Corona

Wo man sich jetzt in Harburg wieder impfen lassen kann

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Eine Ärztin impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.

Eine Ärztin impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Unter anderem am verkaufsoffenen Sonntag stehen zahlreiche Teams in der Region bereit. Diskussion um Booster-Spritzen.

Winsen/Hannover.  Gemütlich durch die Geschäfte und die Innenstadt bummeln, sich über die neuesten Modetrends informieren oder schon einmal Geschenke für Weihnachten suchen – und dann ebenso einfach und unkompliziert eine Impfung gegen das Corona-Virus erhalten. Diese Möglichkeit gibt es bei Impfaktionen ohne Terminvereinbarung am verkaufsoffenen Sonntag, 7. November, in Buchholz und in Winsen. Doch auch an anderen Orten setzt der Landkreis mit den Mobilen Teams der Johanniter und des DRK die Impfkampagne gegen die Pandemie fort und bietet unkompliziert die Impfung gegen das Corona-Virus.

Bei den öffentlichen Terminen können alle Personen ab 12 Jahren spontan und ohne Termin die Erst- oder Zweitimpfung erhalten. Bei den Aktionen wird der Impfstoff von BionTech/Pfizer angeboten, aber auch das Vakzin von Johnson & Johnson für Erwachsene, bei dem eine Impfung für den vollständigen Impfschutz ausreicht. Auch eine Drittimpfung, die das Robert-Koch-Institut beispielsweise für Menschen über 70 Jahren und Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich empfiehlt, ist bei den Terminen möglich. Sie wird mit dem Impfstoff von BionTech frühestens sechs Monate nach der Zweitimpfung vorgenommen.

Den Pieks gegen Corona gibt es bereits am Donnerstag, 4. November, im Rahmen des Jesteburger Lichtermeers. Dann ist das Team von 17 bis 20 Uhr Zum Spritzenhaus 21 vor Ort. Bereits einen Tag später, am 5. November, von 15 bis 18 Uhr gibt es die Impfmöglichkeit in Salzhausen, Altes Feuerwehrhaus. Bei den verkaufsoffenen Sonntagen stehen die Impfteams am 7. November von 11 bis 17 Uhr in Buchholz (KVHS, Kabenhof, Lindenstraße 10) sowie von 12 bis 17 Uhr in Winsen (Rathaus) bereit. Auch in Harburg wird am kommenden Wochenende wieder geimpft, Sonnabend wie Sonntag im Phoenix Center.

Corona im Kreis Harburg: Impfungen auch im Wildpark

Weitere Impfaktionen finden statt am 10. November von 17.30 bis 21 Uhr beim Schützen- und Sportverein Ashausen, am 12. und 19. November von 15 bis 18 Uhr im Alten Feuerwehrhaus Salzhausen, am 14. November von 9 bis 17 Uhr im Wildpark Schwarze Berge in Rosengarten, am 17. November von 14 bis 19 Uhr bei der VHS Buchholz (Kabenhof) sowie am 19. November von 15 bis 17 Uhr in Dibbersen im Feuerwehrhaus, Milchweg 2, von 11 bis 16 Uhr.

Zum Impftermin mitgebracht werden muss der Kinder- oder Personalausweis und soweit vorhanden der Impfpass und gegebenenfalls eine Genesenenbescheinigung. Der Anamnesebogen beziehungsweise eine Einwilligungserklärung kann unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-COVID-19/Einwilligung-de.pdf?__blob=publicationFile heruntergeladen werden. Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren müssen die schriftliche Einwilligung eines Erziehungsberechtigten mitbringen.

Rund 160.000 Menschen in Niedersachsen haben bislang eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Bundesweit sind es demnach etwas mehr als zwei Millionen. In der vergangenen Woche waren es im Bundesland rund 50.000 Menschen, wie Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, mitteilte.

Hoher Beratungsbedarf in den Praxen

Seit Ende August haben 111.000 Menschen in niedersächsischen Arztpraxen eine Corona-Auffrischungsimpfung erhalten. Unter ihnen seien 83.000 über 60-Jährige, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit. Der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch rief dazu auf, sich erst mit dem Wunsch nach einem Impftermin an die Arztpraxen zu wenden, wenn man tatsächlich an der Reihe sei. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Auffrischungsimpfung etwa allen über 70-Jährigen und Vorerkrankten – allerdings frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfung. Ein zeitlicher Verzug sei unkritisch, sagte Barjenbruch. Der Impfschutz verfalle nicht plötzlich.

Die niedersächsischen Hausärzte hatten am Montag kritisiert, dass zwischen Bestellung und Lieferung der Corona-Impfstoffe 14 Tage liegen. Wenn die Nachfrage wegen der Booster-Impfungen steige, führe dies teilweise zu sehr hohem Beratungsbedarf in den Praxen. Scholz stimmte der Kritik zu, verwies dabei auf eine Regelung des Bundes.

Nach Berechnungen der KVN haben aktuell insgesamt 113.000 Bürgerinnen und Bürger landesweit Anspruch auf eine Drittimpfung. Weitere 129.000 kommen demnach im November hinzu. Die Kassenärzte kritisierten zudem Forderungen nach Wiederöffnung der Impfzentren sowie Politiker-Äußerungen, dass die dritte Corona-Spritze grundsätzlich für jeden möglich sei. „Damit werden Erwartungen geschürt, die so nicht umgesetzt werden können“, sagte Barjenbruch.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Dirk Toepffer, sagte: „Wir wollen, dass alle Menschen in Niedersachsen, deren Impfung mindestens sechs Monate her ist, die Booster-Impfung bekommen, wenn sie es möchten. Es ist genug Impfstoff vorhanden.“ Es sei Zeit zu handeln.

Die Corona-Lage in Niedersachsen hat sich gestern im Vergleich zum Vortag leicht verschlechtert. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz lag nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei vier Neuaufnahmen von Covid-19-Kranken in Kliniken pro 100.000 Einwohner während der vergangenen sieben Tage. Am Dienstag und Montag lag dieser Wert noch bei 3,9. Die Behörden zählten sieben neue Covid-19-Todesfälle, die Gesamtzahl stieg auf 6096. Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner stieg nach Angaben des RKI leicht von 77,9 am Dienstag auf nun 80,8. Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser waren am Mittwoch 5,3 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-19-Patienten belegt – ein Tag zuvor waren es noch 5 Prozent.

Bund-Länder-Treffen zur Corona-Situation?

Forderungen nach einem neuen Bund-Länder-Treffen zur Corona-Situation steht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) skeptisch gegenüber. „Über das weitere Vorgehen in Sachen Corona haben wir zuletzt vor zehn Tagen gesprochen. Wesentliche neue Erkenntnisse gibt es seitdem nicht und die nächste Gesundheitsministerkonferenz steht bevor“, sagte Weil. Selbstverständlich verweigere er sich keinem inhaltlichen Austausch, „aber es sollte dann auch Ergebnisse geben“.

In Buchholz bietet das Impfteam der Johanniter vom 8. November bis zum 27. Dezember immer montags Spontanimpfungen ohne Termin für Personen ab zwölf Jahren an. Geimpft wird im Testzentrum der Johanniter (Buchholzer Höfe, Breite Straße 11a) von 15 bis 19 Uhr. Auch Boosterimpfungen sind möglich.