Corona-Hilfen

Geldsegen für Buchholz und Lüneburg: Das planen die Städte

| Lesedauer: 4 Minuten
Lüneburg erhält 1,8 Millionen Euro aus dem Landesprogramm "Perspektive Innenstadt". Ein Projekt, das die Hansestadt Lüneburg mit Hilfe der Fördermittel finanzieren will, ist die Umgestaltung des Glockenhofes. Hier soll ein grüner, barrierefreier Aufenthaltsort für Erholungs- und Kultursuchende entstehen.

Lüneburg erhält 1,8 Millionen Euro aus dem Landesprogramm "Perspektive Innenstadt". Ein Projekt, das die Hansestadt Lüneburg mit Hilfe der Fördermittel finanzieren will, ist die Umgestaltung des Glockenhofes. Hier soll ein grüner, barrierefreier Aufenthaltsort für Erholungs- und Kultursuchende entstehen.

Foto: Hansestadt Lüneburg

Buchholz will Cooling-Zones bauen und die BuchholzCard einführen. Lüneburg fördert Pop-up-Store und will den Glockenhof umgestalten.

Buchholz/Lüneburg. Die Entscheidung ist gefallen: Buchholz und Lüneburg sind Teil des Sofortprogramms „Perspektive Innenstadt!“. Für die Nordheidestadt hat das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Regionalangelegenheiten und Regionale Entwicklung aus dem rund 120 Millionen Euro schweren Fördertopf ein Budget in Höhe von 1.090.000 Euro reserviert.

„Die potenzielle Förderung fällt weitaus höher aus, als ich erwartet habe“, sagt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse. „Jetzt zeigt sich, wie richtig es war, dass wir kurzfristig entschieden haben, uns zu bewerben.“ Mit der Zusage habe die Stadt jetzt die Chance Dinge umzusetzen, die ohne das Programm nur ein schöner Traum geblieben wären. „Wir können neue Impulse setzen, um die Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Innenstadt deutlich zu steigern.“

Soforthilfe des Landes soll die Folgen der Pandemie für die Innenstädte abschwächen

Das Sofortprogramm hatte das Land aufgestellt, um die Städte und Gemeinden bei der Bewältigung der Pandemiefolgen in den Innenstädten zu unterstützen. Nach Aufnahme in das Programm erhalten sie ein nach Einwohnerzahl gestaffeltes Budget zwischen 320.000 Euro und 1,5 Millionen Euro. Die Projekte müssen bis März 2023 abgeschlossen sein. Es geht darum, Kommunen für die Zukunft zu ertüchtigen – über neue Geschäftsmodelle und neue Nutzungen in der Innenstadt, Projekte für eine bessere Aufenthaltsqualität, Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen oder nachhaltige Verkehrskonzepte.

Welche Maßnahmen in Buchholz angeschoben sollen, wird aktuell im Rathaus konkretisiert, ausformuliert und in Anträge gegossen. Das Ziel des Stadtoberhaupts: Mit guten Konzepten punkten, um möglichst jeden Cent aus dem Topf auszuschöpfen. „Stadtmarketing und Stadtverwaltung arbeiten eng zusammen“, betont Röhse, „wir wollen die besten Ideen umsetzen.“

Etwa die Unterstützung eines Projekts zur Stärkung des lokalen Handels: Der Verein Buchholz Marketing arbeitet bereits an der Einführung der BuchholzCard. Mit der Gutscheinkarte kann künftig in vielen Geschäften eingekauft werden. Weitere Projekte sind die Entwicklung eines Nutzungskonzepts für die Fläche „City Center II“ an der Schützenstraße und die Unterstützung bei der Organisation von Märkten und Events, insbesondere in der Advents- und Weihnachtszeit.

Buchholz will das Geld auch mit Blick auf die Klimakrise investieren

Eine weitere Maßnahme ist die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Umgestaltung der Innenstadt gerade auch mit Blick auf klimatische Aspekte. So könnte mit sogenannten Cooling-Zones durch den Einsatz von Wasserfontänen und Sprühnebeldüsen auch bei großer Hitze für Kühlung gesorgt werden. Auch die Erneuerung der zentralen Grünfläche Rathauspark sowie die bessere Erreichbarkeit der Innenstadt für den Radverkehr gehören zum städtischen Maßnahmenkatalog.

Unterm Strich summieren sich die Maßnahmen für den 18 Monate umfassenden Programmzeitraum auf mindestens 1,2 Millionen Euro. Auch wenn das Paket bezuschusst wird – die Stadt muss mindestens zehn Prozent selbst aufbringen. Röhse: „Mit dem Programm können für die Innenstadt und die Buchholzerinnen und Buchholzer richtig etwas in Bewegung setzen.“

Zwölf Projekte zur kurzfristigen Entwicklung der Innenstadt will Lüneburg mit Hilfe von Geld aus dem Sofortprogramm umsetzen. Nach erfolgreicher Bewerbung erhält die Hansestadt 1,8 Millionen Euro – 300.000 Euro mehr als ursprünglich gedacht. „Wir freuen uns über die Zusage“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. „Unser Ziel ist es, die Lüneburger Innenstadt noch attraktiver zu gestalten und Schritt für Schritt den Wandel zum Erlebnisort zu gehen.“

Lüneburg will unter anderem den Glockenhof mit mehr Grün umgestalten

Der erste Antrag gilt der Anmietung von leerstehenden Geschäftsräumen für Pop-up-Stores. Den Wettbewerb um eine Ladenfläche, für die die Stadt ein Jahr die Miete zahlt, hatten Petra Jacob und Joachim Herfort mit ihrem Laden „Fräulein Paulas Hund“ für sich entschieden. Die Stadt plant weitere Wettbewerbe für Pop-up-Stores.

Aus dem Landesprogramm sollen zudem andere Projekte gefördert werden. Dazu zählen die Umgestaltung des Glockenhofes zu einem grünen, barrierefreien Aufenthaltsort und die Umgestaltung des Clamart-Parks für eine Aufenthaltsverbesserung und bioklimatische Aufwertung. Zudem sollen in der Innenstadt mehr öffentliche Toiletten und ein digitales Wege- und Beschilderungssystem eingerichtet werden.

( hk/let )