Straßenbau

Bessere Verbindung zwischen Harburg und dem Landkreis

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Rolf Zamponi
An dieser Kreuzung soll ein Kreisverkehr entstehen.

An dieser Kreuzung soll ein Kreisverkehr entstehen.

Foto: Lars Hansen / HA

Hamburger wie Niedersachsen sorgen für bessere Anbindung: Zur Sanierung des Ehestorfer Heuwegs kommt ein neuer Kreisverkehr.

Rosengarten. Neue Entwicklung bei den Straßenverbindungen zwischen Hamburg und dem Landkreis Harburg mit der Gemeinde Rosengarten: Während der Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die Sanierung des Ehestorfer Heuwegs im zweiten Quartal fortsetzen will, wird jetzt zudem auch der Landkreis aktiv. Die Einmündung des Ehestorfer Wegs, der während der Bauzeiten am Heuweg als Umleitung vorgesehen war, in die Appelbütteler Straße soll zu einem Kreisel umgebaut werden.

Wichtig dabei: Beide Projekte sollen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander abgewickelt werden, um so die Verbindungen aufrecht zu erhalten. Das versichern sowohl der LSBG als auch der Landkreis. „Sollte die Fertigstellung des Kreisverkehrs nicht rechtzeitig möglich sein, bevor Hamburg die Bauarbeiten am Ehestorfer Heuweg beginnt, werden wir unser Projekt verschieben. Wir wollen den Ehestorfern keine zusätzliche Belastung zumuten“, sagte Landrat Rainer Rempe.

Neuer Kreisverkehr wird sei vier Jahren geplant

Die Planungen für den neuen Kreisel reichen inzwischen vier Jahre zurück. Hintergrund dafür ist, dass der Landkreis zunächst Grundstücke kaufen musste. Der Bereich neben der Appelbütteler Straße wird vor allem landwirtschaftlich genutzt. Nun sollen die Arbeiten aber voraussichtlich im März, spätestens im April beginnen. „Die Planungen sind abgeschlossen. Bei einem Grundstück hatte sich der Kauf aufgrund der Corona-Pandemie verzögert, soll aber jetzt kurzfristig abgeschlossen werden“, sagt Uwe Karsten, der Leiter des Betriebs Kreisstraßen beim Landkreis.

Vorgesehen ist ein Kreisel mit einem Durchmesser von 35 Metern, der auch für Lkw oder landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge ausreichend ist. Die Gesamtkosten liegen bei 800.000 Euro. Das Projekt wird nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz mit 60 Prozent gefördert, so dass mehr als 450.000 Euro fließen. Das hatte zuletzt Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann bekannt gegeben (das Abendblatt berichtete). Insgesamt unterstützt das Land Niedersachsen über das Gesetz in diesem Jahr 79 Straßenbauprojekte mit 75 Millionen Euro.

Mit dem Kreisel soll ein Unfallschwerpunkt entschärft werden

Hintergrund für die Förderung des Kreisels ist, dass mit dem Umbau ein Unfall-Häufungspunkt beseitigt werden soll. Denn über einige Jahre hinweg hatten sich an dem Abzweig mehrere schwere Unfälle ereignet. An der Einmündung wird noch immer mit einem Kreuz und Gedenksteinen an ein Todesopfer erinnert.

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Zusätzlich zum Kreisel, an den auch der bereits asphaltierte Wirtschaftsweg angeschlossen wird, plant der Landkreis weitere Bauarbeiten. So soll auf rund 700 Meter der Fahrbahnbelag an der Appelbütteler Straße erneuert werden. Damit steigen die Kosten auf insgesamt 1,2 Millionen Euro. Die zusätzliche Summe muss der Kreis dabei allein tragen. „Wir werden unter Hochdruck und mit einer Vollsperrung arbeiten“, sagt Karsten. Während der Bauzeit, die auf sechs bis sieben Wochen geschätzt wird, kann der Bereich mit einer Umleitung über Vahrendorf umfahren werden.

Neubau passiert in Abhängigkeit zu den Arbeiten am Ehestorfer Heuweg

Sollte die Auftragsvergabe nicht zügig genug gelingen und daher ein rechtzeitiger Abschluss des Projekts vor dem Neubeginn der Arbeiten am Ehestorfer Heuweg nicht beendet sein können, wird der Neubau in jedem Fall verschoben. Das würde den Bau des Kreisels wohl um bis zu zwei Jahre verzögern.

Der Hamburger Landesbetrieb LSBG wird während seiner Arbeiten am Ehestorfer Heuweg eine provisorische Fahrbahn für Anlieger, Liefer- und Pflegedienste, die Müllabfuhr oder Krankentransporte auf einem Schotterweg bauen. So können die Grundstücke sowohl von Süden als auch von Norden erreicht werden. Für den überörtlichen Durchgangsverkehr wird die Strecke jedoch gesperrt. „Unser Ziel ist es, nacheinander mit den beiden Ausbauten fertig zu werden. Wir werden beginnen, wenn der Landkreis seine Arbeiten abgeschlossen hat“, sagt Edda Teneyken, die Sprecherin des LSBG. Derzeit wird damit gerechnet, dass noch Kosten von vier Millionen Euro entstehen.

Nach 30 Jahren in den Ruhestand – Verkehrskoordinatorin übernimmt

Uwe Karsten, der seit 2004 an der Spitze des Betriebs Kreisstraßen steht, wird noch vor dem Baubeginn in den Ruhestand gehen. Er hat am 15. Januar nach mehr als 30 Jahren beim Landkreis seinen letzten Arbeitstag. Nachfolgerin wird Susanne Dahm, eine promovierte Raumplanerin, die seit Januar 2019 die erste Verkehrskoordinatorin des Kreises ist. Sie übernimmt die Aufgabe von Karsten zusätzlich.

„Während meiner Zeit beim Landkreis haben wir mehrere Ortsdurchfahrten und die Umgehung für Hittfeld gebaut und die bundesweit einmalige Straßenmeisterei für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen gegründet“, zieht Karsten ein Fazit. „Aber den Ostring für Buchholz hätte ich gern auch noch gebaut.“