Corona-Pandemie

Wie die Kirchen in Harburg für das Weihnachtsfest planen

Volle Kirchen wie hier die Marktkirche in Hannover (Archivfoto) wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Gemeinden planen Alternativen.

Volle Kirchen wie hier die Marktkirche in Hannover (Archivfoto) wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Gemeinden planen Alternativen.

Foto: Peter Steffen / dpa

Kirchengemeinden im Landkreis und im Bezirk Harburg bleiben zuversichtlich – und werden wegen der Corona-Pandemie kreativ.

Hittfeld/Winsen/Harburg.  Ein Weihnachtsfest mit gut besuchten Gottesdiensten und Krippenspielen wird es 2020 nicht geben, so viel steht fest. Doch die Kirchengemeinden im Landkreis und im Bezirk Harburg bleiben zuversichtlich und sind kräftig in der Planung.

Harburg: So planen die Kirchen fürs Weihnachtsfest

„Es wird viel draußen stattfinden, viele kürzere und kleinere Veranstaltungen geben“, sagt Malte Frackmann, Sprecher des Kirchenkreises Winsen.

„Wir müssen allerdings viel Aufwand betreiben, denn wir wissen angesichts der Corona-Pandemie nicht, welche Situation wir haben werden“, sagt Dirk Jäger, Superintendent des Kirchenkreises Hittfeld. „Deshalb planen wir von klassisch bis Worst Case.“

Die Gemeinden gingen sehr kreativ mit der Situation um, so Jäger: „Wir haben inzwischen sämtliche digitalen Formen, fast stündlich kommen neue Angebote hinzu. Aber wir wollen die Menschen auch persönlich treffen. Das wird meist draußen vor den Kirchen geschehen.“

Corona bietet Kirchen auch neue Chancen

Dieses besondere Jahr biete die Chance, sich wieder auf den Kern der Weihnachtsbotschaft zu besinnen, so Jäger: „Josef und Maria hatten ein Beherbergungsverbot. Ein intensiv gestalteter Gottesdienst im Freien kann die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten wieder mehr ins Bewusstsein rücken.“

Schließlich predige die Kirche jedes Jahr Ruhe und Besinnung – „jetzt haben wir die Gelegenheit, Menschen zum Nachdenken zu bringen.“ Zudem werden die Gottesdienste kürzer und prägnanter. Das schaffe die Chance, neue, attraktivere Formen zu finden.

Weihnachtsgeschichte wird mit Stabpuppen aufgeführt

Jäger freut sich über die Kreativität im Kirchenkreis. So seien Krippenspiele zwar in der Regel abgesagt, doch in Klecken werde die Weihnachtsgeschichte mit Stabpuppen aufgeführt. In Moisburg soll vor der Kirche eine Krippenszene aus Holz entstehen, die von den Besuchern des Adventsgottesdienstes nach und nach gefüllt wird. Dazu können die Besucher Bastelanleitungen mit nach Hause nehmen.

Auch im Kirchenkreis Winsen suche jede Gemeinde nach individuellen Lösungen, sagt Frackmann: „Es wird Freilufttreffen an unterschiedlichen Orten geben, bei denen Feuerkörbe Wärme und Licht an Dezemberabenden spenden können. Digitale Angebote sollen die Aktivitäten vor Ort ergänzen.“ Wie auch bei den Gemeinden im Kirchenkreis Hittfeld seien die Chöre „vollkommen zurückgefahren“, so Frackmann, nur Auftritte von Solisten seien mit Abstand zum Publikum denkbar.

Kein Weihnachtsoratorium, keine Chöre meldet auch St. Petri in der Buxtehuder Altstadt. Als kleines Trostpflaster präsentiert die Gemeinde ihre neue CD mit Advents- und Weihnachtsmusik aus der St. Petri Kirche, verspricht „Chöre, Bläser, Flöten, Solistinnen und Solisten, Harfe, Orgel, Klavier in vielen unterschiedlichen Besetzungen und Klangfarben“, die Weihnachtsmusik vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart intonieren.

Krippenspiele auf Abstand

Viele Gemeinden seien „wild am planen“, auch in Bezug auf Krippenspiele, sagt Remmer Koch, Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost, zu dem die Harburger Kirchen gehören. Koch: „Wenn sie stattfinden können, werden es Krippenspiele auf Abstand sein. Vielleicht vor Ort, vielleicht draußen, vielleicht auch nur als Aufzeichnung im Internet.“ Auch das Alter der Darsteller könne eine Rolle spielen. Kita-Kinder unterliegen möglicherweise anderen Regeln als ältere Schüler.

Gut gefüllte Kirchen zu Weihnachten seien längst nicht mehr denkbar, so Koch. Durch die Abstandsregeln können die Kirchen – je nach Bestuhlung – nur noch ein Bruchteil der Besucher aufnehmen. „Einige Gemeinden haben Buchungssysteme eingeführt, um mit der höheren Nachfrage umgehen zu können“, sagt Koch. „Manche bieten ihre Weihnachtsandacht online an, auch dann, wenn Gottesdienste besucht werden können. Für diejenigen, die nicht so vielen Menschen begegnen möchten.“

Weihnachts-CD aus Buxtehuder Kirche

Aus Winsen kommt ein weiteres Angebot für Daheimbleibende: „Der ARD-Gottesdienst wird am 24. Dezember um 16.15 Uhr live aus St. Marien in Winsen übertragen “, freut sich Malte Frackmann. „Die Leitung des Gottesdienstes liegt bei Pastorin Ulrike Koehn und Superintendent Christian E. Berndt. Als musikalisch Verantwortlicher sorgt Kantor Reinhard Gräler für klassisch-weihnachtliche Klänge.“

Trotz der ungewissen Zeiten haben die Gemeinden das „Frohe Weihnachten“ noch nicht abgeschrieben, im Gegenteil: „Was Weihnachten möglich sein wird, wissen wir vielleicht erst drei Tage vorher. Aber es wird ein schönes Weihnachtsfest werden“, sagt Hittfelds Superintendent Jäger.