Corona-Pandemie

Winsens Impfpaten helfen bei der Terminvergabe

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Renate Ehlert (r.) erhält Hilfe von Impfpatin Dorothea Bretschneider.

Renate Ehlert (r.) erhält Hilfe von Impfpatin Dorothea Bretschneider.

Foto: Stadt Winsen / HA

Viele ältere Menschen brauchen Unterstützung bei der telefonischen Anmeldung oder wenn sie online einen Termin vereinbaren sollen

Winsen.  Die Corona-Schutz-Impfungen in der Winsener Stadthalle sind angelaufen und alle Menschen, die älter sind als 80 Jahre, dürfen nun für die langersehnte Impf-Spritze ihre Ärmel hochkrempeln. Einzige Voraussetzung: Es muss vorher ein Termin vereinbart werden. Doch das ist für einige Seniorinnen und Senioren manchmal gar nicht so einfach. Oft vergehen lange Wartezeiten am Telefon, bevor man über die Hotline bis zu einem Gesprächspartner vordringt, oder die technischen Kenntnisse für eine Online-Reservierung am Computer fehlen. Auch der spätere Weg zum Impfzentrum und die Impfung selbst können für ältere Menschen, die keine Verwandten oder Bekannten im näheren Umfeld haben, eine Herausforderung darstellen.

Winsen hat frühzeitlich ehrenamtliche Hilfe organisiert

Die Stadt Winsen hat aus diesem Grund bereits frühzeitig ehrenamtliche Hilfe organisiert und das Konzept der Impfpatenschaften entwickelt. Dabei bieten Freiwillige ihre Hilfe an, um Seniorinnen und Senioren bei der Corona-Impfung zu unterstützen. Die zu impfenden Bürgerinnen und Bürger können sich bei der Stadt melden, wenn sie sich zum Beispiel Hilfe bei der Terminreservierung oder auf dem Weg zur Impfung wünschen. Anschließend vermittelt das Familienbüro der Stadt den Impfling an einen passenden Impfpaten – so wie bei Renate Ehlert und Dorothea Bretschneider.

Renate Ehlert ist gerade erst 80 geworden und noch topfit, schmeißt ihren Haushalt alleine, fährt Auto und macht mehrere Stunden die Woche Sport. Lediglich mit dem Internet hat die Winsenerin manchmal noch so ihre Schwierigkeiten. Impfpatin Dorothea Bretschneider hat bereits durch ihre Mutter Erfahrung mit der Impf-Anmeldung über das Internet. Daher weiß sie: „Viele über 80-Jährige tun sich schwer mit der Technik und können dabei Hilfe gut gebrauchen.“ Für Dorothea Bretschneider war es daher selbstverständlich, sich als ehrenamtliche Impfpatin zu melden.

Patin erläutert die Schritte zur Online-Anmeldung

Bei einem gemeinsamen Treffen hat Dorothea Bretschneider Renate Ehlert die einzelnen Schritte zur Online-Impfanmeldung erklärt und in den nächsten Tagen parallel versucht, online einen Platz auf der Warteliste für ihren Impfling zu ergattern. Letzten Endes war aber doch die Geduld am Telefonhörer zielführend, denn über diesen Weg ist Renate Ehlert dann doch endlich durchgekommen: „Ich bin sehr erleichtert, jemanden erreicht zu haben. Jetzt muss ich nur noch darauf warten, bis mir mein Termin mitgeteilt wird.“ Für die Idee mit den Impfpatenschaften ist die Rentnerin sehr dankbar. Ihre Familie wohne weiter weg und auf Familientreffen bleibe wenig Zeit, um sich den Umgang mit dem Computer und dem Internet genauer erklären zu lassen. Die Hilfe von Dorothea Bretschneider kam daher sehr gelegen.

Die Hilfe spricht sich herum

Den Impf-Termin wird die jung gebliebene Seniorin allerdings ohne ihre Impfpatin wahrnehmen. „Ich mache ja auch sonst noch alles alleine“, erklärt sie und sagt weiter: „Ich habe aber bereits einigen Bekannten aus meinem Umfeld von der Impfpatenschaft erzählt und sie auf die Möglichkeit hingewiesen, auf diese Weise Unterstützung zu bekommen.“ Weniger aktive und noch ältere Menschen seien bestimmt sehr froh darüber.

Dorothea Bretschneider freut sich mit ihrem Impfling. Jetzt hofft sie auf genügend Impfstoff, damit die Impfung bald und reibungslos ablaufen kann. Bis es soweit ist, steht sie Renate Ehlert aber weiterhin für Fragen und Hilfe zur Verfügung.