Coronavirus

Erste Eindrücke: Neues Corona-Zentrum in Buxtehude

In der ersten Station in der großen Halle werden die Unterlagen ausgehändigt.

In der ersten Station in der großen Halle werden die Unterlagen ausgehändigt.

Foto: THW / Meyn

Heute starten die ersten Corona-Tests. Zum Abstrich fährt man mit dem Auto vor. Überlegungen auch für ein Impfzentrum

Buxtehude.  Heute startet in Buxtehude-Ottensen der Betrieb eines neuen Corona-Testzentrums : Der Landkreis Stade verlegt damit seine zentralen Testungen in eine ehemalige Verlade-Halle des Saatgut-Herstellers Pinoneer, der vor einiger Zeit seinen Buxtehuder Standort aufgegeben und das Gelände an die Stadt verkauft hatte.

Bisher war das Testzentrum des Landkreises in einem Container auf dem Hof des Gesundheitsamts in Stade eingerichtet. Teils mussten die Menschen dort draußen warten, bis sie an der Reihe waren. „Wegen der steigenden Fallzahlen und angesichts der Witterung haben wir daher nach einem besseren Standort gesucht“, sagt die zuständige Dezernentin Nicole Streitz.

Buxtehude: Gesundheitsamt vergibt die Termine

Gedacht ist das Testzentrum für Menschen, die nach Erkenntnis des Gesundheitsamts einen engen Kontakt zu Infizierten hatten, so genannte Kontaktpersonen 1. In der Regel ordnet das Gesundheitsamt dann eine 14-tägige Quarantäne an, die auch bei einem negativen Test weiter eingehalten werden muss. „Der Test ist keine Pflicht, sondern ein Angebot“, so Streitz.

Auch Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden dort auf das neuartige Virus getestet, hier kann ein negatives Ergebnis aber die Quarantänezeit etwas verkürzen. Tests gibt es zudem für diejenigen, bei denen die Corona-Warn-App auf dem Mobiltelefon einen roten Risiko-Kontakt registriert hat. Wichtig sei in allen Fällen, dass nur nach einer konkreten Terminvergabe durch das Gesundheitsamt ein Test möglich sei. Und auch nur dann, wenn sich noch keine Symptome zeigen. Für solche Fälle sei der Hausarzt zuständig.

Es funktioniert wie beim Drive-Thru

Organisiert ist das neue Buxtehuder Testzentrum ein wenig wie ein Drive-Thru-Restaurant von McDonalds, also mit Autoschaltern, so dass man nicht aussteigen muss. Stattdessen fährt man mit dem Pkw auf das Gelände an der Apensener Straße, an einem roten Container werden noch draußen Terminvergabe und Personalien überprüft.

In der Halle bekommt man an einem weiteren Container seine Unterlagen ausgehändigt, die an die Windschutzscheibe geklebt werden.

Rettungsdienste, THW und Bundeswehr helfen

An einer weiteren Station nehmen schließlich medizinisch geschulte Kräfte den eigentlichen Abstrich aus dem Rachenbereich vor. Ein Abschnitt der persönlichen Angaben wird dann mit der Probe verschickt. Einen anderen Abschnitt mit QR-Code behalten die Getesteten und können so – falls vorhanden – über eine Corona-Warn-App auf ihrem Mobiltelefon schnell und noch vor der telefonischen Benachrichtigung durch das Gesundheitsamt ihr Laborergebnis erhalten.

Unterstützt wird der Landkreis dabei von sechs Soldaten der Bundeswehr und Kräften des Technischen Hilfswerks; andere Hilfsorganisationen wie Malteser, Johanniter oder DRK beteiligten sich ebenfalls an dem Aufbau. „Das war eine wirklich tolle Zusammenarbeit“, so Dezernentin Streitz.

Bis zu 90 Testungen täglich

Geöffnet ist das neue Testzentrum zunächst von 9 bis 12 Uhr, alle zwei Minuten könne dann ein Termin vergeben werden, so dass man auf täglich 90 Testungen käme. „Wir werden da aber flexibel reagieren müssen“, sagt die Dezernentin, die davon ausgeht, dass mit 45 Tests am Tag zunächst begonnen wird. Gedacht sei der Betrieb bis Ende März.

Auch ein Impfzentrum muss her

Offen ist derzeit allerdings noch, wie im Landkreis Stade künftig Menschen getestet werden, die über kein Auto verfügen. Es werde aber an einer Lösung dazu gearbeitet, hieß es aus der Kreisverwaltung, die jetzt wie alle Landkreise im Lande bis 15 Dezember zudem einen Standort für ein zusätzliches Corona-Impfzentrum suchen muss. Und auch dafür ist das ehemalige Pinoneer-Gelände bereits im Gespräch. „Denkbar dazu wäre der Standort“, sagt die Dezernentin. Allerdings müssten dort dann rund 1000 Menschen am Tag geimpft werden können – was dann doch zu Platzproblemen führen könnte.