Neuer Bahnhof Buxtehude: Politik will wachsam bleiben

In der Kommunalpolitik stößt die Planung für das Bahnhofsumfeld auf breite Zustimmung, Sorge gibt es aber um das alte Bahnhofsgebäude von 1881

In der Kommunalpolitik stößt die Planung für das Bahnhofsumfeld auf breite Zustimmung, Sorge gibt es aber um das alte Bahnhofsgebäude von 1881

Foto: Axel Tiedemann / AT

Positive Reaktionen nach Präsentation der Pläne zur Umgestaltung des Bahnhofsareals. Sorgen gibt’s aber um das historische Gebäude

Buxtehude . Die jetzt von der Stadtverwaltung und der Bahn AG vorgestellten Pläne zur Umgestaltung des kompletten Buxtehuder Bahnhofsareals werden in der örtlichen Politik offensichtlich weitgehend begrüßt. „Gerade der ganzheitliche Ansatz stößt auf einhellige Zustimmung“, sagt Thomas Sudmeyer (SPD), der Vorsitzender des Buxtehuder Stadtentwicklungsausschusses ist, wo jetzt eine gemeinsame Vereinbarung von Stadt und Bahn zur Zukunft des Bahnhofsareals vorgestellt wurde. Es sei gut, dass die Bahn sich in dieser Sache endlich bewege, so Sudmeyer.

Gleichwohl gibt es auch warnende Stimmen: „Grundsätzlich positiv“, bewertet auch Grünenfraktionschef Michael Lemke das gemeinsame Vorgehen von Stadt und Bahn. „Wir müssen aber aufpassen, dass das historische Bahnhofsgebäude nicht abgerissen wird und wir nur einen einfachen Funktionsbau als Ersatz bekommen“, warnt der Grünen-Politiker, der im Herbst 2021 bei den Kommunalwahlen Bürgermeister werden will.

„Gesicht Buxtehudes wird sich verändern“

Wie berichtet, haben sich die Deutsche Bahn und die Stadt auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt und dazu ein Papier, ein sogenanntes Memorandum of Understanding formuliert, das in den nächsten Tagen unterzeichnet werden soll. Ziel dabei ist eine Abstimmung der Planungen: Zum einen zum Neubau oder zur Sanierung von Bahngebäuden durch die Bahn. Und gleichzeitig zur Umgestaltung der Plätze und Kreuzungen durch die Stadt. „Mit dem Projekt wird sich das Gesicht Buxtehudes im Bereich Bahnhof, Vorplatz und Giselbertstraße in den kommenden Jahren positiv verändern“, sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos).

Um das zu erreichen, soll in den nächsten Monaten von einem Planungsbüro ein Masterplan erstellt werden, in den auch Ideen einer Bürgerbeteiligung einfließen sollen. Ungewiss ist dabei noch die Zukunft des alten Bahngebäudes, das 1881 und in einem weiteren Abschnitt 1910 gebaut wurde und in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt worden ist. Gastronomie und Fahrkartenverkauf mussten dort schon lange ausziehen, teilweise stützten Holzbalken die Wände.

Lange gab es Kritik an der Bahn

Lange gab es daher Kritik an der Bahn, die sich um den Bahnhof kaum kümmerte. In der gemeinsamen Vereinbarung ist nun von einem einstöckigen Neubau eines neuen Empfangsgebäudes die Rede. Zum anderen aber auch von einem Erhalt des alten Backsteingebäudes, sollte sich dies denn wirtschaftlich darstellen lassen.

Und genau dies ist das Ziel einer überparteilichen Initiative um den SPD-Ratsherrn Alexander Paatsch. „Wir wollen weiter den Erhalt des historischen Gebäudes erreichen“, sagt er. Vorstellbar sei, dass dort kulturelle und gastronomische Nutzungen einziehen könnten. Auch eine Fahrradwerkstatt wäre denkbar oder soziale Einrichtungen.

Mit einem gläsernen Übergang könnte man dann künftig das alte Bahnhofsgebäude mit dem neuen verbinden. Auch Paatsch warnt daher davor, dass am Ende der ganzen Planungen das alte Gebäude doch noch abgerissen wird und lediglich durch einen einfachen Flachbau ersetzt würde: „Dafür gibt es schon genug Beispiele im Land, und die sind oft hässlich wie die Nacht.“