Seevetal

Im Kampf ums Seevetaler Rathaus hat CDU-Kandidatin Nase vorn

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Katy Krause
Die neue und alte Bürgermeisterin, Emily Weede (l) und Martina Oertzen

Die neue und alte Bürgermeisterin, Emily Weede (l) und Martina Oertzen

Foto: Andre Lenthe Fotografie

In keiner anderen Gemeinde waren so viele Kandidaten ins Rennen ums Bürgermeisteramt gegangen. Emily Weede setzte sich nun durch.

Seevetal. Der Wahlsonntag war für Emily Weede ein Hoch und Tief zugleich. Als Christdemokratin litt sie mit ihrer Partei und den historisch schlechten Ergebnissen bei der Bundestagswahl. Gleichzeitig konnte sich die 58-Jährige darüber freuen, ihrer Favoritenrolle gerecht geworden zu sein. Sie ist die neue Bürgermeisterin in Seevetal.

Um 20.57 Uhr stand das Ergebnis fest. Auf Emily Weede fielen 56,97 Prozent der Stimmen. Ihr Mitbewerber um das Amt des Bürgermeisters Manfred Eertmoed (SPD) - der übrigens am Wahlabend nicht im Veranstaltungszentrum Burg Seevetal gesichtet wurde - konnte damit also passable 43 Prozent für sich verbuchen. Die Beteiligung an der Bürgermeisterwahl lag bei 64,88 Prozent.

Weede für ihre Arbeit im Verein der Wassermühle Karoxbostel bekannt

Emily Weede (CDU) ist mit 18 in die CDU eingetreten. Sie war mehr als 20 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv. Allerdings war sie seit 2001 nicht wieder angetreten. In der Region ist sie vor allem durch ihren Einsatz für die Wassermühle Karoxbostel bekannt. Als erste Vorsitzende des Mühlenvereins sorgte die 58-Jährige dafür, dass das Denkmal-Ensemble seit 2012 wieder aufgebaut und wiederbelebt wurde. Sie betreibt heute den ehemaligen Hof ihrer Eltern in Karoxbostel als Biohof. „Ich kann Themen voranbringen, bin pragmatisch und polarisiere nicht“, sagte die 59-Jährige im Vorwege dem Abendblatt.

Als künftige Bürgermeisterin will sie Seevetal beim Wohnen und im Klimaschutz zukunftsfähig machen. „Wichtig ist dabei, die Identität der Gemeinde und seiner 19 einzelnen Ortschaften zu erhalten. Wir dürfen nicht zu einer gesichtslosen Vorstadt werden,“ sagte Weede. Dazu gehöre, zu erkennen, was diese Identität stifte – etwa die Bausubstanz in den Orten oder ihre Vereine. Mit den Bürgern soll eng zusammengearbeitet werden. „Ich habe im Wahlkampf meine private Telefonnummer auf die Flyer drucken lassen. Jeder Bürger soll den Bürgermeister anrufen können.“

Hier geht es zum Ergebnis der Bundestagswahl im Landkreis

Eertmoed ist Bildungsreferent, der für die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Niedersachsen Seminare organisiert und Menschen schult, die sich für Kommunal- und Haushaltsrecht interessieren. Er hatte sich aus einer Vielzahl an Bewerbern um das Amt durchsetzen können und war mit 20 Prozent der abgegebenen Stimmen am 12. September in die Stichwahl eingezogen. Wie berichtet, waren sieben Bewerber hier in der Gemeinde angetreten, so viel wie sonst nur noch in der Hansestadt Lüneburg, wo es immerhin um den Posten eines Oberbürgermeisters geht.