Atommüll

Endlager: Verwaltungschefs setzen Informationstermin durch

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Über die Untersuchungen des Salzstocks Bahlburg sprachen (v. l.): Bürgermeister André Wiese, Landrat Rainer Rempe, BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz und Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause.

Über die Untersuchungen des Salzstocks Bahlburg sprachen (v. l.): Bürgermeister André Wiese, Landrat Rainer Rempe, BGE-Geschäftsführer Steffen Kanitz und Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause.

Foto: Landkreis Harburg

Landrat und Bürgermeister halten Landkreis Harburg für Endlager für ungeeignet. Was Untersuchung des Salzstocks Bahlburg bedeutet

Winsen.  Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hatte am Mittwoch einen Termin bei der Kreisverwaltung. Thema: Was bedeutet die Untersuchung des Salzstocks Bahlburg bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle für die Region.

Die BGE kam damit der Forderung der betroffenen Kommunen und des Landkreises Harburg nach, die Umstände der Auswahl des Salzstockes Bahlburg als Gebiet zur Entwicklung der Methode der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen zu erläutern.

Informationsveranstaltung für den 28. September geplant

„Wir haben diese Gelegenheit genutzt, noch einmal unsere ausdrückliche Forderung nach einer frühzeitigen, transparenten und umfassenden Information zu unterstreichen“, machte Landrat Rainer Rempe auch im Namen von Bürgermeister André Wiese (Winsen) und Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause (Salzhausen) deutlich. Steffen Kanitz, einer der Geschäftsführer der BGE, entschuldigte sich für die Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft bei der Bekanntgabe der Gebiete zur Methodenentwicklung.

Die BGE kommt nun einer weiteren Forderung des Landkreises und der Stadt Winsen sowie der Samtgemeinde Salzhausen nach: Am 28. September ist von 19 Uhr an eine Informationsveranstaltung zum Thema „Pilotregion Salzstock Bahlburg“ in der Auetal-Sporthalle in Garstedt geplant.

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Die BGE will dann den Verfahrensschritt der Methodenentwicklung erläutern und erklären, warum die Wahl auf den Salzstock Bahlburg fiel. Zudem soll es einen Ausblick geben, wie es nach der Methodenentwicklung weitergehen soll. Darüber hinaus wurde eine weitere Informationsveranstaltung vereinbart, die im März oder April 2022 stattfinden soll. Dann ist die Methodenentwicklung in allen vier Pilotregionen in Deutschland abgeschlossen.

Landkreis und Kommunen waren zunächst nicht informiert

Der Landkreis und die Kommunen waren von den Planungen der BGE zunächst nicht informiert worden. Erst am Rande einer digitalen Informationsveranstaltung „Standortauswahlverfahren Endlagersuche“ wurde zufällig bekannt, dass die BGE den Salzstock Bahlburg für die Entwicklung von Methoden zur Sicherheitsuntersuchung als Grundlage nutzen möchte.

Diese Entwicklung bedauerte Kanitz. Eigentlich habe die BGE stets offen und möglichst genau über die weiteren Verfahrensschritte berichten wollen und habe dies im Rahmen der öffentlichen Teilgebietskonferenzen aus ihrer Sicht auch getan.

Ausschlusskriterien sind Wohnbebauung und die Bedeutung für die Natur

Der Name Bahlburg sei im Rahmen eines Workshops gefallen und habe sich dann unabsichtlich verselbstständigt. Aus diese Kommunikationspanne habe die Gesellschaschaft aber Lehren gezogen. „Wir haben uns dafür entschieden, frühzeitig und regelmäßig über das Verfahren zu informieren. Wir haben gelernt, dass dies auch bei einer Methodenüberprüfung mit räumlichen Bezug für die Bevölkerung wichtig ist“, sagte Geschäftsführer Kanitz.

Landrat Rempe, Bürgermeister Wiese und Samtgemeindebürgermeister Krause kündigten an, die Endlagersuche kritisch zu begleiten. Den Salzstock Bahlburg halten sie ebenso wie andere Flächen im Landkreis Harburg nicht für geeignet, um als atomares Endlager zu dienen – selbst wenn sie im ersten Untersuchungsschritt geologisch geeignet erschienen. „Die Nähe zur Wohnbebauung, die Bedeutung für die Natur und die Erholungsgebiete sind Ausschlusskriterien“, sagte Landrat Rempe.

( rz )