Handball-Bundesliga

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt wird geringer

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Markus Steinbrück
Sarah Lamp (6 Tore) war die torgefährlichste Spielerin der Handball-Luchse. In dieser Szene setzt sich die 29-Jährige gegen Pia Dietz (l.) und Swantje Heimburg (r.) aus Halle durch. Im Hintergrund Luchse-Kreisläuferin Evelyn Schulz.

Sarah Lamp (6 Tore) war die torgefährlichste Spielerin der Handball-Luchse. In dieser Szene setzt sich die 29-Jährige gegen Pia Dietz (l.) und Swantje Heimburg (r.) aus Halle durch. Im Hintergrund Luchse-Kreisläuferin Evelyn Schulz.

Foto: Fotostand / Ballasch via www.imago-images.de / imago images/Fotostand

Handball-Luchse verlieren 24:27 bei Mitaufsteiger Union Halle-Neustadt. Frisch Auf Göppingen zieht durch Sieg in Bad Wildungen vorbei.

Buchholz.  Kaum noch eine Chance, den direkten Klassenerhalt in der 1. Bundesliga zu schaffen, haben die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten. Der Aufsteiger verlor das Duell beim Mitaufsteiger SV Union Halle-Neustadt mit 24:27 (11:15) und hat bei acht noch auszutragenden Partien sieben Punkte Rückstand auf die Hallenserinnen, die auf dem zwölften Platz und damit am rettenden Ufer stehen. Durch den 32:28-Auswärtssieg von Frisch Auf Göppingen in Bad Wildungen ist Buchholz-Rosengarten sogar auf Abstiegsrang 14 abgerutscht.

Vorentscheidung fällt am Ostersonnabend in Göppingen

In der letzten Saisonphase kann es nur darum gehen, wieder auf Relegationsplatz 13 zu klettern und mit einem Erfolg in der anschließenden Relegation gegen den Vizemeister der 2. Bundesliga doch noch den Klassenerhalt zu realisieren. Eine Vorentscheidung fällt am Ostersonnabend, 3. April, wenn Frisch Auf Göppingen (13. Platz/10:36 Punkte) die Luchse empfängt (14./9:35).

Die Vorzeichen vor dem Auswärtsspiel in Halle an der Saale waren alles andere als gut. Neben den Langzeitausfällen Marthe Nicolai, Svea Geist, Julia Herbst, Jessica Oldenburg, Mareike Vogel und Louise Cronstedt mussten kurzfristig auch noch Fatos Kücükyildiz und Natalie Axmann (beide krank) passen. Zudem lässt das angekündigte Comeback der ehemaligen Nationaltorhüterin Christine Lindemann auf sich warten. Die medizinische Abteilung hatte der 50-Jährigen von einem Einsatz zum jetzigen Zeitpunkt abgeraten. So standen dem Trainerteam Dubravko Prelcec und Matthias Steinkamp, die vor Ort von Mentaltrainerin Maike Koberg unterstützt wurden, nur drei Auswechselspielerinnen für das Feld zur Verfügung. Die Aufrechten warfen alles an Kampfgeist, Willen und Kraft in die Waagschale, in diesem Punkt konnte man ihnen absolut nichts vorwerfen.

Krank: Auch Fatos Kücükyildiz und Natalie Axmann fehlten

„Die knappe Besetzung ist nicht der Grund, dass wir verloren haben“, sagte Trainer Dubravko Prelcec. „Ich bin zufrieden, weil die Mädels 60 Minuten einen großen Kampf geliefert und die Aufgaben, die wir ihnen gestellt haben, gut erledigt haben.“ Die Handball-Luchse waren gegen zunächst nervös agierende Gastgeberinnen sofort gut in der Partie. Zweimal Kim Berndt und Alexia Hauf warfen ein 3:0 nach knapp fünf Minuten heraus, nach zwei Treffern von Maj Nielsen – es sollten ihre einzigen bleiben – stand es zwei Minuten später sogar 5:1 für die Gäste aus der Nordheide.

