Umwelt und Klima

Wärmeverbrauch beim Kreis soll halbiert werden

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Das Hauotgebäude der Kreisverwaltung in Winsen

Das Hauotgebäude der Kreisverwaltung in Winsen

Foto: Privat / HA

Umweltausschuss beschließt Fahrplan zur Klimaneutralität bis 2040. Wie das in den 120 Gebäuden des Kreises erreicht werden soll.

Kreis Harburg. Der Landkreis Harburg wird bis Ende 2021/Anfang 2022 einen Fahrplan erstellen, nach dem die Gebäude der Verwaltung bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden sollen. Das hat der Kreis-Umweltausschuss einstimmig beschlossen. In den Plan sollen der zeitliche Ablauf von energetischen Sanierungen und der Investitionsbedarf eingehen. „Wir wollten, dass sich der Ausschuss noch vor der Kommunalwahl und vor dem Hintergrund des neuen Doppelhaushalts für 2022/2023 mit der Problematik befasst. Klimaschutz ist eine herausragendes Thema aber nicht das einzige in der Vielzahl der Interessenlagen“, sagte Kreisrat Josef Nießen.

Hintergrund für den Fahrplan ist, dass die Kreispolitik im Sommer 2020 beschlossen hatte, dass der Landkreis Harburg bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden soll. Der Kreisverwaltung sieht sich mit ihren 120 eigenen Gebäuden wie Verwaltungsbauten, Schulen und Sporthallen in einer Vorbildfunktion.

Als Hintergrund gilt die Mahnung des Bundesverfassungsgerichts

Ohnehin hatte das Bundesverfassungsgericht im März klargestellt, dass das Klimaschutzgesetz von 2019 in Teilen nicht mit den Grundrechten vereinbar ist. Es fehlten dort ausreichende Vorgaben für die Minderung der Emissionen von 2031 an. Den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur wie geplant auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung zu begrenzen, sei nur mit immer dringenderen und kurzfristigeren Maßnahmen machbar. Die Energiemanagerin Marita Hoheisel, die beim Kreis sowohl für die Gebäudewirtschaft als auch für die Stabsstelle Klimaschutz arbeitet, stellte im Ausschuss die örtlichen Planungen vor.

Klar ist: Um einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, muss der aktuelle Energiebedarf deutlich reduziert und die weiter notwendige Energie überwiegend durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Die 2040 noch verbleibenden Emissionen müssen kompensiert werden. So schreibt etwa das Umweltbundesamt dem Gebäudesektor für 2050 gar keine Treibhausgas-Emissionen mehr zu. Die Kompensation für Kohlendioxid oder auch Methan würde so eher zu einer Übergangslösung.

Strom kommt schon heute zu nahezu komplett vin erneuerbaren Energien

Hoheisel geht davon aus, dass nach den Wärmeverbrauchsdaten der landkreiseigenen Gebäude und den Zielwerten aus anderen Kommunen der Wärmebedarf der Gebäude des Kreises bis 2040 um 30 bis 50 Prozent reduziert werden kann. „Der bezogene Strom und der selbst erzeugte stammen bereits heute zu nahezu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Der Wärmebezug und die Wärmeerzeugung kommen bislang allerdings nur zu etwa zehn Prozent aus erneuerbaren Quellen“, sagte Hoheisel. „Wir brauchen Standards für Neubauten und Sanierungen.“ Zudem sollen die Baukosten für eine nachhaltige Versorgung ermittelt werden. Neben den landkreiseigenen, selbst genutzten Gebäuden werden auch vermietete und angemietete Objekte berücksichtigt.

Für den Fahrplan sollen Sparpotenziale einzelner Gebäude untersucht werden. Geplant ist, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu 80 Prozent geförderten Energieberatungen zu nutzen. De Anteil des Kreises für vier bis sechs Beratungen beläuft sich so auf 10.000 bis 15.000 Euro, die der Betrieb Gebäudewirtschaft bereitstellen soll.

( rz )