Hamburg-Hannover

Kinder legen Steine auf ICE-Strecke: lebensgefährlicher Spaß

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Auf diesem Streckenabschnitt am Ortsrand von Winsen wurden die Steine auf die Gleise gelegt.

Auf diesem Streckenabschnitt am Ortsrand von Winsen wurden die Steine auf die Gleise gelegt.

Foto: Bundespolizei

Die Bundespolizei sucht Zeugen und warnt: Die Geschwindigkeit eines ICE kann so hoch sein, dass fast keine Zeit zur Reaktion bleibt.

Hamburg/Winsen. Spielende Kinder haben sich am Mittwochnachmittag in akute Lebensgefahr gebracht, als sie Schottersteine auf die Gleise der ICE-Strecke Hamburg-Hannover legten. Wie die Bundespolizei mitteilte, hatten zwei Lokführer gemeldet, dass sie – auf unterschiedlichen Gleisen – Steine überfahren hätten, ein dritter meldete, dass ihm an der gleichen Stelle Kinder an der Strecke aufgefallen seien.

Die Beamten warnen nachdrücklich: Auf dem betreffenden Streckenabschnitt am Rand von Winsen seien Schnellzüge mit bis zu 200 km/h unterwegs: "Die Reaktionszeit zum Verlassen der Gleise beträgt beim Erkennen nahender Züge nur rund zwei Sekunden."

Kinder legen Schottersteine aus ICE-Strecke und fliehen

Als die alarmierten Beamten von Bundes- und Landespolizei eintrafen, waren die Kinder bereits nicht mehr vor Ort. Die Strecke habe für eine halbe Stunde vollständig gesperrt werden müssen, dadurch seien zwei Züge ausgefallen, rund ein Dutzend verspäteten sich.

Wer die Kinder gesehen hat oder andere Angaben zu dem Vorfall machen kann, wird gebeten, sich mit der Bundespolizei Bremen unter der Rufnummer 0421/16 299-777 in Verbindung zu setzen. Für Eltern hat die Bundespolizei einen Flyer zusammengestellt, der die Gefahren für Kinder im Bereich von Bahngleisen zusammenfasst.

Spiele an den Gleisen: große Gefahr – und potenziell hohe Kosten

Auch die Bundespolizei Hannover warnt in diesem Zusammenhang: Die Beamten verzeichnen seit dem Beginn der Pandemie, die für viele Kinder mit Homeschooling und mehr Freizeit einhergeht, eine steigende Anzahl von Einsätzen, weil Kinder an oder auf den Gleisen spielten.

Die Beamten verweisen nicht nur auf die Gefahren, sondern auch auf die hohen Kosten, die durch solche Einsätze entstehen können: "Die trägt mittlerweile nicht mehr nur der Steuerzahler - die Bundespolizei stellt diese Kosten dem Verursacher in Rechnung. So kann ein zeitlicher kurzer Einsatz dennoch sehr schnell hohe fünf- bis sechsstellige Summen verursachen."

Am Donnerstag, den 22. April bietet die Bundespolizeidirektion Hannover von 10 Uhr bis 16 Uhr eine "Präventions-Hotline" an, bei der sich Eltern, Lehrer und Interessierte melden können, um eine Beratung zu erhalten: Die Nummer lautet 0511 / 67 675-55 55

( josi )