Tostedt

Kreisel soll Kreuzung entlasten

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Corinna Panek
Tostedts Samtgemeindebürgermeister Peter Dörsam macht sich stark für die Kreisel-Lösung.

Tostedts Samtgemeindebürgermeister Peter Dörsam macht sich stark für die Kreisel-Lösung.

Foto: HA

Das geplante Bauwerk soll vor allem den Verkehr auf der B 75 am Nordeingang der Gemeinde besser fließen lassen.

Tostedt.  Rund 30.000 Fahrzeuge passieren täglich die Doppelkreuzung Kastanienallee (B 75)/Buxtehuder Straße/Todtglüsinger Straße in Tostedt am nördlichen Ortseingang. Das führt unter anderem dazu, dass in den Zeiten mit starkem Verkehrsaufkommen die Linksabbieger lange warten müssen. Die Gemeinde Tostedt plant daher einen Kreisverkehrsplatz zu bauen, der den Verkehrsfluss verbessern soll.

Flächentausch für die Kreisel-Lösung

Da die Buxtehuder und die Todtglüsinger Straße sich nicht direkt gegenüber liegen, sondern um etwa 100 Meter versetzt, soll die Buxtehuder Straße vom Hotel Zum Meierhof ausgehend über dessen Parkplatz verschwenkt werden, so dass sie auf die Todtglüsinger Straße trifft. Die alte Buxtehuder Straße würde dann direkt hinterm Meierhof auf Höhe der Dieckhofstraße enden. Die Eigentümer der Flächen in der Nachbarschaft des Hotels – beiderseits der Buxtehuder Straße gelegen – kaufen der Gemeinde einen Teil der alten Straße ab und erhalten so ein zusammenhängendes Areal, das sie bebauen wollen. Die Gemeinde erwirbt den Teil, den sie für die neue Trassenführung der Straße braucht.

Was geschieht mit Fußgängern und Radfahrern?

Die Anwohner sorgen sich nun, dass der stillgelegte Abschnitt der Buxtehuder Straße für Radfahrer und Fußgänger nicht länger zugänglich bleibt – was für diese aber wichtig wäre: Sie wünschen sich weiterhin einen Zugang zur Dieckhofstraße, weil sie die direkte Verbindung zu Schule, Kindergarten und Kirche sowie zu Senioreneinrichtungen bildet. Würde die alte Buxtehuder Straße überbaut und keine andere Wegelösung gefunden, müssten Fußgänger und Radfahrer einen Umweg über die neue Straße und den Kreisverkehr nehmen.

„Es geht nicht um den kleinen Umweg durch die neue Straßenführung in Kauf nehmen müssten. Sondern es geht um die Sicherheit“, sagt Jürgen Salewsky, der die Anlieger dabei unterstützt, ihre Forderung umzusetzen. Er wohnt zwar selbst am anderen Ende Tostedts, aber seine Tochter ist Anwohnerin der Buxtehuder Straße und seine Schwiegermutter ist vor einiger Zeit an der viel befahrenen B 75 tödlich verunglückt. Die Anwohner hatten daher ihre Bedenken in den Rats- und Ausschusssitzungen vorgetragen.

Gemeinde will eine Lösung finden

„Die Beschlusslage ist so, dass man sich um eine Lösung bemühen will“, sagt Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam. „Die Eigentümer geben Teile ihrer Flächen an die Gemeinde zum Bau des Kreisverkehrs ab, wollen aber, dass die verbleibende Fläche eine Einheit bleibt. Eine Fußwegverbindung ist bisher nicht zwingend vorgesehen, aber sie ist wünschenswert.“ Er geht davon aus, dass eine Lösung gefunden werden kann, sobald die Pläne für eine Bebauung des Areals vorliegen. „Die weiteren Planungen sollten auch Fußwege enthalten, sie müssen aber nicht an gleicher Stelle wie die alte Straße sein.“

Prinzip der kurzen Wege

Das Prinzip der kurzen Wege für Fußgänger und Radfahrer in der Gemeinde sei wichtig und werde an verschiedenen Stellen umgesetzt. Sollte es zu keiner Lösung kommen, würden die Anwohner aber auch entlang des Kreisverkehrsplatzes ohne weitere Straßenquerung zur Ortsmitte gelangen. Unabhängig von dieser Situation prüft die Gemeinde außerdem, ob für die Kreuzung auch eine Ampelanlage in Frage kommt. Dies sei eine Vorgabe der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Diese ist zuständig, da eine Bundes- und eine Landesstraße aufeinandertreffen.

Die Behörde geht davon aus, dass eine vierarmige Ampelkreuzung kostengünstiger als ein Kreisverkehrsplatz wäre. Gleichwohl sieht sie die Notwendigkeit, die beiden Einmündungen Todtglüsinger und Buxtehuder Straße zusammenzuführen – Ampeln kämen nicht infrage, wenn die Straßen nicht umgebaut würden, da sie zu nah beieinander liegen würden. Vor etwa zwei Wochen wurde ein Prüfgutachten in Auftrag gegeben. „Wir befürworten aber einen Kreisverkehr, da dieser leistungsfähiger ist“, sagt Dörsam.

Rund 1,4 Millionen Euro Baukosten

Die Gemeinde geht von Kosten von ca. 1,4 Millionen Euro aus. Die Landesbehörde wäre zwar Kostenträger, wenn sich aber die Ampelkreuzung als günstiger herausstellte, müsste die Gemeinde die Differenz zum Kreisel selbst zahlen. Dörsam glaubt, dass diese Differenz nicht sehr groß wäre: „Der Flächenbedarf wäre in etwa gleich, da die Kreuzung auch von Lkw gut passierbar sein muss. Hinzu kämen außerdem die Betriebskosten für die Ampeln.“

Fehlt nur noch eine „Grüne Welle“ für Tostedt: Auch diese wird von der Landesbehörde im Zuge der Ampelmodernisierung geplant. Die Kreuzung Bahnhofstraße/B 75 ist bereits mit neuen Ampeln ausgestattet. Die anderen Ampelanlagen sind technisch so veraltet, dass sie sich nicht synchronisieren lassen. Wenn diese Ampeln auch ersetzt sind, ist eine „Grüne Welle“ in jeweils einer Richtung möglich, die Richtung könnte dabei wechseln. Handlungsbedarf besteht in jedem Fall. „Teilweise wird schon in die Wohngebiete ausgewichen, was natürlich nicht erwünscht ist. Ein Kreisverkehr wäre daher eine gute Sache“, so der Bürgermeister.