Niedersachsen

Wann dürfen auch die Amateure wieder jubeln?

Die Mannschaft des MTV Eyendorf spielt in der zweiten Saison in der Verbandsliga. Zu gern würden die Spieler gemeinsam mit den Fans wieder Heimsiege feiern.

Die Mannschaft des MTV Eyendorf spielt in der zweiten Saison in der Verbandsliga. Zu gern würden die Spieler gemeinsam mit den Fans wieder Heimsiege feiern.

Foto: Markus Steinbrück / HA

Handball-Funktionäre und -Vereine berieten in einer großen Onlinekonferenz, wie die Saison fortgesetzt werden kann. Neustart im Februar?

Landkreis Harburg.  Während die Handballprofis trotz der Corona-Pandemie munter weiter spielen dürfen – wenn auch unter Beachtung strenger Vorschriften – ist weiter unklar, wie es bei den Amateuren weitergehen soll, nachdem unter anderem der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) am 28. Oktober den Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung ausgesetzt hat. Eine vom HVN ins Leben gerufene „Task Force Spielbetrieb“ hatte zuletzt erste Modelle zu einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebes in den Oberligen der Männer und Frauen und der Verbandsliga der Männer vorgestellt. Diese waren am Wochenende Gegenstand einer Videokonferenz mit den Vereinen und Mitgliedern des Präsidiums des HVN.

Für die Frauen des TuS Jahn Hollenstedt und MTV Tostedt sowie die Männer des SV Beckdorf und des VfL Fredenbeck aus dem Landkreis Stade sowie die Männer des MTV Eyendorf standen verschiedene Alternativen zur Diskussion, die die Task Force ausgearbeitet hatte. In der Diskussion zwischen Spielausschuss und Vereinen über eine Fortsetzung der Saison im Frühjahr des Jahres 2021 sprach sich das Gros der Handballclubs dafür aus, die Spielserie in Form einer Einfachspielrunde zu Ende zu bringen. Dabei sollen die bestehenden Staffeleinteilungen und -stärken erhalten bleiben und die Ergebnisse der bereits ausgetragenen Spiele berücksichtigt werden.

HVN-Vizepräsident Jens Schoof, der die drei Online-Konferenzen im Beisein von Präsident Stefan Hüdepohl moderierte, sprach von einem „offenen und ehrlichen Meinungsaustausch“, den die Vereinsvertreter geführt hätten. Der Spielausschuss werde die Gesprächsergebnisse jetzt bewerten und Umsetzungsmodelle erarbeiten. Die weitere Entwicklung der Pandemie und die damit einhergehenden Verordnungen der Landkreise, der kreisfreien Städte, der Region Hannover und der Hansestadt Bremen müssten dabei berücksichtigt werden. Vereinbart seien weitere Online-Zusammenkünfte mit den Vereinen zu Beginn des kommenden Jahres. „Frühestens danach wird der Spielausschuss dem Präsidium konkrete Empfehlungen zur Beschlussfassung an die Hand geben“, erklärte Jens Schoof am Wochenende.

Task Force hoffte auf Januar

Der Ursprungsgedanke der „Task Force“, die ersten Spiele bereits für Mitte Januar anzusetzen, sei vom Tisch. Die Mitglieder der „Task Force“ und des Spielausschusses gehen nach der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder Mitte voriger Woche davon aus, dass öffentliche Sportstätten frühestens ab dem 11. Januar wieder für den Trainingsbetrieb zur Verfügung stehen werden. „Wenn überhaupt“, sagt Jens Schoof mit Blick auf die nach wie vor hohen Sieben-Tage-Inzidenzen in einzelnen Kreisen. Nach Auffassung der Teilnehmer der drei Onlinekonferenzen müssten die Mannschaften vor einem Restart der Saison mindestens für die Dauer von drei Wochen Gelegenheit bekommen, Hallentraining zu absolvieren. Schoof: „Rein rechnerisch könnten wir also den Spielbetrieb frühestens am Wochenende 6. und 7. Februar wieder aufnehmen. Vorausgesetzt, wir kommen mit Ende der Schulferien wieder in die Hallen.“

Wie der Spielausschuss eine mögliche Einfachrunde in den Oberligen und in der Verbandsliga gestalten würde, ist laut Jens Schoof noch offen. „Das müssen wir noch beraten.“ Dazu gehört vor allem die Frage, ob und in welcher Form an das Ende der Runden Play-off-Spiele um Auf- und Abstieg ausgetragen werden sollen. Schoof: „Fakt ist, dass die Saison mit Ablauf des Monats Juni enden muss. Keiner weiß heute, ab wann wir wieder spielen dürfen. Ob es Play-off-Spiele geben könnte, hängt davon ab, wie viele Spieltage uns am Ende zur Verfügung stehen.“

Hohe Beteiligung

Diskutiert wurde im Kreis der Vereinsvertreter der Oberliga der Frauen auch eine vorzeitige Absage der Saison 2020/2021. Für den Handball-Verband Niedersachsen erklärte Schoof: „Unser Ziel ist es, zum Ende der Spielzeit eine sportliche Wertung hinzubekommen, um so die Voraussetzungen für eine möglichst normale Handballsaison 2021/2022 zu schaffen.“ Dass die Mitglieder des Spielausschusses die Vereine frühzeitig in ihre Gedankengänge eingebunden haben, ist bei den Vereinsvertretern auf Gefallen gestoßen, erklärte NFV-Präsident Stefan Hüdepohl: „Das war der richtige Weg. Die hohe Beteiligung zeigt, dass die Vereine an der unmittelbaren Kommunikation mit dem Landesverband interessiert sind.“ Laut Spielausschuss-Mitglied Olaf Bunge hatten sich 85 Prozent der Vereine an der Konferenz beteiligt.

Überlegungen, die 31 Oberligavereine der Männer und die 29 der Frauen in vier Staffeln neu aufzuteilen und die jeweiligen Erstplatzierten die Aufsteiger zu den Dritten Ligen in einer Hin- und Rückrunde ausspielen und die jeweiligen Letztplatzierten in die Landesligen absteigen zu lassen, haben sich aus Zeitgründen erledigt. Entsprechende Vorschläge hatte es auch für die Verbandsliga Nordsee gegeben.

Das Meinungsbild in den Landesligen mit den Männern der HSG Seevetal/Ashausen, TuS Jahn Hollenstedt, der SG Luhdorf/Scharmbeck und den Frauen des MTV Eyendorf, TuS Jahn Hollenstedt II, der HG Winsen und der HSG Seevetal/Ashausen ermittelt der HVN parallel in einer Online-Umfrage.

Saisonstart am Wochenende 6. und 7. Februar

Alle bisherigen Überlegungen laufen auf einen Saisonstart am Wochenende 6. und 7. Februar 2021 hinaus. Danach sollen die Vereine in zehn oder elf Staffeln bei den Männern und acht bei den Frauen eingeteilt werden, in denen sieben oder acht Mannschaften eine Hin- und Rückrunde austragen. Die jeweiligen Erstplatzierten qualifizieren sich für die Aufstiegsrunde, in der vier Aufsteiger ausgespielt werden. Die Letztplatzierten jeder Staffel steigen in die Spielklassen der Gliederungen ab.

Eine möglichst frühzeitige Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Spielklassen der Amateure plant auch der Hamburger Handball-Verband (HHV) , der mitgeteilt hat, dass über den Spielmodus entschieden werden soll, sobald sich abzeichnet, wann ein geregelter Spielbetrieb wieder möglich ist. Unter dem Dach des HHV spielen unter anderen der TV Fischbek, die SG Wilhelmsburg und die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten.