Neue Erkenntnisse

Aldi-Neubau: Hügelgrab in Stelle ist jetzt zerstört

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Das Hügelgrab auf dem Acker zwischen Bardenweg und Harburger Straße stammt vermutlich aus der Bronzezeit

Das Hügelgrab auf dem Acker zwischen Bardenweg und Harburger Straße stammt vermutlich aus der Bronzezeit

Foto: Christiane Tauer

Untersuchung zeigt: Ehemals denkmalgeschütztes Grab enthielt keine „historisch bedeutsame Substanz mehr“.

Stelle. Die Ausgrabungen am künftigen Standort des Aldi-Logistiklagers in Stelle haben ergeben, dass das Hügelgrab auf dem Areal erheblich stärker geschädigt war als angenommen. Die geschützte Erhebung musste vor Baubeginn abgetragen und untersucht werden. Dabei habe sich herausgestellt, dass sich keine historisch bedeutsame Substanz mehr darin befinde, so eine aktuelle Mitteilung aus der Aldi-Nord-Zentrale.

„Wir freuen uns sehr über das Ergebnis“, sagt Benedikt Manz, der bei der Aldi Immobilienverwaltung zuständiger Projektleiter für den Neubau des Logistikzentrums. „Denn nun ist klar, dass durch unsere Baumaßnahme kein historisches Material verloren geht.“ Aldi plant ein neues Zentrallager in Stelle und gibt dafür den bisherigen Standort in der Nachbargemeinde Seevetal auf.

Kreisarchäologe hatte die Aufsicht über die Arbeiten

Mit den Arbeiten hatte das Unternehmen die Firma ArchOn aus Buchholz beauftragt. Kreisarchäologe Jochen Brandt hatte als Vertreter der Unteren Denkmalschutzbehörde die Fachaufsicht übernommen. Aufgrund seiner Einschätzung hatte der Landkreis Harburg zuvor die Erlaubnis gegeben, das etwa 3500 Jahre alte Hügelgrab abzutragen. Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend, erklärt Brandt.

Zum einen sehe das Denkmalschutzgesetz eine Entlassung aus dem Schutz vor, wenn ein öffentliches Interesse bestehe. Die Gemeinde Stelle habe dargelegt, dass das Bauvorhaben ein Gewinn für die Öffentlichkeit darstelle. Zum anderen sei dieses Hügelgrab eher schlecht erhalten gewesen, sagt Brandt, der bereits Hunderte von Grabhügeln begutachtet hat. „Es wurde bereits vor etwa 90 Jahren teilweise abgetragen.“ Seitdem fehlten die Hälfte bis zwei Drittel der ursprünglichen Substanz. Im Vergleich zu manch anderem der mehr als 1000 erhaltenen Grabhügel im Landkreis war der historische Wert des Hügels, der auf der Abtragungsseite eine Höhe von etwa 50 Zentimeter, auf der Ostseite von etwa 1,60 Meter hatte, daher eher gering.

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Vor etwa drei Jahren wurde zudem ein Suchschnitt erstellt. Auf diese Weise erhofften sich die Denkmalschützer Erkenntnisse über das Innere des Hügels. Doch es sei nichts gefunden worden, sagt Brandt. „Das hat mich abwägen lassen, dass man diesen letzten Rest auch entfernen lassen kann.“ Voraussetzung war, dass die abgetragenen Überreste gründlich untersucht werden. Diese Untersuchung hat nun ergeben, dass sich darunter keine erhaltenswerte Originalsubstanz mehr befindet.

( let )