Schweinepest-Gefahr

Jagdpräsident hofft auf gute Wildschwein-Jagdsaison

Mehr als vierzig Wildschweine – nach einer Treibjagd als Strecke ausgelegt.

Mehr als vierzig Wildschweine – nach einer Treibjagd als Strecke ausgelegt.

Foto: Jens Büttner / dpa

Für die Abwehr der Schweinepest ist eine erfolgreiche Wildschweinjagd im Herbst nötig, sagt der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen

Harsefeld . Für die Abwehr der Afrikanischen Schweinepest ist eine erfolgreiche Wildschweinjagd in diesem Herbst nötig. Das sagt der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke. Der Bestand drohe sonst überhand zu nehmen. Das Schwarzwild kann die gefährliche Tierseuche auf Hausschweine übertragen.

Die Zeit vom 1. November bis zum 20. Dezember sei für die Jagd auf Wildschweine am wichtigsten, so Dammann-Tamke. Nach seiner Einschätzung werden in dieser Zeit 70 bis 80 Prozent der Wildschweinstrecke des Jahres erlegt.

Im vergangenen Jagdjahr habe es eine Rekordstrecke von etwa 70 000 Tieren gegeben, sagt Dammann-Tamke. „Aber jedes Wildschwein, das wir jetzt nicht erlegen, produziert rechnerisch bis zum kommenden Sommer mindestens drei Nachkommen. Die Schweinepest-Ausbrüche in Brandenburg und Sachsen haben schon Milliardenschäden für die Fleischbranche verursacht.“

Preise sind wegen Corona im Keller

Es könne Jahre dauern, bis dieses Virus unser Land erreiche, so der Jagdpräsident. Schlimm wäre aber, wenn der Erreger in der Schwarzwild-Population im Westen Niedersachsens ausbreche, wo große Schlachthöfe sind.

Weil Restaurants und Landgasthöfe geschlossen sind, sei es derzeit schwierig, vernünftige Preise für geschossenes Wild zu erzielen, sagt der 59-Jährige, der im Ehrenamt seit 2008 Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen ist: „Bei der Direktvermarktung läuft es aber eher besser als sonst.

Die Leute müssen ja zuhause bleiben, sie kochen gern mit der Familie, da ist das eine willkommene Abwechslung. Aber der Großhandel mit Wildfleisch hat es schwer.“

Dass derzeit coronabedingt mehr Menschen in den Wäldern der Region unterwegs sind, bringe eine gewisse Unruhe in die Natur, auch wenn der Trend an sich natürlich begrüßenswert sei. Dammann-Tamke bittet deshalb: „Ich habe volles Verständnis dafür, dass unter Corona die Freizeitaktivitäten in der Natur zunehmen. Die wildlebenden Tiere brauchen Rückzugsgebiete im Wald, im Schilf und Busch. Und deshalb sollten die Menschen sich an die Regeln halten und auf den Wegen bleiben.“