Sichere Senioren

Rollator-Parcours nimmt die Angst vor Bordsteinkanten

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Physiotherapeutin Mareike Hoffmann erklärt Ria Gläsel den Umgang mit dem Rollator auf dem Rollator-Parcours an einer Bordsteinkante.

Physiotherapeutin Mareike Hoffmann erklärt Ria Gläsel den Umgang mit dem Rollator auf dem Rollator-Parcours an einer Bordsteinkante.

Foto: Philipp Schulze / dpa

Auf 300 Quadratmetern können Senioren in Bad Bevensen für den sicheren Alltag trainieren und damit Stürze vermeiden.

Bad Bevensen.  Auf 300 Quadratmetern rollen die Senioren in Bad Bevensen über den neuen Outdoor-Parcours, eine Therapeutin hat ständig ein Auge darauf, dass sie nicht zu schnell laufen und unvorsichtig werden. So soll gewährleistet werden, dass Patienten sicherer werden, und Stürze und Unfälle im Alltag vermeiden können. Eine Ampel, ein Gartentor und acht verschiedene Bodenbeläge sind das Besondere an dem neuen Rollator-Parcours. „Wir haben die Untergründe so gewählt, dass sie fies und anstrengend sind“, erzählt Mareike Hoffmann, leitende Physiotherapeutin der benachbarten Dianaklinik. Unebener Kies und Baumwurzeln sollten Reize setzen. „Es muss nicht hübsch sein, ruhig schief, um die Patienten herauszufordern“, erklärt die erfahrene Therapeutin. Sie entwickelte den Outdoor-Kurs für Jedermann mit und ließ sich von deinem bereits bestehenden Parcours in Neumünster inspirieren.

Schnelligkeit sei zweitrangig, es gehe darum, dass die verlorene Sicherheit zurückkomme: „Das größte Problem ist, dass Patienten sich selbst unter Druck setzen, schneller zu laufen.“ Und so bremst sie auch die erste Patientin auf dem 300 Quadratmeter großen Übungsplatz immer wieder aus. „Ich hätte diese Situationen im Alltag vermieden“, berichtet die 80 Jahre alte Ria Gläsel, die sich nach einem Schlaganfall erholt.

Die unterschiedlich hohen Bürgersteige bereiten ihr mit dem Rollator Schwierigkeiten, immer wieder muss sie erneut ansetzen. Trainiert wird für einen sturzfreien Alltag. Unterschiedliche Pflasterungen, Gullydeckel und Treppenstufen können auch nach orthopädischen Operationen eine Herausforderung sein. „Für uns ist es eine Erweiterung unserer Therapiemöglichkeiten, der Patient kann im geschützten Rahmen üben. Wenn es dazu dient, nur einen Sturz oder Unfall zu vermeiden, ist es das auf jeden Fall wert“, sagt Detlef Bätz, Geschäftsführer der Dianaklinik in dem Kurort im Osten der Lüneburger Heide. 60 Prozent der etwa 400 Patienten derzeit in der Klinik seien älter als 70 Jahre.

Die Gesamtkosten für den Parcours liegen nach Angaben der Gemeinde bei 79..000 Euro, wovon 40.000 von der Stadt und 37.000 aus Fördermitteln des Landes kommen. Die Grundidee für den Trainingsplatz stammt von Studenten der Leuphana-Universität aus Lüneburg. Eigentlich sollte er schon Ende 2020 fertig sein, aber coronabedingt habe sich vieles verzögert.

Bad Bevensen im Landkreis Uelzen hat 9700 Einwohner und ist besonders bei der älteren Generation wegen seines umfangreichen Gesundheitsangebots beliebt.