Streit um Wohnung war wohl Motiv für Bluttat in Drage

Nach dem Tod zweier Eheleute am Drager Elbdeich geht die Polizei davon aus, dass ein Streit um die Wohnung das Motiv gewesen sein könnte.

Nach dem Tod zweier Eheleute am Drager Elbdeich geht die Polizei davon aus, dass ein Streit um die Wohnung das Motiv gewesen sein könnte.

Foto: Joto / JOTO

Ehepaar stand sich am Montag vor dem Familiengericht gegenüber. Beide wollten die Wohnung allein weiter nutzen. Mann soll Frau erstochen haben

Drage . Nach dem Tod einer 56-Jährigen und ihrem ein Jahr älteren Ehemann in Drage (wir berichteten) hat die Polizei die Ermittlungen weitgehend abgeschlossen. Die Eheleute waren am Dienstag in ihrem Haus am Elbdeich gefunden worden. Befragungen von Verwandten und Bekannten ergaben, dass das Paar sich seit einigen Monaten im Prozess der Trennung befand.

Unter anderem war eine gerichtliche Auseinandersetzung über die zukünftige Nutzung der gemeinsamen Mietwohnung anhängig. Die Polizei vermutet in dem dieser Auseinandersetzung das Tatmotiv des 57-Jährigen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er in der Nacht zum Dienstag mehrfach auf seine Frau eingestochen hat und sich anschließend selbst das Leben nahm.

Ehemann und Ehefrau stritten vor dem Familiengericht

Die Eheleute hatten beim Amtsgericht Winsen ein sogenanntes Wohnungszuweisungsverfahren geführt. Beide hatten den Antrag gestellt, dass der andere Ehegatte ihm die Ehewohnung zur alleinigen Benutzung überlässt. Am Montag hatten die 56 und 57 Jahre alten Eheleute noch mit ihren anwaltlichen Verfahrensbevollmächtigten an einer nicht öffentlichen Verhandlung in dieser Sache teilgenommen. Im Rahmen einer mündlichen Verhandlung hatte das Gericht einen Termin für die Verkündung einer Entscheidung anberaumt.

Weder aus dem Inhalt der Akten des familiengerichtlichen Verfahrens noch aus der mündlichen Verhandlung vom Montag heraus hätten sich Hinweise oder Ankündigungen für einen bevorstehenden Suizid, ein Tötungsdelikt oder eine Gewalttat ergeben, sagt eine Gerichtssprecherin.

Die Verhandlung beim Familiengericht am Montag sei ruhig und geordnet verlaufen, aggressives oder bedrohliches Verhalten der Beteiligten sei nicht zu beobachten gewesen. Weitere Informationen zu der Familiensache sollen wegen der Nichtöffentlichkeit des Verfahrens nicht erfolgen.