Ferien im Norden

Die neue Lust auf den Urlaub in der Heide

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Rolf Zamponi
Die Heide blüht jetzt intensiv. Das lockt Touristen an.

Die Heide blüht jetzt intensiv. Das lockt Touristen an.

Foto: Philipp Schulze / dpa

Viele Hotels in Lüneburg waren an den August-Wochenenden ausgebucht. Die Marketing-Organisationen erwarten Aufschwung im Tourismus.

Hannover/Lüneburger Heide.  Der Tourismus in der Region Lüneburger Heide, in Lüneburg und im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe erholt sich. Davon gehen die Marketing-Organisationen aus den Regionen aus. Für einen positiven Trend sprechen die steigenden Übernachtungszahlen in beiden Bereichen sowie das Plus bei den Stadtführungen in der Hansestadt.

Im vergangenen Jahr hatten die Einschränkungen in der Corona-Pandemie dagegen zu einem massiven Einbruch im niedersächsischen Tourismus geführt. Die Einbußen fielen dabei bei den ausländischen Gästen besonders hoch aus, geht aus den jetzt von Statistischen Landesamt vorgelegten Daten hervor.

Die Zahl der Stadtführungen steigt in Lüneburg wieder an

So waren die Zahlen im vergangenen Jahr sowohl bei den Ankünften als auch bei den Übernachtungen im Vergleich zu 2019 um mehr als die Hälfte eingebrochen. Die Statistiker zählten zuletzt 594.000 Gäste aus dem Ausland, die Niedersachsen besuchten – das entspricht einem Rückgang von 63,2 Prozent. 1,78 Millionen Übernachtungen wurden von den ausländischen Touristen gebucht. Das waren immerhin noch 55,5 Prozent weniger als noch 2019. Allerdings blieben die Touristen im Durchschnitt drei Tage, einen halben Tag länger als zuvor.

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Insgesamt und unabhängig von der Nationalität der Gäste ist jedoch Besserung in Sicht. So ist Julia Steinberg-Böthig, die Sprecherin der Lüneburg Marketing GmbH, zuversichtlich: „Hatten wir 2019 knapp 5000 Stadtführungen, waren es 2020 nur noch knapp 1900 mit durchschnittlich 16 Personen. Mittlerweile sind wir aber wieder auf dem Niveau von 2019.“ Bis zum Jahresende könnten es so wieder 5000 Führungen werden. Für September sieht Steinberg-Böthig jedenfalls einen anhaltend guten Trend.

Allerdings räumt sie ein, dass die Gruppenführungen mit Menschen, die per Bus anreisen, das Niveau von 2019 noch nicht erreicht hätten. Nach 600 dieser Führungen bis August 2019 waren es jetzt erst 200.

Tagestourismus zieht seit Anfang Juli wieder an

Ein positives Zeichen gibt es bei den Übernachtungen. „An allen Wochenende in August waren die von uns vermittelten Hotels und Pensionen ausgebucht“, sagt Steinberg-Böthig.

Im Gebiet zwischen Hamburg und Hitzacker, dessen Tourismus die Flusslandschaft Elbe vermarktet, sieht Geschäftsführer Jens Kowald ebenfalls einen Aufschwung. „Der Tagestourismus entwickelt sich seit Juli positiv. Themen sind, die Natur erleben und der Trend zum sicheren Urlaub in Deutschland.“

Bei Last-Minute-Buchungen könnte es eng werden

Allerdings ist noch einiges aufzuholen. Zählte die Region 2019 im ersten Halbjahr noch 250.000 Übernachtungen, waren es im Corona-Jahr 2020 bis Ende Juni 190.000 und jetzt gerade 150.000. Viele Urlauber dürften sich für Ziele in Schleswig-Holstein entschieden haben, weil dort über die Modellregionen eher geöffnet wurde. Nun aber kommt wieder neuer Schwung auf. „Last Minute-Buchungen könnten eng werden. Wir raten dazu, mindestens 14 Tage im Voraus zu buchen. Dann gibt es auch Kapazitäten“, sagt Kowald. Läuft alles gut, lässt sich die Zahl von rund 300.000 Übernachtungen aus dem Vorjahr noch einholen.

Unter den Ausländern steuern laut Statistikamt vor allem Niederländer, Dänen, Polen und Schweizern Niedersachsen an. 93 Prozent der Übernachtungen ausländischer Gäste entfielen 2020 auf Urlauber aus Europa. Die USA waren das bedeutendste Herkunftsland außerhalb Europas. Während im Vergleich zu 2019 zuletzt mit 172.000 nur noch halb so viele Niederländer in Niedersachsen urlaubten (minus 52,6 Prozent), brach die Zahl der Touristen aus den USA noch stärker ein. Demnach kamen 13.000 Gäste 2020 aus den Vereinigten Staaten nach Niedersachsen - das waren 78,5 Prozent weniger als 2019.

Ausflügler sollen aus Hamburg, Bremen und Hannover kommen

Wie schnell sich die Zahlen der ausländischen Gäste wieder erholen, ist derzeit offen. Für die fünf Landkreise Lüneburg, Uelzen, Celle, Harburg und den Heidekreis mit ihren Freizeitparks, die die Lüneburger Heide GmbH vermarktet werden, hatte sich Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch jedoch bereits Mitte Juli optimistisch geäußert: „Nach durchschnittlich 30 bis 35 Millionen Gästen in den vergangen Jahren könnten es in diesem Jahr 40 Millionen werden.“ Sie sollen als Tagesgäste vor allem aus Hamburg, Hannover und Bremen kommen.