Neuer Treffpunkt

Was sich Buxtehude von Mallorca abgeschaut hat

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Axel Tiedemann
So soll der zentrale Platz in der Buxtehuder von nächstem Frühjahr an aussehen: Geplant sind mehrere Glaspavillons für die Gastronomie

So soll der zentrale Platz in der Buxtehuder von nächstem Frühjahr an aussehen: Geplant sind mehrere Glaspavillons für die Gastronomie

Foto: Altstadtverein / AT

Die Stadt will den Petri-Platz als neuen Magneten für Bürger und Besucher beleben. Wie das gelingen soll.

Buxtehude. An den Wochenmarkttagen Mittwoch und Sonnabend ist dort vormittags zwischen den Ständen kaum ein Durchkommen. Doch zu anderen Zeiten lag der Petri-Platz in der Buxtehuder Altstadt bisher etwas abgelegen und fiel eher als Parkplatz auf. Das hat sich mit der Wiederöffnung des deutlich vergrößerten Regionalmuseums dort samt neuem Café in diesem Sommer schon etwas geändert und auch der Altstadtverein hat jetzt für eine zusätzliche Belebung des Areals vor der Petri-Kirche die Initiative ergriffen.

Zwar plant die Stadt eine Umgestaltung mit neuem Pflaster und Bänken, die Umsetzung dürfte aber noch ein paar Jahre dauern. „Wir wollten daher jetzt schon etwas unternehmen“, sagt Vorstandsmitglied Robert Kamprad. „Die Belebung des Petri-Platzes ist eine Herzensangelegenheit des Altstadtvereins“, so Kamprad.

Der Verein hat dazu ein Konzept bereits für dieses und nächstes Jahr aufgestellt, dessen Umsetzung rund 70.000 Euro kosten werde. „Wir haben dazu verschiedene Fördertöpfe angezapft“, so Kamprad. Auch das Stadtmarketing und viele Firmen hätten sich beteiligt. Ziel sei die Stärkung der Innenstadt durch eine Magnetwirkung und ein kostenfreies Kulturleben dort für Buxtehuder und Besucher der Stadt.

Lange Lieferzeiten verzögern die Umsetzung

Wegen der derzeit überall beklagten langen Lieferzeiten aufgrund der Corona-Pandemie sind die Maßnahmen des Vereins allerdings erst seit Kurzem zu sehen. Auffällig ist dort nun eine Art „Fahnendach“, das mit lauten kleinen flatternden weißen Fähnchen über den Platz gespannt ist und so einen eigenen Raum bildet – eine Idee, die sich der Verein von Plätzen auf Mallorca abgeschaut hat, wie Kamprad sagt. Immerhin zwei Kilometer beträgt dabei die Gesamtlänge der Trägerseile, die immer einmal wieder nachgespannt werden müssen.

Jeden Donnerstag Livemusik und Straßenkunst

Unter diesem weißen Dach veranstaltet der Verein in diesem Herbst bis Ende Oktober ein kostenloses Straßenkunst- und Livemusik-Programm. Jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr ist damit der Platz und schon jetzt zu einem neuen Treffpunkt geworden. Die Ideen des Altstadtvereins reichen aber noch weiter: Geplant sind insgesamt fünf Glas-Pavillons auf bewegbaren Fundamenten, die rund um das freie Areal dort aufgebaut werden sollen. Sie werden dann von den umliegenden Bars und Restaurants betrieben und dienen bei schlechtem Wetter als Schutz, aber gleichzeitig auch als optische Aufwertung des Platzes. Der ursprünglich für dieses Jahr schon geplante Aufbau musste ebenfalls wegen langer Lieferzeiten verschoben werden. Der Altstadtverein rechnet nun mit einem Aufbau im März des nächsten Jahres.

Diskussion um Standort für das Street-Piano

Ebenfalls im Frühjahr des nächsten Jahres könnte zudem eine weitere Idee für den Platz umgesetzt werden. So hat jetzt am Donnerstag der Kulturausschuss des Stadtrates die Aufstellung eines „Street-Pianos“ beschlossen. Solche öffentlichen Klaviere gibt es vielfach in größeren Metropolen, in München etwa, in London oder seit einiger Zeit auch am Hamburger Flughafen. Die Idee dabei: Jemand, der sich berufen fühlt, kann in die Tasten greifen und selbst „Straßenmusik“ machen. Das Instrument dazu hat die Stadt bereits gekauft, ein gebrauchtes Yamaha 108 für 1500 Euro.

„Das klingt dann wie im Wilden Westen“

Ungeklärt war bisher nur die Frage, wo es genau stehen könnte, wie es gesichert wird und wie man es im Winter vor der kalten Witterung schützen kann. Die Verwaltung hatte dazu verschiedene Varianten kalkuliert und vorgestellt. Zu entscheiden war, ob es je nach Bedarf und Veranstaltung an verschiedenen Orten Buxtehude aufgestellt werden soll ¬ – oder ob es einen festen Platz auf dem Petri-Platz bekommt. Die Verwaltung favorisierte dabei das Bedarfsmodell, in der Politik gab es jetzt aber die Mehrheitsmeinung, dass es bis auf Ausnahmen einen festen Stammplatz geben müsse. Eben auf dem Petri-Platz. Wenn man ein solches Klavier nur bei besonderen Anlässen heraushole, widerspreche das dem Prinzip eines Street-Pianos, das ständig verfügbar sein müsste, argumentierte auch der Buxtehuder Musiker und Musikalienhändler Peter Schmidt, der die Stadt bei der Anschaffung beraten hatte. Zudem seien häufige Transporte nicht gut für das Instrument. „Das kling dann ganz schnell wie im Wilden Westen“, so der Musiker