaison rund 40 Beschäftigte auf der Anlage. In der Nebensaison sind es etwa halb so viele.

Die von Landwirten gepachtete Fläche von 186 Hektar haben sich die beiden Partner in der Gesellschaft bürgerlichen Rechts langfristig gesichert. Alle zehn Jahre werden die Verträge wieder für 30 Jahre fortgeschrieben.

Ab 1999 wurde in Luhdorf gebaut, seit 2006 steht das Clubhaus

Nach dem Ende seiner Golf-Profikarriere hatte Blesch mit seinem Freund Lühmann mit den Planungen für den Platz begonnen. Green Eagle Golf Courses gründeten sie 1997, gebaut wurde in Luhdorf ab 1999. „Zuerst hatten wir dort einen Container, später ein Zelt und schließlich seit 2006 das Clubhaus“, erzählt der 50-Jährige. Die Idee wurde zum Erfolg. „Wir haben über die Jahre stets schwarze Zahlen geschrieben.“

Im Anschluss an die Porsche European Open soll nun nach dem Nord- und dem Südkurs ein Westkurs entstehen. Dort planen Blesch und Lühmann zudem ein Refugium für Biber. Dazu soll das Wasser aus einer Quelle über eine Fläche hinweg fließen und so ideale Bedingungen für die Tiere bieten. Hühner und Schafe laufen ohnehin auf der Anlage.

Porsche European Open vom 2. bis 5. Juni 2022

Vor dem Baubeginn aber kommt nun erst einmal das internationale Turnier. In diesem Jahr waren die Porsche European Open in Winsen das erste, das nach dem Ausfall 2020 wieder ausgetragen werden durfte. Ganze 2000 Zuschauer waren zugelassen. Das Preisgeld lag bei 1,2 Millionen Euro nach zwei Millionen Euro 2019.

Seit einer Woche steht nun der Termin für 2022 fest von Donnerstag, 2. Juni, bis zum Sonntag, 5. Juni. 156 Profis werden viermal 18 Löcher spielen. „Wir erwarten über die vier Tage 40.000 Zuschauer“, sagt Blesch. Neben dem Sport soll aber auch Nichtgolfern und vor allem Kindern etwas geboten werden. Näheres jedoch will der Green-Eagle-Chef derzeit noch nicht verraten.