Torhüterin Zoe Ludwig knüpfte nahtlos an ihre starke Leistung aus der Vorwoche gegen Neckarsulm an, parierte nach zwölf Minuten ihren ersten von zwei Siebenmetern an diesem Abend. Danach gelang es Halle allerdings immer besser, die Luchse-Abwehr mit vielen Kreuzbewegungen in Bewegung und Linkshänderin Helena Mikkelsen (6 Tore) in Wurfposition zu bekommen. Bei 6:6 (18. Minute) war der Ausgleich hergestellt, nach dem 10:10 (26.) zog Halle/Neustadt bis zur Pause auf 15:11 davon.

Torhüterin Zoe Ludwig pariert erneut zwei Siebenmeter

Bei den Luchsen spielten Alexia Hauf und Maj Nielsen auf den Außenpositionen, Evelyn Schulz am Kreis sowie Kim Berndt und Sarah Lamp im Rückraum bis auf wenigen Minuten auf der Auswechselbank durch. Rückraumspielerin Marleen Kadenbach wurde einen Tick häufiger durch Lisa Borutta ersetzt. Lamp war die auffälligste und torgefährlichste Spielerin. Nimmermüde und kampfstark, mit enormer Dynamik und Energie ging sie immer wieder in die Deckung der Wildcats und traf auch mit Rückraumwürfen. Die 29-Jährige bekamen die Gastgeberinnen nie in den Griff. Spielmacherin Kim Berndt als sichere Siebenmeterschützin, Linksaußen Alexia Hauf über Gegenstöße und Lamp brachten die Luchse in der zweiten Halbzeit mehrfach bis auf ein Tor heran, nur der Ausgleich wollte nicht gelingen.

„In den letzten zehn bis 15 Minuten haben wir wichtige Gelegenheiten liegen lassen. Auch die Torhüterin hat in dieser Phase den Unterschied ausgemacht“, analysierte Prelcec. Ihre stärkste Parade zeigte Anica Gudelj bei einer 20:18-Führung für Halle, als sie einen glockenfreien Wurf von Evelyn Schulz vom Kreis abwehrte. Mitentscheidend für die Niederlage waren auch ein Fehlpass von Kadenbach, der in einen Konter zum 21:24 aus Luchse-Sicht mündete, und kurz danach ein Heber von Rechtsaußen Nielsen aus sehr guter Wurfposition, der neben dem Tor landete.

Jetzt eine Woche trainingsfrei, um regenerieren zu können

Trotzdem war immer noch ein Punktgewinn möglich. Nach einem Foul an Sarah Lamp verwandelte Kim Berndt den Siebenmeter eine Minute vor dem Ende zum 24:26. Die Luchse gingen zu einer offenen Eins-gegen-eins-Deckung über, provozierten schnell einen Fehlpass der Hallenserinnen ins Seitenaus und kamen 30 Sekunden vor der Sirene zum Abschluss. Allerdings brachte Alexia Hauf die Kugel nicht an Halle-Keeperin Gudelj vorbei. In den Schlusssekunden traf dann Lea Gruber aus dem Rückraum in den rechten oberen Winkel zum 27:24-Endstand.

„Wir haben ein Spiel zweier starker Abwehrreihen gesehen, die bessere hat gewonnen“, so Luchse-Trainer Dubravko Prelcec, der sich um den körperlichen Zustand seiner Spielerinnen sorgte. „Heute mussten fast alle über ihre Grenzen gehen, das hat Substanz gekostet.“ Gut, dass die Handball-Luchse zehn Tage Pause bis zum nächsten Bundesligaspiel am Mittwoch, 24. März, haben. In der Zwischenzeit findet ein Lehrgang der Nationalmannschaft zur Vorbereitung auf die WM-Play-offs statt. „Die Spielerinnen haben jetzt eine Woche frei und trainieren individuell. Von Montag an werden wir uns auf Oldenburg vorbereiten“, hofft der Luchse-Trainer auf eine gute Erholung.

Die Tore: Sarah Lamp (6), Kim Berndt (6/5), Alexia Hauf, (5), Lisa Borutta, Maj Nielsen (je 2), Marleen Kadenbach (2/1) und Evelyn Schulz (1)