2200 Impfdosen angekommen

Impfzentren im Landkreis starten am Montag

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Rolf Zamponi
Im Impfzentrum Winsen kann es losgehen. Michael Thomas (v.l.), Melanie Romano, Julian Rüscher und Jens Bauer vom DRK-Kreisverband.

Im Impfzentrum Winsen kann es losgehen. Michael Thomas (v.l.), Melanie Romano, Julian Rüscher und Jens Bauer vom DRK-Kreisverband.

Foto: Rolf Zamponi

Die ersten 566 Termine für Winsen und für Buchholz sind vom Land vergeben – mobile Teams sind in den Alten- und Pflegeheimen fertig

Kreis Harburg.  In der kommenden Woche werden im Landkreis Harburg mehr als 1100 Menschen im Alter ab 80 Jahren gegen den Corona -Virus geimpft. „Das niedersächsische Sozialministerium hat für Winsen und Buchholz jeweils 566 Termine für die erste und die zweite Impfung vergeben. Damit beginnt am Montag nach Abschluss der Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen die Arbeit in den beiden Zentren“, sagte Jan Bauer, der Vizepräsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Kreisverband Harburg-Land, dem Abendblatt. Hintergrund ist eine Lieferung von jeweils 2200 Dosen von BionTech/Pfizer an die beiden Zentren, die am Donnerstag eingegangen ist. Davon ist ein Teil auch für die zweiten Impfungen nach 21 Tagen vorgesehen.

Der erste Schritt ist getan

Die jeweils 566 Impfungen sind ein erster Schritt in der Anlaufphase. „Wir können mehr Menschen impfen. Ziel ist es, die Zahlen deutlich zu steigern“, sagte Bauer. Derzeit beginnt das DRK in Winsen mit vier Impfstrecken, ein bis zwei Ärzten sowie Fach- und Verwaltungspersonal. Sie können, einmal eingespielt, zwischen 400 bis 600 Impftermine pro Tag schaffen. In der Stadthalle der Kreisstadt kann die Kapazität künftig jedoch auf bis zu acht Strecken ausgebaut werden. Im zweiten, größeren Zentrum in der Buchholzer Schützenhalle sind bis zu zwölf Strecken möglich.

Ein Impfangebot für alle Menschen im Landkreis bis Ende September

„Wir halten es für möglich, allen Menschen im Landkreis bis Ende September ein Impfangebot zu machen“, sagte Bauer. Diesen Termin hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel für die bundesweiten Impfungen genannt. Der Engpass werden zunächst die Termine und die Lieferungen von Impfdosen bleiben. An Personal fehlt es dagegen nicht. Im Rahmen der Kampagne „Tu was. Du Kannst“, die das DRK Anfang Dezember in Printmedien, online und in den sozialen Medien gestartet hatte, hatten sich 400 Freiwillige als „Krisenbezwinger“ für den Einsatz in den Zentren gemeldet. Gefragt sind vor allem medizinische Fachkräfte, Alten- und Krankenpfleger, ausgebildete Notfallsanitäter sowie Verwaltungsmitarbeiter für administrative Aufgaben. Die Hälfte von ihnen hatte das DRK an die Johanniter-Unfallhilfe weitergeleitet, die für das Zentrum in Buchholz zuständig ist. Die beiden Hilfsorganisationen haben sich die Aufgabe geteilt und ihre Zuständigkeiten jeweils östlich und westlich der A 7 definiert.

Am Sonnabend ist das Impfen in Alten- und Pflegeheimen abgeschlossen

Das Impfen in den Alten- und Pflegeheimen soll bis zum Sonnabend abgeschlossen sein. Dann sind für je eine Einrichtung in Vierhöfen und in Maschen Besuche der mobilen Impfteams geplant. Die Teams von DRK und Johanniter haben dann in den mehr als 30 Heimen im Landkreis mehr als 6000 Impfdosen verabreicht -- nicht nur an Bewohner, sondern auch an Mitarbeiter. Dazu kommen die eigenen Rettungsdienste sowie das Personal der Kreisgesellschaft in diesem Bereich. „Es läuft noch nicht alles rund. Aber ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie stehen die Impfzentren und Impfstoff ist verfügbar. Die Lage entwickelt sich in die richtige Richtung“, sagte Bauer.

Mobile Teams bleiben bestehen

Für die mobilen Impfteams hatten sich Melanie Romano und Julian Rüscher gemeldet. Romano hörte auf einen Hinweis ihrer Mutter und wurde noch am Tag ihrer Bewerbung eingestellt. Sie organisiert nun mit den jeweiligen Heimleitungen die Abläufe in den Häusern. Rüscher stellte sein Arbeitgeber, die Phoenix, zunächst für ein halbes Jahr bei fortlaufendem Gehalt frei. Er übernimmt als ausgebildeter Sanitäter und DRK-Bereitschaftsleiter in Jesteburg nun Führungsaufgaben.

„Es ist für mich herzergreifend, wie sich die Bewohner in den Heimen für unseren Einsatz bedanken“, sagt Romano. Sie freut sich vor allem, wenn Bewohner oder Mitarbeiter, die zunächst noch vor einer Impfung zurückschreckten, sich doch noch dafür entscheiden. „Ich möchte gar keine Begegnung an den einzelnen Stationen hervorheben. Es ist eine herausragende Zeit“, sagte Rüscher, der sonst als Elektriker für die Phoenix arbeitet. Unter den Heimbewohnern gibt es mit 90 Prozent eine hohe Impfbereitschaft.

Die mobilen Teams werden bestehen bleiben. Sie sollen künftig weiter in Flüchtlingsheimen, Werkstätten, beim betreuten Wohnen oder bei Pflegediensten zum Einsatz kommen. „In den Zentren beginnen wir jetzt an fünf Tagen in der Woche mit dem Impfen, können dies aber auf sieben Tage ausweiten“, versichert DRK-Vizepräsident Bauer. „Unsere Mitarbeiter sowie die Ehrenamtlichen sind es gewohnt, an Wochenenden zu arbeiten.“

Termine vergibt ausschließlich das Land

Die künftigen Impftermine können unter 0800/9988665 vereinbart werden. Per Telefon ist es möglich, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Das geht online über www.impfportal-niedersachsen.de jedoch nicht. Die Termine kommen allein über diese beiden Zugänge zustande. Weder die Zentren, noch Gemeinden, der Landkreis oder die Kassenärztliche Vereinigung laden ein, auch nicht die beiden Hilfsorganisationen. Klar ist: In Buchholz beginnt alles am Montag um neun Uhr, Winsen folgt von 12.30 Uhr an. Jörn Jepsen, der ärztliche Leiter der Zentren, kann so am ersten Tag in beiden Städten zum Impfstart dabei sein.