Nahverkehr

Fünf Busse machen die Elbmarsch mobil

Mit solchen Mercedes Sprintern wird der Nahverkehr in der Elbmarsch verbessert. Ein Elektrobus kommt noch dazu.

Mit solchen Mercedes Sprintern wird der Nahverkehr in der Elbmarsch verbessert. Ein Elektrobus kommt noch dazu.

Foto: Rolf Zamponi

Das elbMOBILs tartet am 13. Dezember mit neuen Angebote im Nahverkehr. An den Wochenenden fahren die Busse bis zwei Uhr nachts.

Elbmarsch/Winsen.  Der Nahverkehr innerhalb der Elbmarsch und von und nach Winsen soll deutlich aufgewertet werden. Von Sonntag, 13. Dezember, an wird das Verkehrsunternehmen KVG aus Stade zunächst fünf Mercedes Sprinter für jeweils acht Personen einsetzen, die von Haltepunkten aus unterwegs sind. Die Fahrgäste des neuen elbMOBIL können sich dafür über eine von der Bahn-Tochter Ioki entwickelte App bei der KVG melden und werden dann abgeholt. Hintergrund für den zunächst bis Ende 2021 laufenden Testbetrieb ist das Projekt Reallabor Hamburg (siehe Infokasten), bei dem mit elf verschiedenen Vorhaben die digitale Mobilität der Zukunft erprobt werden soll.

Der Bund gibt 1,48 Millionen Euro dazu

Die Anfänge des Projektes Nummer 5 für den Landkreis Harburg unter dem Arbeitstitel „Shuttle-on-Demand für den ländlichen Raum“ reichen dabei bis zum Oktober 2019 zurück. Damals hatte sich die Hamburger Hochbahn, der Konsortialführer für das Reallabor, bei der Süderelbe AG gemeldet, die die drei Kreise Lüneburg, Stade und Hamburg zu ihren Hauptaktionären zählt. Die Wirtschafts- und Regionalentwicklungsgesellschaft koordiniert jetzt das Projekt, das vom Bundes-Verkehrsministerium mit 1,48 Millionen Euro gefördert wird.

Nur ein Euro teurer als Bus und Bahn

Aufgrund dieser Fördergelder müssen die künftigen Nutzer für die Dienste der KVG nur einen Euro zu ihrem Fahrschein für Bus und Bahn dazu bezahlen. Die notwendige App kann vom 9. Dezember an heruntergeladen werden. Es werden aber zudem telefonische Anfragen möglich sein. Die entsprechende Nummer will die KVG rechtzeitig vor dem Start bekanntgeben.

Start und Ziel über die App eingeben

Über die App sollen die Fahrgäste künftig ihren Fahrtwunsch mit Start und Ziel eingeben. Das System errechnet dann die beste Strecke mit dem kürzesten verbleibenden Fußweg und zeigt an, wann der Interessent abgeholt werden kann. „Damit kann sich dann jeder entscheiden, ob das elbMOBIL für ihn in Frage kommt oder auch nicht“, sagt Claudia Wacker, die bei der KVG in der Abteilung Verkehrsplanung für das Angebot zuständig ist. „Es wird möglich sein, sich spontan zu entscheiden. Wir rechnen aber damit, dass es aufgrund des größeren Einsatzgebiets bis zum Eintreffen etwas länger dauert als in Hamburg, wo ähnliche Projekte bereits in den Stadtteilen Lurup, Osdorf und Billbrook laufen.“ Vorgesehen ist, dass während der Fahrt weitere Passagiere zusteigen können, die zu ähnlichen Zielen wollen.

Grundsätzlich sind Fahrten kreuz und quer durch die Elbmarsch sowie von und nach Winsen möglich. Der Service steht vom montags bis donnerstags von fünf bis 23 Uhr und an den Wochenenden von acht Uhr an bereit. Die Besonderheit: In den Nächten zu arbeitsfreien Tagen und zu Feiertagen fahren die Busse bis zwei Uhr nachts. „Zu den neuen fünf Dieselbussen soll im Laufe des ersten Halbjahr 2021 noch ein Elektrobus kommen“, verspricht Wacker. Schließlich gehört zu den Zielen des Reallabors, dass die Emissionen gesenkt werden.

Testphase endet in einem Jahr

Die jetzt geltenden Bedingungen können bei Bedarf noch nachjustiert werden. Wie es nach dem Abschluss der Testphase Ende 2021 weitergeht, ist derzeit noch offen. „Wir müssen sehen, wie das Angebot angenommen wird, ob es weiterläuft und dann berechnen, unter welchen Konditionen es ohne Förderung weiter finanzierbar wäre“, sagt Expertin Wacker.

TUHH liefert Umfragedaten

Anhaltspunkte dafür soll eine Umfrage der Technischen Universität Hamburg (TUHH) unter 2200 Haushalten in der Region bringen, die in diesem Tagen anläuft. Professor Carsten Gertz und sein Team möchten wissen, wie die Menschen das elbMOBIL nutzten und wie sie es einschätzen. Dazu werden die Haushalte jetzt angeschrieben. Sie können sich dann entweder online äußern oder sich die Fragen auf Papier zuschicken lassen. „Eine zweite Umfrage soll später klären, wie und ob sich das Verhalten mit dem Einsatz der Fahrzeuge verändert hat“, sagt Monika Gabler, die Sprecherin der Süderelbe AG. Bis zur digitalen Mobilität. sind es nur noch wenige Wochen.