Landkreis Harburg

Investor plant grünes Quartier in Fleestedt

So soll das "Alte Dorf" in Fleestedt einmal aussehen

So soll das "Alte Dorf" in Fleestedt einmal aussehen

Foto: NHP Architekten

Investor will das Projekt „Fleestedt Altes Dorf“ mit 34 Wohnhäusern unterschiedlicher Größe umsetzen

Fleestedt könnte in den kommenden Jahren weiter wachsen. Auch für das Gebiet zwischen Jesdal und Bahntrasse gibt es eine Bebauungsidee. Ein Investor will dort das Projekt Fleestedt Altes Dorf mit 34 Wohnhäusern unterschiedlicher Größe umsetzen. Die Pläne wurden im jüngsten Planungsausschuss vorgestellt. Dort hatte, wie berichtet, auch der Bauunternehmer Steffen Lücking seine Projektidee für ein inklusives Wohnprojekt am östlichen Rand Fleestedts präsentiert.

Hinter dem Projekt Altes Dorf steht die W&S Immobiliengruppe aus Hamburg. Diese hat bereits einen Teil der Wohnungen auf dem Gelände des alten Sportplatzes gebaut. „Dabei haben wir Fleestedt kennengelernt und dieses Grundstück in sehr zentraler Lage entdeckt“, sagt Geschäftsführer Peter Skrabs. Das Unternehmen hat bereits einen Kaufvertrag mit dem derzeitigen Eigentümer des Grundstücks abgeschlossen. Der Ort sei sowohl für junge Familien als auch für Menschen mittleren Alters und Senioren sehr interessant, sagt Skrabs. „Viele Menschen suchen so eine Wohnung in Grünlage, die gleichzeitig einen guten Anschluss an Hamburg bietet.“ Das Unternehmen will auf dem Areal zwei Einfamilienhäuser, neun Doppelhäuser und 23 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 107 Wohnungen bauen.

Schallschutzwand zur Bahntrasse

Zur nahe gelegenen Bahntrasse soll eine Schallschutzwand entstehen. „Davon würden auch die umliegenden Häuser profitieren“, sagt Skrabs. Für die Planung hat sich das Unternehmen mit dem Seevetaler Architektenbüro NHP zusammengetan, das auch die Wohnhäuser am Fleester Höpen entworfen hat. Kern des Projekts sind sechs Häuser mit jeweils fünf Familienwohnungen. „Das sind im Grunde verschachtelte Einfamilienhäuser, aber mit Wohnungen.

Sie verfügen alle über einen Garten oder eine Dachterrasse und haben, wie die übrigen geplanten Wohnungen auch, jeweils einen eigenen Eingang“, sagt Architekt Jens Neuwald. Die Wohnungen haben verschiedene Ebenen und können je nach Bedarf mit einem Aufzug ausgestattet werden. „Unsere Idee ist eine Art Generationenwohnen. Dort können zum Beispiel Familien einziehen, die eine zweite Wohnung für die Großeltern nutzen.“ Mit dieser Lösung soll Neuwald zufolge der Flächenverbrauch möglichst gering gehalten werden, und den Bewohnern dennoch das Gefühl eines Einfamilienhauses vermittelt werden. Ähnliche verschachtelte Häuser hat das Büro unter anderem in Berlin umgesetzt. Bis auf ein sogenanntes Punkthaus, das mit drei Geschossen das architektonische Zentrum des Quartiers darstellen soll, sind die Gebäude zweigeschossig mit einem möglichen Staffelgeschoss geplant.

Nach Süden hin nimmt die Bebauungshöhe ab

Nach Süden hin nimmt die Bebauungshöhe ab, sodass sie sich an die bereits vorhandenen Wohnhäuser angleicht. Für die Fassaden der neuen Häuser, die verputzt, mit Verblendsteinen versehen oder auch aus Holzelementen bestehen können, sollen „ortstypische“ Farben und Materialien ausgewählt werden, sagt Neuwald. „Die Idee ist, Materialien aus der Vergangenheit modern zu interpretieren.“ Einige Dächer und Carports könnten begrünt werden. Das Wohngebiet soll sich optisch und räumlich ins bestehende Dorf einfügen und von einer grünen Achse durchzogen sein.

Die Planer wollen auch damit überzeugen, dass das neue Quartier keinen zusätzlichen Verkehr in den Dorfkern bringen würde. Die Zufahrt wäre direkt von dem neu gebauten Kreisverkehr am Audizentrum aus möglich. Dinge des täglichen Bedarfs könnten die Bewohner zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen, Supermärkte und Schulen sind unter zehn Minuten Fußweg zu erreichen. Die Wärmeversorgung soll über ein Blockheizkraftwerk gesichert werden, das Regenwasser soll dezentral versickern oder auch in den Häuser wiederverwendet werden, zum Beispiel für die Toilettenspülung.

Auch an eine Kita ist gedacht

W&S Immobilien sei zudem bereit, einen Teil des Grundstücks der Gemeinde kostenfrei für den Bau einer Kita zur Verfügung zu stellen, sagt Peter Skrabs. „Um das zu finanzieren, ist natürlich auf dem restlichen Gelände eine gewisse Bebauung notwendig.“ Das Unternehmen plane, mindestens 25 bis 30 Millionen Euro in das Projekt zu investieren. Die genaue Investitionssumme hänge davon ab, in welcher Form der Entwurf am Ende umgesetzt werden kann. Alternativ zu einem Kita-Standort ist es laut Skrabs auch denkbar, in Absprache mit der Gemeinde eine bestimmte Zahl geförderter Wohnungen zu bauen. Wie das Generationenwohnen-Projekt von Steffen Lücking ist die Planung für das Projekt Altes Dorf noch im Anfangsstadium. Die Pläne liegen jetzt zur Beratung den Fraktionen vor.