Corona-Pandemie

Erleichterung in Harburg: Landkreis hebt die Notbremse auf

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Landrat Rainer Rempe hat für seine Region Harburg die Notbremse wieder aufgehoben.

Landrat Rainer Rempe hat für seine Region Harburg die Notbremse wieder aufgehoben.

Foto: Rolf Zamponi

Inzidenz liegt aktuell bei 61,7 und seit sieben Tagen unter dem Grenzwert von 100. Das ist Folgen. Endlich einmal positive.

Winsen.  Der Landkreis Harburg hebt die zum 29. März verhängte Notbremse wieder auf. Hintergrund ist, dass der Inzidenzwert für den Landkreis nun bereits seit sieben Tagen unter 100 liegt. Am Donnerstag betrug der Wert 61,7.

„Unter den gegebenen Umständen gibt es für ein weiteres Festhalten an der Notbremse keine Rechtfertigung. So erfreulich die aktuellen Zahlen und die nun möglichen Lockerungen sind: Allen muss bewusst sein, dass die Situation sich schnell wieder ändern kann. Ein erneuter Anstieg der Fallzahlen kann nur verhindert werden, wenn sich alle konsequent an die Kontakt- und Abstandsregeln sowie alle weiteren geltenden Beschränkungen halten“, erklärt Landrat Rainer Rempe.

Viele Lockerungen treten wieder in Kraft

Mit der Aufhebung der Notbremse gelten im Landkreis Harburg wieder die Regelungen der Landesverordnung vom 29. März für Regionen mit einer Inzidenz zwischen 35 und 100. Für den Einzelhandel bedeutet dies, dass Terminshopping ab Sonnabend, 10. April, wieder erlaubt ist, außerdem dürfen Kitas ab Montag wieder öffnen und die Schulen kehren ins Szenario B zurück. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wird am Freitag veröffentlicht.

Das ist alles im Landkreis Harburg wieder erlaubt

Ein Haushalt darf sich mit maximal zwei Personen aus einem weiteren Haushalt treffen, die dazugehörigen Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren sind ausgenommen. Click&Meet, also Terminshopping in Schuhläden, Modefachgeschäften, Autohäusern, Fahrradläden, Möbelhäusern, Küchenfachgeschäften, Sanitärfachgeschäften, und Baumärkten ist wieder möglich. Ohnehin möglich sind Bemusterungs- und Anprobetermine nach vorheriger Terminvereinbarung durch einen Kunden und eine Begleitperson. Museen, Ausstellungen, Galerien und Gedenkstätten können wieder geöffnet werden.

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In öffentlichen und privaten Sportanlagen ist Individualsport oder das gemeinsame Sporttreiben der Angehörigen eines Haushalts mit höchstens zwei Personen eines anderen Haushaltes erlaubt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre dürfen unter freiem Himmel in einer festen Gruppenzusammensetzung von bis zu 20 Kindern und Jugendlichen zuzüglich zwei Betreuungspersonen Sport mit Kontakt betreiben.

Wechselunterricht an den Schulen

Schülerinnen und Schüler werden grundsätzlich im Wechselunterricht (Szenario B) unterrichtet. Mit dem Wechsel in das Szenario B ist die Betreuung in Kindertageseinrichtungen (Krippe, Kindergarten, Hort) wieder erlaubt. Aktuelle Informationen zum derzeitigen Infektionsgeschehen im Landkreis Harburg stellt die Kreisverwaltung unter www.landkreis-harburg.de/corona zur Verfügung. Dort finden sich auch die tagesaktuellen Inzidenzwerte der einzelnen Städte und Gemeinden.

Arztpraxen bringen Schwung in Impfkampagne

Die Corona-Impfungen in Arztpraxen verleihen der niedersächsischen Impfkampagne unterdessen ersten Zahlen zufolge deutlich mehr Schwung. Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht, wurden zum regulären Start am Mittwoch bereits rund 30.000 Menschen in den niedersächsischen Praxen geimpft. Das waren fast so viele wie in den Impfzentren, wo zur selben Zeit rund 35.000 Menschen geimpft wurden.

Der Impffortschritt konzentriert sich dabei derzeit überwiegend auf die Erstimpfungen. In den Impfzentren liegt ihr Anteil aktuell bei rund 75 Prozent. Bei den Ärzten gab es überhaupt erst 65 Zweitimpfungen, nachdem Niedersachsen ausgewählte Praxen schon Anfang März als Teil eines Pilotprojekts in die Impfungen einbezogen hatte. Insgesamt sind im Land bisher 13,3 Prozent der Menschen erstgeimpft. Den vollständigen Impfschutz haben inzwischen 5,6 Prozent erhalten.

Modellstädte verschieben Öffnungstermin

Trotz dieser positiven Daten verschieben mehrere Städte in Niedersachsen ihre Modellversuche zur Öffnung von Innenstädten in der Corona-Pandemie. Lüneburg, Oldenburg und Hildesheim kündigten gestern an, zunächst die Beratungen von Bund und Ländern zu möglichen schärferen Corona-Regeln am kommenden Montag abwarten zu wollen. Eigentlich war in diesen Städten der Start der Modellprojekte für den Montag vorgesehen. In Oldenburg soll es nun erst am übernächsten Montag, 19. April, losgehen, in Hildesheim am kommenden Donnerstag. In Lüneburg soll es erst im Lauf der nächsten Woche soweit sein, sagte eine Sprecherin.

Angesichts der Diskussion um einen bundesweit einheitlichen möglichen Lockdown sei die Unsicherheit unter den Einzelhändlern und Gastbetrieben groß, sagte der Bürgermeister von Hildesheim, Ingo Meyer (parteilos). Heute will der Niedersächsische Städtetag in einer Gesprächsrunde mit den Modellkommunen über einen einheitlichen Starttermin reden. „Schon jetzt aber gehen die Signale der meisten eindeutig weg vom 12. April“, teilte eine Sprecherin der Stadt Lüneburg mit.

( HA )