Kurs Bundestagswahl

Das sind die Direktkandidaten im Landkreis Harburg

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Rolf Zamponi
Michael Grosse-Brömer (hier in der Mitte neben CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet) hatte zuletzt das Direktmandat im Landkreis Harburg gewonnen.

Michael Grosse-Brömer (hier in der Mitte neben CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet) hatte zuletzt das Direktmandat im Landkreis Harburg gewonnen.

Foto: Philipp Schulze / picture alliance/dpa

21 Parteien treten am 26. September hier zur Bundestagswahl an. Zehn Direktkandidaten wollen den Wahlkreis erobern. Wer sie sind.

Kreis Harburg. Die Bundestagswahl dürfte am kommenden Sonntag so spannend werden wie lange nicht. Zentrale Frage: Welche Partei wird den neuen Kanzler stellen? Die Grünen mit Annalena Baerbock, die CDU mit Armin Laschet oder die SPD, für die Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Olaf Scholz antritt. Im Landkreis Harburg kämpfen 21 Parteien um Stimmen. Sie stellen zehn Direktkandidaten, die den Wahlkreis 36 für sich erobern wollen. Als Favoriten dafür gelten Michael Grosse-Brömer (CDU) und Svenja Stadler (SPD), die beide schon jetzt im Bundestag sitzen.

Stadler ist ausgebildete Werbekauffrau mit Schwerpunkt PR, war von 2000 bis 2013 als PR-Beraterin und Teamleiterin in Hamburg tätig und sitzt seit dem 22. Oktober 2013 im Bundestag. Damals kandidierte sie im Wahlkreis Harburg für das Direktmandat und zog dann über die Landesliste ins Parlament ein.

Missgeschick: 200.000 Stimmzettel mussten vernichtet werden

Grosse-Brömer kam 2002 und 2005 über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag. Bei den Wahlen 2009, 2013 und 2017 gewann er das Direktmandat im Landkreis Harburg jeweils deutlich vor der SPD. Der Rechtsanwalt ist seit dem 22. Mai 2012 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Der Name des CDU-Politikers war im Kreis durch ein Missgeschick auf 200.000 Stimmzetteln zu groß gedruckt worden, wie das Hamburger Abendblatt berichtete. Auslöser war das Nacharbeiten einer Software. Die Zettel wurden vernichtet.

Wahlberechtigt für die Bundestagswahl am 26. September sind im Landkreis 201.600 Frauen und Männer. Teilnehmen darf, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, am Wahltag mindestens 18 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten seinen Wohnsitz im Gebiet hat, in dem der Betreffende wählen will. Der Wähler darf zudem nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sein, muss im Wählerverzeichnis eingetragen sein oder einen Wahlschein haben.

Eintrag ins Wählerverzeichnis nur am Hauptwohnort

Neben Grosse-Brömer und Stadler können als Direktkandidaten noch Nino Ruschmeyer (FDP), Henning Schwieger (AfD), Nadja Weippert (Grüne), Joachim Kotteck (Linke), Mona Jonas-Tadjik (Tierschutzpartei), Willy Klingenberg (Freie Wähler), Christian Bahr (Die Basis) und Hans-Christian Schröder (LKR) gewählt werden.

Grundsätzlich gilt: Wer in mehreren Orten eines Wahlgebiets eine Wohnung hat, wird nur am Ort der Hauptwohnung in das Wählerverzeichnis eingetragen. Bürger, die keine Wahlbenachrichtigung erhalten haben oder diese jetzt nicht mehr wiederfinden können, müssen dennoch nicht auf ihre Stimmabgabe verzichten. Die Vorlage des Personalausweises im jeweiligen Wahllokal genügt. Die Lokale sind im gesamten Landkreis am kommenden Sonntag von acht bis 18 Uhr geöffnet. Auf der Wahlberechtigung ist angegeben, in welchen Raum die Stimme angegeben werden kann.

„Gehen Sie zur Wahl und bestimmen Sie mit, wer das Land regieren wird“

Landrat Rainer Rempe hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung und appelliert wie bei der Kommunalwahl am 12. September an alle Bürger, ihre Stimme abzugeben. „Gehen Sie zur Wahl und bestimmen Sie mit, wer das Land in den kommenden Jahren regieren wird. Überlassen Sie diese Entscheidung nicht nur anderen. Demokratie lebt von Beteiligung.“

Wer Briefwahl beantragt habe, solle darauf achten, die Briefe rechtzeitig in die Post zu geben, teilte der Landkreis am Montag mit. So sollten die Wahlbriefe von Donnerstag, 23. September, an nicht mehr zur Post gegeben, sondern bis Sonntagvormittag bei der Gemeinde oder direkt in Winsen im Briefkasten der Kreisverwaltung eingeworfen werden.

Die Wahlbeteiligung lag vor vier Jahren bei 81,3 Prozent

Die Wahlberechtigten dürfen auf dem Stimmzettel zwei Kreuze machen. Sie geben ihre Erststimme für einen Kandidaten als Direktabgeordneten in Berlin ab. Das Mandat erhält der Kandidat mit den meisten Stimmen. Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt.

Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung im Landkreis bei 81,3 Prozent (niedersachsenweit: 76,4 Prozent). Im Ergebnis erhielt die CDU 35,9 Prozent, die SPD 22, die FDP 11,7, die Grünen 10,2, die AfD zehn und die Linken 6,3 Prozent. Den Sonstigen blieben 3,9 Prozent.

Ergebnisse lassen sich im Kreishaus live mitverfolgen

Im Kreishaus in Winsen können die Bürger am Sonntag die Wahlentscheidung „live“ mitverfolgen und sich aus erster Hand informieren. Dazu hat die Kreisverwaltung ab 17.30 Uhr eingeladen. Im Sitzungssaal werden von 18 Uhr an aktuelle Zwischenergebnisse aus dem Landkreis präsentiert. Über Bildschirme lässt sich gleichzeitig die Berichterstattung aus den Wahlstudios der Fernsehanstalten mitverfolgen.

Für die Veranstaltung im Kreishaus muss die 3G-Regel eingehalten werden. Zutritt haben damit nur Genesene, Geimpfte oder Personen mit einem negativen Corona-Testergebnis. Das Ergebnis darf dabei nicht älter als 24-Stunden sein. Aufgrund der derzeitigen Inzidenz muss eine Maske getragen werden.

Entwicklung des Wahlgeschehens wird im Internet aufgezeigt

Auf aktuelle Informationen zu den Zwischenständen und Ergebnissen der Bundestagswahl im Landkreis Harburg müssen dabei auch Bürger nicht verzichten, die nicht ins Kreishaus kommen. Unter https://wahlen.landkreis-harburg.de lassen sich am Wahlabend alle Informationen aus den einzelnen Wahlkreisen finden.

Die Wahlhomepage ist von Sonntag an auch über eine Vorschaltseite unter www.landkreis-harburg.de abrufbar. Erste Ergebnisse aus den Wahllokalen werden von 19 Uhr an erwartet und dann veröffentlicht.