Schwellenwert überschritten

Landkreis Harburg zieht die Corona-Notbremse

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Landrat Rainer Rempe hat entschieden, das öffentliche Leben im Landkreis wieder herunter zu fahren.

Landrat Rainer Rempe hat entschieden, das öffentliche Leben im Landkreis wieder herunter zu fahren.

Foto: Rolf Zamponi

Ab Montag gelten wieder verschärfte Regeln im alltäglichen Leben – Inzidenz liegt jetzt bei 110,8.

Winsen.  Die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Harburg ist in den vergangenen Wochen stark angestiegen und hat mittlerweile drei Tage lang den Schwellenwert von 100 überschritten, aktuell liegt der Wert bei 110,8. Es gibt darüber hinaus keine klaren Schwerpunkte, das Virus breitet sich überall im Kreisgebiet aus und die Tendenz weist auch für die kommenden Tage weiter nach oben. Deshalb tritt am kommenden Montag, 29. März, die so genannte Corona-Notbremse in Kraft. Ein Großteil der in der niedersächsischen Corona-Verordnung vom 08. März enthaltenen Lockerungen ist dann zurückgenommen.

„Ich weiß nur zu gut, dass die Rücknahme der wenigen Lockerungen viele Familien, Einzelhändler, Dienstleister und Vereine sehr hart trifft. Doch der Trend der letzten Tage und Wochen ist eindeutig. Wir müssen deshalb die in der Corona-Verordnung des Landes festgeschriebene Notbremse ziehen“, sagt Landrat Rainer Rempe. „Wir haben jedoch gerade angesichts der bevorstehenden Osterfeiertage die Chance, den Trend umzukehren und zu erneuten Lockerungen zu kommen, wenn sich jeder von uns diszipliniert an die Vorgaben hält, Kontakte vermeidet und das mittlerweile durch die Kommunen aufgebaute Schnelltestangebot im Landkreis Harburg regelmäßig wahrnimmt.“

„Solange der Umfang der Impfungen nicht noch mehr Fahrt aufnimmt, sind Testen und Einhaltung der Regeln unser wirksamstes Mittel gegen das Virus. Um hier noch mehr Möglichkeiten zu erhalten und der Wirtschaft Perspektiven anzubieten, steht die Einführung einer App-Lösung für den Landkreis Harburg kurz bevor“, kündigt Rempe in diesem Zusammenhang an. Ab Montag gelten unter anderem die folgenden Corona-Regeln:

Kontaktbeschränkungen

Ein Haushalt darf sich nur noch mit einer weiteren Person treffen, Kinder unter sechs Jahren sind ausgenommen. Click & Meet, also Terminshopping in Schuhläden, Modefachgeschäften, Autohäusern, Fahrradläden, Möbelhäusern, Küchenfachgeschäfte (Privatkunden), Sanitärfachgeschäfte (Privatkunden), Baumärkte (Privatkunden) ist nicht mehr erlaubt. Click & Collect, also die Abholung bestellter Ware ist allerdings noch möglich. Weiterhin möglich sind Bemusterungs- und Anprobetermine nach vorheriger Terminvereinbarung durch einen Kunden und eine Begleitperson. Museen, Ausstellungen, Galerien und Gedenkstätten müssen wieder schließen.

Sport

In öffentlichen und privaten Sportanlagen ist nur noch Individualsport möglich oder gemeinsamer Sport von Angehörigen eines Haushalts und einer weiteren Person. Das bisher erlaubte Gruppentraining für Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren in festen Gruppen von bis zu 20 Personen unter freiem Himmel ist nicht mehr zulässig.

Schule

Der Schulbesuch ist an allen Schulen untersagt. Präsenz- oder Wechselunterricht findet nicht mehr statt, die Schülerinnen und Schüler werden im Distanzunterricht, dem so genannten Szenario C, unterrichtet. Die Ausnahme sind in diesem Fall schriftliche Arbeiten und Abschlussprüfungen und darüber hinaus der 9. und der 10. Schuljahrgang, soweit in diesem Schuljahr Abschlussprüfungen anstehen, die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die in diesem Schuljahr Abschlussprüfungen schreiben, die Grundschüler der Klassen 1 bis 4 sowie die Förderschulen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und Tagesbildungsstätten.

Kita/Großtagespflege

Mit dem Wechsel in das Szenario C ist die Betreuung in Kindertageseinrichtungen (Krippe, Kindergarten, Hort) untersagt. Ein Anspruch auf eine Betreuung besteht nicht. Gestattet ist lediglich eine Notbetreuung in kleinen Gruppen, die höchstens 50 Prozent der Regelgröße umfassen dürfen. Über die Aufnahme in die Notbetreuung entscheidet der Träger der Einrichtung in Kooperation mit der zuständigen Gemeinde jeweils im Einzelfall nach den Vorgaben des Kultusministeriums. Kindertagespflege ist nicht betroffen. Lediglich in Großtagespflegestellen ist die maximale Anzahl der zeitgleich betreuten Kinder auf acht begrenzt.

Die verschärften Regelungen gelten mit den genannten Ausnahmen so lange, bis die Inzidenz im Landkreis Harburg über einen Zeitraum von sieben aufeinanderfolgenden Tagen wieder unter 100 liegt. Für Schulen, Kitas und die Kindertagespflege gilt hier ein Zeitraum von drei Tagen. Der Landkreis Harburg wird dann erneut eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen und rechtzeitig informieren. Aktuelle Informationen zum derzeitigen Infektionsgeschehen im Landkreis Harburg stellt die Kreisverwaltung unter www.landkreis-harburg.de/corona zur Verfügung. Eine Komplettübersicht der ab Montag gültigen Regeln steht auch unter www.landkreis-harburg.de/corona-regeln.