LKA-Statistik

Automatensprenger erbeuteten 2020 rund 1,5 Mio. Euro

Nach der Sprengung eines Geldautomaten ist der Vorraum einer Bankfiliale in Langenhagen bei Hannover völlig verwüstet. Im Jahr 2020 wurden in Niedersachsen 45 Angriffe auf Geldautomaten mit Gas- beziehungsweise Festsprengstoff registriert.

Nach der Sprengung eines Geldautomaten ist der Vorraum einer Bankfiliale in Langenhagen bei Hannover völlig verwüstet. Im Jahr 2020 wurden in Niedersachsen 45 Angriffe auf Geldautomaten mit Gas- beziehungsweise Festsprengstoff registriert.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Selbst ohne Beute richten Sprengungen erheblichen Schaden an Gebäuden an. Allein 750.000 Euro waren es bei einer Tat in Leer

Hannover . Im Bundesland Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr 45 Angriffe auf Geldautomaten mit Gas- beziehungsweise Festsprengstoff registriert. Bei 19 dieser Taten hätten die Täter Beute gemacht, in 26 Fällen sei es beim Versuch geblieben, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) auf Anfrage mit. Auch 2019 waren es 45 derartige Taten. Die Gesamthöhe der Beute im vergangenen Jahr bezifferte das LKA auf etwa 1,5 Millionen Euro. In Bremen registrierte die Polizei im Vorjahr sechs Automatensprengungen – in drei Fällen erbeuteten die Täter dabei auch das enthaltene Bargeld.

Farbmarkierungen für Geldscheine und Nebelmaschinen

Viele Banken hätten auf die Art der Tatbegehung reagiert, indem sie etwa technische Zusatzausrüstungen wie Farbmarkierungen für die Geldscheine oder Nebelmaschinen nutzten, die es den Tätern deutlich schwerer machten, sagte ein Polizeisprecher in Bremen. Selbst ohne Beute richten die Sprengungen teils erheblichen Schaden an Gebäuden an. 400.000 Euro waren es im Juli 2020 in Bremen und im März 2020 bei einer Tat in Bunde (Kreis Leer) sogar 750.000 Euro.

In Niedersachsen wurden 2020 insgesamt 18 Tatverdächtige ermittelt, es gab auch mehrere Festnahmen. Zudem habe es bundesweit Festnahmen gegeben, bei denen noch geprüft werde, ob sie einen Bezug auch zu Taten in Niedersachsen haben. Aus Sicht der Ermittler müssen grundsätzlich Tatgelegenheiten und Tatanreize verringert werden, indem etwa die Bargeldbestände in den Geldautomaten minimiert oder hochauflösende Kameras an den Standorten installiert werden. Allerdings reagiere auch die Täterseite ihrerseits auf Sicherungsmaßnahmen der Geldinstitute.