Wahlsonntag

Vier Bürgermeisterämter in der Region sind noch offen

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Rolf Zamponi
Claudia Kalisch (Grüne) tritt am kommenden Sonntag in der Stichwahl gegen Heiko Meyer (parteilos) an.

Claudia Kalisch (Grüne) tritt am kommenden Sonntag in der Stichwahl gegen Heiko Meyer (parteilos) an.

Foto: Lena Thiele

Am Sonntag wird es in Lüneburg sowie in den Samtgemeinden Elbmarsch und Tostedt und der Gemeinde Seevetal noch einmal spannend

Kreis Harburg/Lüneburg. Die Bürger in drei Kommunen im Landkreis Harburg und in der Hansestadt Lüneburg sind am kommenden Sonntag, 26. September, nicht nur zur Bundestagswahl aufgerufen. Bei der Kommunalwahl geht es zudem in die zweite Runde der Bürgermeisterwahl.

Denn in den Samtgemeinden Elbmarsch und Tostedt, in der Gemeinde Seevetal und in der Hansestadt Lüneburg konnte kein Bewerber im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Deshalb treten nun jeweils die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen erneut gegeneinander an.

In Lüneburg tritt parteiloser Einzelbewerber gegen Grüne an

Eine Überraschung gab es bei der Wahl des künftigen Lüneburger Oberbürgermeisters. Der parteilose Einzelbewerber Heiko Meyer holte in der 80.000-Einwohner-Stadt 22,7 Prozent der Stimmen. Damit rückte er in die Stichwahl gegen die Kandidatin der Grünen, Claudia Kalisch, vor. Kalisch erreichte rund 33 Prozent und profitierte vom Trend zu Grün und zudem zu mehr Frauen in der Kommunalpolitik. Gegner Meyer, der als „Wählergemeinschaft Heiko Meyer“ antritt, hat zwar keine unterstützende Partei im Rücken.

Doch als Unternehmer, langjähriger Vorsitzender des Vereins Lüneburger Citymanagement und Aufsichtsratmitglied der Lüneburg Marketing GmbH ist er in der Stadt gut bekannt, gilt als bestens vernetzt. Der Elektroinstallateur und Kältetechniker leitet ein eigenes Unternehmen für Gastronomie­einrichtungen und führt ein Café in der Lüneburger Schröderstraße. Vier Jahre lang saß er für die SPD im Stadtrat, bis er im März 2020 aus der Fraktion austrat – und seine Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt verkündete.

Claudia Kalisch ist seit 2016 amtierende Bürgermeisterin der Samtgemeinde Amelinghausen. Die 49-jährige Umwelt-Wissenschaftlerin hat sich zum Ziel gesetzt, Lüneburg innerhalb von zehn Jahren klimaneutral zu machen. Als Marketingleiterin hat sie den Öko-Energiedienstleister Lünestrom mit aufgebaut.

In der Elbmarsch kommt es zum Duell Grün gegen Rot

Gleich wer gewinnt: Nach 30 Jahren verliert die SPD das Lüneburger Rathaus. Solange stand Amtsinhaber Ulrich Mädge an der Spitze der Stadtverwaltung.

In der Elbmarsch kommt es zum Duell Grün gegen Rot. Die Sozialdemokratin Kathrin Bockey lag am 12. September mit 36,48 Prozent vorn, der Grüne Malte Krafft erreichte 29,43 Prozent. Der amtierenden Bürgermeister Rolf Roth war nach drei Wahlperioden und 20 Dienstjahren nicht mehr angetreten.

Peter Dörsam gilt als Favorit in der Samtgemeinde Tostedt

Mit 44,6 Prozent lag Peter Dörsam, der Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt, zwar im ersten Wahlgang weit vorn. Jedoch reichte es für den von den Grünen unterstützten Amtsinhaber nicht zum Durchmarsch. Jetzt tritt Dörsam gegen Rolf Aldag (CDU) an, der auf 25,0 Prozent gekommen war. Die Frage ist, wie standfest die Wähler ihre Entscheidung wiederholen und wie stark jeder der beiden von den Unterstützern der anderen Kandidaten Jan Hinnerk Zirkel und Charlotte Michel profitiert.

Emily Weede galt schon vor dem ersten Wahldurchgang als Favoritin für Seevetal und damit als Nachfolgerin von Martina Oertzen, die sich nicht wieder zur Wahl gestellt hatte. Die 59-Jährige, die schon mit 18 Jahren in die CDU eingetreten war, ist vor allem durch ihren Einsatz für die Wassermühle Karoxbostel bekannt geworden. Als erste Vorsitzende des Mühlenvereins sorgte sich maßgeblich dafür, dass das Denkmal-Ensemble wieder mit Leben erfüllt wurde.

Weede, die 40,75 Prozent der Stimmen bekam, tritt nun gegen den Sozialdemokraten Manfred Eertmoed an, der 19,11 Prozent erreichte. Der Bildungsreferent, der für die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Niedersachsen arbeitet, stammt aus Ostfriesland und ist für Seevetal ein Newcomer. Mit seinem Ergebnis zeigte er sich zufrieden: „Noch vor zehn Monaten hat mich hier niemand gekannt.“