Trotz Schnelltests

68 Infizierte: Corona-Ausbruch in Buxtehuder Pflegeheim

| Lesedauer: 3 Minuten
Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Buxtehude. Mehr als die Hälfte der Bewohner ist infiziert.

Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Buxtehude. Mehr als die Hälfte der Bewohner ist infiziert.

Foto: Rachel Wahba

Mehr als die Hälfte der Bewohner ist an Covid-19 erkrankt. Schnelltests hatten zuvor deutlich mehr negative Ergebnisse gezeigt.

Buxtehude. In dem Amarita Seniorenheim in Buxtehude-Altkloster ist es zu einem massiven Corona-Ausbruch gekommen, der offenbar gleichzeitig die mögliche Unsicherheit von Schnelltests offenbart: Wie die Einrichtungsleitung am Montag mitteilte, fielen die Corona-Tests bei 61 von rund 100 Bewohnern jetzt positiv aus. Auch sieben Mitarbeiter seien positiv getestet worden.

Zwei der positiv getesteten Bewohner zeigten ausgeprägte Symptome, einige würden über Abgeschlagenheit und leichten Husten klagen. „Aber niemand musste bisher ins Krankenhaus, wir hoffen sehr, dass das so bleibt“, sagte Einrichtungsleiterin Doreen Gjardy am Montagnachmittag auf Abendblatt-Anfrage.

Die betroffenen Bewohner seien im Haus räumlich von den anderen isoliert und das Gesundheitsamt sei eingeschaltet worden, das die Infektionsketten jetzt nachverfolge. FFP2-Masken, Schutzkittel und Einweg-Handschuhe für das Personal seien ausreichend vorrätig. Positiv getestete Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Quarantäne.

Corona-Ausbruch in Seniorenheim – Schnelltests zuvor negativ

Anlass für die Corona-Tests durch das Gesundheitsamt war ein routinemäßiger Schnelltest einer Mitarbeiterin am vergangenen Mittwoch, der sich auch bei einem späteren, zweiten PCR-Labor-Test als positiv bestätigt habe. Auch Bewohner seien zunächst solchen Schnelltests unterzogen worden, dabei habe es zunächst 68 negative und nur 31 positive Ergebnisse gegeben. Doch solche Schnelltests, wie sie derzeit für viele Einrichtungen gefordert werden, geben stets nur eine Momentaufnahme wieder.

Corona: Diese Testverfahren gibt es:

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Bei einer Nachtestung mit den laborbasierten PCR-Test am Sonntag wurden in dem Buxtehuder Seniorenheim noch einmal 30 weitere positive Testungen auf das Virus entdeckt. Wie das Seniorenheim weiter mitteilte, ist das Personal im Umgang mit der Pandemie besonders geschult: Eigene Krankheitsanzeichen würden protokolliert und regelmäßig die Körpertemperatur gemessen. Alle Mitarbeiter werden dem Heim zufolge zudem zwei Mal wöchentlich oder bei Bedarf mit einem Corona-Schnelltest getestet.

Die Angehörigen der positiv getesteten Bewohner seien inzwischen alle informiert worden. Aufgrund der aktuellen Situation sei zudem der Zugang zur Einrichtung bis auf wenige Ausnahmen für Besucher untersagt.

Die Corona-Nachrichten für Hamburg und den Norden lesen Sie hier im aktuellen Newsblog

( at )