Kriminalität

Wie sicher ist der Buxtehuder Bahnhof-Tunnel?

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Die Unterführung am Bahnhof Buxtehude ist für Radfahrer und Fußgänger eine zentrale Verbindung

Die Unterführung am Bahnhof Buxtehude ist für Radfahrer und Fußgänger eine zentrale Verbindung

Foto: Axel Tiedemann / AT

AfD fordert eine Video-Überwachung, um „Gefahrenbereich" zu entschärfen. Warum die Stadtverwaltung dies ablehnt.

Buxtehude. Ein Tunnel unter den Bahnschienen ist für Fußgänger und Radfahrer die zentrale Verbindung zwischen den Buxtehuder Stadtteilen Altkloster und Altstadt. Ein „Angstraum“, den mancher Buxtehuder gerade nachts mit ungutem Gefühl quert. Zumal es gelegentlich auch Meldungen über Überfälle in der Bahnhofstraße oder eben in diesem Tunnel gibt. Zuletzt wurden zwei Jugendliche dort im Mai mit einem Messer angegriffen und beraubt.

Alles nur Einzelfälle und eine subjektive Wahrnehmung? Die AfD im Stadtrat sieht das offensichtlich anders und hat dazu kürzlich einen Antrag an die Verwaltung gestellt, um diesen „Gefahrenbereich“ mit Video-Kameras überwachen zu lassen. Doch das lehnt die Stadtverwaltung nach eingehender Prüfung jetzt ab, wie aus einer Mitteilungsvorlage an den Rat hervorgeht.

Video-Überwachung ist Eingriff in „informelle Selbstbestimmung“

Begründung: Eine Video-Überwachung stelle einen Eingriff in die „informelle Selbstbestimmung“ da, weil zwangsläufig in die Rechte Unbeteiligter eingegriffen werde. Oder anders: Gefilmt werden dabei nicht nur Übeltäter, sondern auch ganz normale Passanten, die nicht gefragt werden können, ob sie das möchten. Eine solche Videoüberwachung, so die Verwaltung, sei daher nur möglich, wenn „tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür vorliegen, dass speziell für diesen Ort eine Videoüberwachung Straftaten verhindern könnte.

Um das zu beurteilen, habe man die Polizei in Buxtehude gebeten, eine Lage-Einschätzung zu geben. Das Ergebnis dazu liegt nun vor, wie die Stadtverwaltung weiter mitteilte. Danach gebe es in der Unterführung weder eine signifikante Häufung von Straftaten, noch ein erhöhtes Risiko Opfer einer Straftat dort zu werden.

Laut Polizei keine Hinweise auf mehr Gewaltkriminalität

Nach Einschätzung der Polizei gebe es auch keine Hinweise darauf, dass sich im gesamten Bereich um den Bahnhof die Gewaltkriminalität verschärft habe. Zwei bekannte Fälle von Raub und Körperverletzung seien in dem Tunnel „zufällig“ erfolgt und er sei nicht Teil eines „Tatplans“ gewesen, so heißt es weiter in der Mitteilung. Sie hätten sich ebenso auch an anderen Orten ereignen können.

Mit anderen Worten: Der Tunnel begünstigt aus Sicht der Verwaltung solche Straftaten nicht. Damit wäre eine Installation einer Videoüberwachung nicht nur ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Rechte Unbeteiligter, sie wäre darüber hinaus „nicht einmal erfolgversprechend oder zielführend“, glaubt man im Buxtehuder Rathaus und lehnt den Antrag daher ab.

( at )