Buxtehude

Corona-Schnelltests für Kita-Personal in Sicht

| Lesedauer: 4 Minuten
Axel Tiedemann
Andrea Lange-Reichardt ist in der Buxtehuder Stadtverwaltung Fachgruppenleiterin für den Bereich Jugend und Familie.

Andrea Lange-Reichardt ist in der Buxtehuder Stadtverwaltung Fachgruppenleiterin für den Bereich Jugend und Familie.

Foto: Axel Tiedemann / HA

Details für Niedersachsen unklar. Buxtehude prescht vor und zahlt selbst. Im Landkreis prüfen viele Kommunen

Buxtehude.  In Niedersachsen sollen den Beschäftigten in Kitas und Schulen künftig Corona-Schnelltests angeboten werden. Details über das Wann und Wie stehen aber offenbar noch nicht fest, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) jetzt in einem Interview mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ sagte. Man wolle aber die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen und das „individuelle Sicherheitsempfinden“ damit unterstützen.

Buxtehude übernimmt die Kosten der Schnelltests

Auf die angekündigten Details soll in der Hansestadt Buxtehude allerdings nicht erst gewartet werden. Seit Dienstag können sich dort in den 20 Kindertagesstätten der Stadt und der freien Träger Erzieher und Erzieherinnen mit solchen Tests in ihren Einrichtungen freiwillig testen lassen, bis zum Donnerstag noch mit keinem positiven Ergebnis. Allerdings hatte es in Buxtehuder Kitas in der Vergangenheit vereinzelt positive Fälle beim Personal gegeben.

Ein Test kostet 16 Euro

Übernommen wird die Aufgabe von der Sozialstation oder auch dem Malteser Hilfsdienst. 16 Euro zahlt die Stadt pro Test, der je Mitarbeiter einmal wöchentlich angeboten werden soll. Buxtehude zahlt damit solche Tests zunächst selbst und wartet nicht auf die Finanzierungsregelung durch das Land, die eben noch ungewiss ist. „Wir betrachten das auch als Wertschätzung unserer pädagogischen Mitarbeiter“, sagt die zuständige Buxtehuder Fachbereichsleiterin für Jugend und Familie, Andrea Lange-Reichardt.

Kita-Personal ist besonders gefährdet

Immerhin seien Erzieher und Erzieherinnen die „einzige Berufsgruppe“, die ohne Schutz von Masken so viele Kontakte habe. Die Tests sollen jetzt zunächst bis zum möglichen Lockdown-Ende am 14. Februar angeboten werden – und auch noch darüber hinaus, wenn die Kitas eventuell wieder mehr Kinder betreuen könnten. „Gerade dann sehen wir weiter einen großen Bedarf“, sagte Lange-Reichardt. Grund für die Entscheidung seien vor allem die neuen Virus-Mutationen und eine Studie der AOK zu Infektionen bei Kita-Mitarbeitern. So hat die Krankenkasse AOK Mitte Januar eine Studie herausgegeben, wonach Erzieher und Erzieherinnen wegen einer Covid-19-Erkrankung doppelt so oft arbeitsunfähig geschrieben wurden wie der Durchschnitt der bei der AOK versicherten Arbeitnehmer. Die AOK hatte dabei den Zeitraum März bis Oktober 2020 betrachtet. In den vergangenen Wochen hatten Kita-Beschäftigte in Niedersachsen und Hamburg zudem auf ihre Ängste vor einer Ansteckung in Brandbriefen aufmerksam gemacht und unter anderem solche Schnelltests gefordert. „Ich sprach mit Kollegen, die Angst haben, um ihre Gesundheit, um die ihrer Familien. Kollegen, die unter Schlaflosigkeit leiden, eine absolute Hilflosigkeit spüren“, hieß es in einem dieser Briefe.

Auch im Landkreis Harburg prüfen die Kommunen

Unterdessen wird auch in vielen Kommunen im Landkreis Harburg geprüft, ob solche Kita-Schnelltests eingeführt werden könnten. „Wir sehen die Maßnahme positiv und unterstützen sie auch“, sagt etwa der Sprecher der Stadt Buchholz, Heinrich Helms. In Buchholz seien in den Kindergärten der Stadt rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Helms: „Wir klären derzeit, wie regelmäßige Tests zu organisieren sind. Allerdings ist die Finanzierung der Tests zurzeit noch offen.“ Ähnlich die Situation in Winsen und Neu Wulmstorf. In Winsen werde zur Zeit der Bedarf abgefragt, hieß dort aus dem Rathaus. Auch in der Neu Wulmstorfer Verwaltung saß man gerade am Donnerstag zusammen, um über das Thema zu beraten, sagte dort Bürgermeister Wolf Rosenzweig: „Wir prüfen das jetzt.“

In der Gemeinde Seevetal ist man hingegen noch nicht ganz so weit: Die Fragestellung nach Kostenübernahme von Schnelltest in Kitas sei noch „ganz frisch“, hieß es dort auf Anfrage. Die Gemeinde warte dazu die Entwicklung der nächsten Tage ab.​