50 MBit pro Sekunde

Landkreis Harburg baut schnelles Internet weiter aus

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Hanna Kastendieck
Landrat Rainer Rempe (4.v.r.) wird mit Vertretern des Landkreises, Schulen und Fördergeldgebern für den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur (Archivbild).

Landrat Rainer Rempe (4.v.r.) wird mit Vertretern des Landkreises, Schulen und Fördergeldgebern für den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur (Archivbild).

Foto: Landkreis Harburg / HA

Bis Ende 2022 sollen weitere 2374 Haushalte und Betriebe sowie 24 Schulen ans Glasfasernetz angeschlossen werden

Landkreis Harburg.  Der Landkreis Harburg baut sein Glasfasernetz für schnelle und moderne Internetverbindungen weiter aus. Im Zuge des Glasfaserausbaus bekommen jetzt auch die Gemeinden Neu Wulmstorf, Appel, Drestedt, Halvesbostel, Hollenstedt, Regesbostel, Wenzendorf, Gödenstorf und Salzhausen einen Internetzugang mit 50 MBit/s im Download.

„Wir freuen uns, dass wir für die Ausbaugebiete mit rund 2374 privaten Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie 24 kommunalen und kreiseigenen Schulen jetzt den Zuschlag an einen verlässlichen Partner aus der Region erteilen konnten und nun der Ausbau endlich beginnen kann“, sagt Landrat Rainer Rempe. Um einen möglichst schnellen Baufortschritt zu erzielen, sollen die ersten Abstimmungsgespräche mit der Firma Kuhlmann Leitungsbau GmbH, dem Netzplaner Kirchner Engineering und dem Netzbetreiber EWE Tel GmbH bereits Ende September stattfinden.

Vorbereitungen: Weitere Gebiete sollen schnelles Internet erhalten

„Geplant sind Teilabnahmen, damit die Bürgerinnen und Bürger in den verschiedenen Ausbaugebieten möglichst schnell vom Highspeed-Internet profitieren können“, so Ana Cristina Bröcking, Leiterin der Stabsstelle Digitale Infrastruktur der Kreisverwaltung. Das bedeutet: Die einzelnen Kopplungspunkte, von denen es durchaus mehrere in einer Gemeinde geben kann, werden nicht komplett, sondern nach Möglichkeit in Teilen abgenommen und an den Netzpächter EWE Tel übergeben, der dann die weiteren Schritte vornimmt, um das Netz aktiv zu schalten. Der Vorteil: Einzelne Ausbaugebiete können nach Kopplungspunkten schneller aktiv geschaltet und genutzt werden.

Bis Ende 2022 sollen so alle 2374 geplanten privaten Wohn- und Gewerbeeinheiten bau- und netztechnisch abgenommen sein und voraussichtlich im zweiten Quartal 2023 vom leistungsfähigen Gigabitnetz profitieren. Darüber hinaus sind die Vorbereitungen, um weitere Gebiete mit schnellem Internet zu versorgen, in vollem Gang. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Ausbau der Ortschaften Ramelsloh, Holtorfsloh, Ohlendorf, Brackel, Egestorf, Hanstedt, Jesteburg, Marxen und Undeloh. Hier sollen 2662 Wohn- und Gewerbeeinheiten, drei Schulen, die Rettungswache Nindorf und das Fachkrankenhaus Hansebarg mit Hochgeschwindigkeitsinternet ausgestattet werden. Die Kreisverwaltung rechnet damit, den Zuschlag für den Ausbau im Oktober erteilen zu können.

Die Zuschlagserteilung für ein drittes Ausbaugebiet, das Teile von Seevetal, Winsen, Handeloh, Kakenstorf, Tostedt, Dohren, Welle, Wistedt mit rund 1500 Hausanschlüssen sowie die Rudolf-Steiner-Schule in Kakenstorf umfasst, steht kurz bevor. Für die Ausbaugebiete in Laßrönne und Hoopte läuft aktuell noch die europaweite Ausschreibung. Der Gesamtabschluss der Baumaßnahme ist für den 31. Dezember 2023 vorgesehen.

Sämtliche kreiseigenen Schulen erhalten Breitband-Internet

Mit dem Breitbandprojekt des Landkreises Harburg und 25 seiner Gemeinden werden sämtliche kreiseigenen Schulen und optional auch alle anderen Schulen im Landkreis mit Breitband-Internet von mindesten 50 Mbit/s versorgt. Insgesamt erhalten dadurch 44 Schulen schnelles Internet, weitere zehn Schulen werden von Telekommunikationsunternehmen angeschlossen. Darüber sollen im Zuge der Ausbauarbeiten 7000 private und gewerbliche Wohn- und Gewerbeeinheiten mit schnellem Internet versorgt werden. Der Landkreis investiert rund 45 Millionen Euro in den Bau des passiven Hochgeschwindigkeitsnetzes. Die Ausbaumaßnahmen finden im gesamten Kreis statt und werden zu rund 50 Prozent mit Bundes- und Landesmitteln gefördert.

Die Rechtslage in der Bundesrepublik Deutschland überlässt den Netzausbau grundsätzlich dem freien Markt der privaten Telekommunikationsunternehmen. Landkreis und Kommunen können nur aktiv werden, wo Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen kein Interesse habe, die weißen Flecken mit Hochgeschwindigkeitsinternet zu versorgen.

Eigentümer in den Ausbaugebieten, die mit ihren Immobilien an das neue Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden möchten, müssen dem Landkreis mit ihrer Unterschrift unter die bereits zugesandten Nutzungsverträge die Erlaubnis zum Anschluss an das Glasfasernetz erteilen. Weitere Informationen: www.landkreisharburg.de/breitband.